Dienstag, 3. September 2013

Gesundschrumpfung :o)

Die im letzten Eintrag gezeigte Wolle ist inzwischen verzwirnt und ich habe noch einen zweiten Strang dazugesponnen:



Daraus sollte nun wieder was für den Hals werden (zu mehr hätte es auch nicht gereicht, es waren nur etwas über 200 Gramm). Leider habe ich zunächst mal eine krasse Fehlkalkulation gemacht, bzw. ziemlich unüberlegt drauflosgestrickt.
Geplant war ein Schal nach der Vorlage "Anthurium" von Belinda Boaden, die in der deutschen Ausgabe des "Knitter" erschienen ist. Wenn ich es richtig notiert habe, war es das Heft 5/2011. "Anthurium" ist ein Schal in einem Muster aus verkürzten Reihen.

Zunächst wurde mein Schal viel zu breit, nämlich 40 cm. Der Schal in der Vorlage ist mit 100 cm schon recht kurz. Auf den Fotos erscheint er immer mit einem Schmuckband vor der Brust zusammengehalten, also als Schluppe.
Abgesehen davon, dass diese Trageweise nichts für mich ist - ich bin nicht schlank genug, um so eine Masse an zusammengedrängtem Material vor der Brust tragen zu können - wäre mein Schal wohl noch kürzer geworden. Mit 40 cm Breite hatte er jedoch, fand ich, ein ganz angenehmes Maß für einen halben Cowl. Also habe ich wieder geribbelt und den Musterrapport zweimal hintereinander gestrickt, einmal wie in der Anleitung gegeben und einmal gegengleich gespiegelt.
Nach einigen Zentimetern Höhe habe ich zur Runde geschlossen und damit einen Cowl gestrickt.



Sieht nett aus, war aber nix. Immer noch zu weit und vor allem zu locker gestrickt. Der fertige Cowl machte das, was lockere und weite Cowls immer tun: er rutschte auf den Schultern zu einer Wurst zusammen, statt den Hals zu bedecken. Als Schal wäre es nett geworden ...

Womit gibt man lockerem Gestrick etwas mehr Stand? Man macht es nass und schmeißt es in den Trockner. Ich habe alle fünf Minuten nachgesehen. Nach zwanzig Minuten hatte mein Cowl die richtige Fasson erreicht.
Damit er um den Hals schön schließt, habe ich noch einen Knopf mit Schlinge angebracht, und nun ist das Werk fertig:



Es ist sogar noch Wolle übrig. Ich denke über eine passende Mütze nach - natürlich auch angefilzt. Dafür werde ich natürlich wieder nachspinnen müssen, aber das ist ja kein Problem.

Donnerstag, 1. August 2013

Sari-Recycling

Ich habe ja vor langer Zeit schon mal Sariseiden-Abschnitte gekauft, bzw. mich an einer entsprechenden Sammelbestellung beteiligt. Es ist auch noch davon übrig, trotzdem habe ich nun wieder an einer Sammelbestellung übers Spinnforum teilgenommen und es nicht eine Minute bereut. Sonja hat mich - für 15 Euro - mit einem Riesenberg Seide beliefert. Noch einmal auf diesem Weg tausend Dank, Sonja!

Das ist die Ausbeute - erst mal ein großer Haufen ungeordnete Einzelfäden:



Weiterhin ein Haufen Stränge, wie sie vom Webstuhl abgeschnitten werden. Da sind richtig lange verwertbare Fäden dabei und man kann die Leuchtkraft der Farben gut bestaunen:



Hier noch besser zu erkennen - es handelt sich wohl um die vom Webstuhl abgeschnittene Kette, das Angewebte hängt noch dran:



Und schließlich hier ein Foto der beiden ersten Spulen. Da sieht man noch nicht viel. Ich habe die Seide "bröckchenweise" in Merino eingesponnen und werde beides noch heute abend zusammenzwirnen. Es wird, da bin ich sicher, ein toller Faden werden und ich habe auch schon einen Plan, was ich damit mache - wenn nur der Faden dick genug ist.




Prd!

Fertig ist nun auch das Tuch mit den vielen Namen! Hier habe ich bereits erklärt, dass und warum dieses Tuch "Prd" heißen sollte - aber weil "Prd" nun mal auf kroatisch Furz heißt, nenne ich das Tuch nun doch anders. Auf Ravelry habe ich es zeitweise "Fliesenlegen" getauft. Nun heißt es "sea journey", weil ich es nämlich auf einer Schiffsreise beendet habe. Und Gott sei Dank war es Entrelac! Ich habe es nämlich fertiggebracht, auf dem Schiff eine der Knotpicks-Nadeln abzubrechen. Da für Entrelac eine lange und eine kurze Nadel ausreichen, konnte ich trotzdem zu Ende stricken.


Design: Jane Araujo

Ich bin stolz auf dieses Teil, es erregt Aufsehen - jedenfalls bei Ravelry und in der Familie. (Bisher habe ich es kaum getragen, zu heiß hier ...) Danke an die Designerin Jane Araujo, die die Vorlage unter dem Namen Dianna kostenlos bei Ravelry anbietet. Ich habe mir das Design gleich, als ich bei Ravelry Mitglied wurde, in die Warteschlange gelegt, aber bisher nie gestrickt. Nun, da ich die Wolle hier herumliegen hatte - Jawoll Magic Dégradé, eigentlich für ein anderes Projekt gedacht, dass ich dann doch nicht gestrickt habe - war es an der Zeit, endlich mal Entrelac zu lernen.
Übrigens habe ich Jane Araujos Anleitung am Schluss etwas abgewandelt. Sie sieht nämlich, wenn ich das richtig verstanden habe, vor, dass die abschließenden Dreiecke an der Oberkante (das Tuch wird an der Spitze begonnen und von unten nach oben gestrickt) glatt rechts gestrickt werden sollen. Bei mir sah das nicht gut aus, die Dreiecke rollen sich ein, wie Glatt-Rechts-Gestrick das immer tut. Ich habe die Dreiecke deshalb im Perlmuster gestrickt.
Vielleicht stricke ich das Design noch einmal in Form eines Tops.

Sonntag, 30. Juni 2013

Die Landschaft in der Lochkarte, xter Teil

Immer wieder, wenn ich ein Muster nach Iris Bishop gestrickt habe, frage ich mich, warum ich das nicht jeden Tag mache. Ein gutes Händchen bei der Farbwahl ist natürlich kein Hindernis - und da muss ich mir auf die Schulter klopfen, hier habe ich den richtigen Griff getan.



... und ein Tragefoto gibts auch:



Ist zwar kein besonders gutes Foto und ich bin kein gutes Model (was die Untertreibung des Jahres sein dürfte), aber die Jacke ist wirklich genauso geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe, und hat eine wunderschöne Farbskala. Abgesehen von dem Umstand, dass ich mit all meinen Mäkeln drinstecke, ist an der Jacke wirklich nichts auszusetzen.
Bis auf die Kleinigkeit, Notiz an mich: Seit ich Einstrickmuster mit Lochkarte aus Sockenwolle stricke, nehme ich grundsätzlich immer die höchste Maschenweite, ohne vorherige Proben. In diesem Fall war das wohl nicht die allerbeste Wahl. Ein oder zwei Punkte weniger hätten vielleicht ein schöneres Maschenbild ergeben; jedenfalls hätte ich mir die Mühe machen sollen. Beim nächsten Mal wird sorgfältiger geprüft.

Ich habe drei verschiedene Sockenwollen verwendet: Für den grauen Untergrund und für die roten Blüten und Blenden Regia Handdyed Effect nach Kaffe Fassett und für die Paisley-Motive und das "Laub" Lang Yarns Jawoll Magic. Letztere ist von der Textur her angenehmer zu stricken; die Regia Handdyed Effect hat die schöneren und satteren Farben, aber auch diesen blöden Trägerfaden, der mir schon bei der Regia Lace aufgestoßen ist. Den Trägerfaden gibt es wohl nur in Schwarz und Weiß - die graue Wolle hat den weißen, die rote Wolle den schwarzen Trägerfaden - und er ist etwas steifer als der Wollstrang und führt gern ein Eigenleben, mit anderen Worten, das Garn teilt sich gern. Ich würde diese Wolle nie im Leben zum Sockenstricken verwenden und wahrscheinlich auch nicht für Handschuhe. Aber in einem Strickteil wie dieser Jacke macht sie sich wegen der wunderschönen Farbverläufe gut.

Nun noch ein Nachtrag, hier kommt meine letzte selbstgesponnene Wolle, ein Leinen-Seiden-Wollgemisch von Regina, gefärbt mit Krapp und Rotholz, auch auf der Maschine verstrickt:



In den dunklen Streifen ist ebenfalls selbstgesponnene Wolle mit Seidenbeimischung verarbeitet. Die glatten Teile sind maschinengestrickt, die dunklen Streifen (es sind Fallmaschenstreifen) von Hand. Es macht zwar etwas Arbeit, das Strickteil jeweils abzunehmen und wieder anzuhängen, aber trotzdem ging das Ganze erheblich flotter, als wenn ich es komplett von Hand gestrickt hätte.
Ich bin nicht ganz zufrieden; die Tunika ist etwas zu weit. Wegen meines Altweiberbauchs tendiere ich automatisch immer wieder zur Sackform, obwohl mir das letztlich gar nicht besonders schmeichelt, weil ich einen im Vergleich zur Beinlänge eher kurzen Rumpf habe. Am besten, stelle ich immer wieder fest, steht mir eine angedeutete Empireform und eine Länge, die den Hosenreißverschluss noch sehen lässt. Aber da ich die Tunika so tragen möchte wie auf dem Foto, nämlich über sehr langen Blusen, ist die Länge noch in Ordnung.

Dienstag, 11. Juni 2013

Glück im Unglück

Gerade als ich mit den Abnahmen für die Armlöcher begonnen hatte, fiel mir - wohl wegen eines Einfädelfehlers - der ganze Rumpf von der Maschine.

Aber das hat zweifellos sein Gutes. Denn erstens sehe ich jetzt, da ich das Gestrick von vorne angucken kann, einen Designfehler, über den ich mich später mächtig geärgert hätte. Ich muss vor dem Paisley-Musterabschnitt eine durchgehende Reihe Rot stricken, sonst sieht es nix aus.



Und da ist auch eine Masche gefallen. Das wäre nun keine so große Sache gewesen, ich hätte es einfach unsichtbar vernäht. Aber so kommt die "Leiter" jetzt mit weg.



Auf ein Neues.

Das ist übrigens ein Design von Iris Bishop. Ich habe drei Lochkarten gestanzt.

Montag, 10. Juni 2013

Meine Schwedin

Kleine Wunder gibt es immer wieder mal. Ein solches ist mir passiert, und ich bin einfach nur selig darüber.

Anfang Juni waren mein Mann und ich einige Tage - von Mittwoch bis Sonntag - mit dem Wohnmobil in Schweden. Wir sind an der Westküste hochgefahren bis zu dem Fischerstädtchen Smögen. Es waren wunderschöne Tage, vor allem weil wir einmalig schönes Wetter hatten, viel Sonne und wunderbar milde Nächte.
Bei einem Spaziergang durch Smögen sind wir nun an einem Trödelladen vorbeigekommen, der zwar geschlossen war, aber rundherum auf der Außentreppe und unter der Dachtraufe stand alles voll Krempel. Und daraus habe ich ein Spinnrad hervorgezogen, eine Ziege, mit Blumen bemalt und mit der Jahreszahl 1954.
Ich hätte nicht gerade jeden beliebigen Preis dafür bezahlt, aber wissen wollte ich den Preis doch ganz gern. Nur war die Inhaberin nicht da. Ich habe in dem Laden gegenüber gefragt, und nach einigem Hin und Her konnte ich die Ladenbesitzerin irgendwo in der Nähe ausmachen. Ich sprach sie einfach an. Sie verkaufte mir das Rad für umgerechnet 17 Euro auf der Kreuzung und meinte noch, es passe zu mir!
Viel Hoffnung, es zum Laufen zu bringen, hatte ich nicht. Immerhin ließ sich das Pedal treten. Im Prinzip kaufte ich das Rad zur Deko - obwohl ich wirklich keinen Dekokram brauche, aber das Rad war gar zu hübsch.



Es ist, gut im Wohnmobil festgeschnallt, mit uns heimgereist. Zu Hause habe ich es erst mal abgestaubt und mit die Mechanik gründlich angesehen. Der Spinnflügel war so gut wie unbeweglich. Ich hatte den Eindruck, dass er, statt in Lagern zu liegen, irgendwie mit unfachmännisch eingesetzten Holzkeilen befestigt war.



Ich war ein wenig im Zweifel, ob sich da überhaupt was machen ließe, zumal ich diese Holzkeile weder mit Zange noch mit roher Kraft herausziehen konnte. Aber ich streckte schon mal rundum die Fühler aus und hatte, dank der Hilfe einer Schreibfreundin, schon die Telefonnummer eines alten Drechslers, der sich für den Fall interessierte.

Heute nun hatte ich Gelegenheit, mich kurz mit Shorty aus dem Spinnforum auszutauschen, die ein ähnliches Rad besitzt. Nach ihrer Meinung waren die Dinger, die ich als unfachmännisch eingesetzte Holzkeile angesehen hatte, die regulären Lederlager! Vermutlich, meinte sie, total vertrocknet und deshalb so unbeweglich. Ich fasste noch mal neuen Mut und rückte dem Rad mit reichlich Fett und Beißzange zu Leibe. Vor allem schaffte ich es endlich, die ganze Flügeleinheit samt Lagern vom Rad zu trennen. Der Rest war eine Sache von Geduld und Spucke. Ich baute alles auseinander, bekam auch endlich die Lager heraus, putzte, fettete ein und baute wieder zusammen. Antriebsschnur drauf und hier und da noch ein wenig nachgezogen. Und dann kam der große Moment. Das Rad spinnt!

Und nicht nur das, es spinnt gut! Kein Knarzen und kein Klackern. Ein wenig muss man noch aufpassen, dass das Schwungrad nicht rückwärts läuft, aber das ist Übungssache. Es spinnt! Ich kann schon bald die erste Spule präsentieren!

Und hier mein Reisegestricksel, das ich für Fahrten im Wohnmobil dringend brauche. Nebenbei mein achtes Projekt in der "13 aus 13"-Gruppe. Stulpen mit dem Mistletoe-Muster aus der deutschen Knitter-Ausgabe. Ursprünglich eigentlich für Socken gedacht, aber ich hatte schon lange vor, das Muster für Stulpen oder Handschuhe einzusetzen.
Ich werde schnell kalt an den Armen, vor allem wenn die Klimaanlage läuft. Die Stulpen haben mir in Schweden schon gute Dienste geleistet.


Design: Jon Dunn-Ballam

Montag, 27. Mai 2013

Die Blumenwiese

Tadaaaa! Fertig ist der Blumenwiesenpullover für meine Tochter, und ein richtiges Prachtstück, finde ich:



Das Muster entstammt dem Musterbuch "Around The World" von Iris Bishop, das eine ganze Anzahl Muster mit 24er Rapport enthält - zum Übertragen auf die Lochkarte oder zum Einprogrammieren. Ich habe nur eine Lochkartenmaschine, finde aber, dass das Arbeiten mit der Lochkarte einen ganz eigenen Charme hat - mir macht es jedenfalls Spaß. Natürlich ist es ein bisschen Arbeit, die Karte zu stanzen, aber es hält sich in Grenzen. Für dieses Muster habe ich übrigens zwei Karten aneinanderkleben müssen, weil es sehr hoch ist.

Gestrickt habe ich in den Einstrickmusterteilen mit Maschenweite 10.1 (also der höchstmöglichen), in den uni Teilen mit Maschenweite 8. Und das Material ist, wie schon erwähnt, Regia Uni und Zauberball Sockenwolle, Farbe Fuchsienbeet.



Das Bündchen - im 2:2 Rippenmuster mit zwei alternierenden Fäden - ist von Hand angestrickt. Die übrigen Bündchen sind kraus rechts gestrickt, ebenfalls von Hand und ganz schmal.


Ein Geschenk für meine Schwägerin

ist dieser kleine Schal aus einem Mohair-Bambusgarn, handgefärbt, gekauft beim Wolletroll in Flieden.


Design: Lisa Lloyd

Das Muster habe ich aus dem Buch "The Art Of Knitted Lace". Der Schal ist mein siebtes Projekt für die 13aus13-Gruppe. Den Iris Bishop-Pullover wollte ich eigentlich auch in diese Serie aufnehmen, aber das wäre nicht ganz korrekt, weil ich ihn schon angefangen habe, ehe die Gruppe gegründet wurde. Und es wird mir jedenfalls kein Problem bereiten, die Serie zu beenden, da ich das achte Projekt schon beinahe fertig habe und das neunte auch schon feststeht. In Arbeit ist das "Mistletoe"-Muster aus der deutschen Knitter-Ausgabe 8/2011. Außerdem stricke ich gerade ein Top aus einem älteren Verena-Sommerheft und ein weiteres Muster nach Iris Bishop.

Donnerstag, 11. April 2013

Das sechste 13 aus 13-Projekt

Der Sommerpulli nach Marianne Isager ist fertig und wurde auch schon getragen. Immer wieder erstaunt mich, wie toll dieses Garn noch ist; wie gesagt ist es über 35 Jahre alt und in seiner ursprünglichen Verarbeitung - als kastenförmiger Pullover mit sackartigen Ärmeln - unzählige Male gewaschen worden.


Design: Marianne Isager

Das Teil ist etwas zu weit; ich habe es in der ersten Wäsche kräftig in die Länge gezogen. (Sackform hatte es ja schon; jetzt wollte ich was eher Körpernahes!) An sich trage ich solche ärmellosen Leibchen sehr gerne und besitze auch schon eine ganze Anzahl davon. Aber es ist noch genug Wolle übrig, deshalb werde ich wahrscheinlich doch noch Ärmel stricken. Am besten abnehmbare. Ich denke noch darüber nach.

Der Pulli ist nach meiner Rechnung das sechste 13 aus 13-Projekt auf meiner Liste. Die beiden nächsten stehen auch schon fest - deshalb arbeite ich zur Zeit wieder mal sporadisch an meinem bunten Tuch weiter, das nicht in die 13 aus 13-Reihe gehört. Hier ein Foto vom "Anstricksel"; inzwischen bin ich ein Stück weiter:



Die Vorlage stammt von Jane Araujo und ist als "Dianna" umsonst bei Ravelry zu haben. Das Tuch ist mein erster Versuch, Entrelac zu stricken. Ich habe so meine Probleme damit, was aber - möchte ich ausdrücklich betonen! - nicht an der Vorlage liegt, die ist gut formuliert und ohne Zweideutigkeiten. Was gleich beim Disclaimer am Anfang beginnt. Da steht:

"this pattern is not intended for beginners and assumes you
already know how to work entrelac. This document will not teach you how to do entrelac."

Wie gesagt, ich habe noch nie Entrelac gestrickt, obwohl mir natürlich das Prinzip einleuchtet (das ist ja auch nicht schwer). Seit ich dieses Tuch begonnen habe, kämpfe ich mit den Tücken der Technik. Typisch ist zum Beispiel, dass ich Vorder- und Rückseite verwechsele, zu früh wende, die Randmaschen falsch herum stricke, die herausgestrickten Maschen links statt rechts herausstricke oder umgekehrt oder dass ein Blatt in die falsche Richtung zeigt. Und so weiter.

Begonnen habe ich das Tuch im Kroatien- Urlaub im letzten Herbst. Daher bekommt es jetzt auch seinen wenig schmeichelhaften Namen, ich nenne es nämlich (sollte es je fertig werden) "Prd". Das ist kroatisch und heißt Furz. Übrigens ist das nicht so schäbig gemeint, wie es klingt. Ich hatte mich auf dem Campingplatz in Dubrovnik mit einer sehr kleinen Katze angefreundet, oder vielmehr sie sich mit mir. Sie war wohl erst wenige Wochen alt. In Kroatien gibt es auf jedem Campingplatz einen Haufen herrenlose Katzen. Diese eine war wohl obendrein von ihrer Mutter verstoßen worden; jedenfalls war sie meiner Meinung nach viel zu jung, um allein zu gehen. Ich habe sie während meines Aufenthalts ein wenig betütert und, als wir abfuhren, den Nachbarn ans Herz gelegt - ich kann nur hoffen, dass sie es über den Winter geschafft hat, aber direkt neben dem Campingplatz gab es eine große Apartmentanlage, die wohl das ganze Jahr über in Betrieb war, und die Katzen in der Umgebung sahen alle gut genährt und gesund aus.

Weil nun dieses graue Kätzchen noch so klein war, eben kaum mehr als ein Lufthauch, habe ich es "prd" gerufen. Und so heißt nun auch dieses Tuch, das mir einen Haufen Ärger bereitet hat. Das allererste Anstricksel habe ich mindestens dreimal aufgezogen und neu begonnen. Dem Garn (Zauberball Lace) tat das nicht gut. An Aufgeben habe ich auch gedacht - aber nun bin ich erheblich weiter und denke, ich kriege es nach und nach hin. Den Namen "Prd" wird es aber behalten.



Das Spinnforum


... ist geschlossen, wie jedes Mitglied bemerkt haben dürfte. Aus gegebenem Anlass betone ich hier: Ja, an der Wiedereröffnung wird gearbeitet. Nein, ich weiß nicht, wann es so weit ist. Nein, es ist nicht wegen irgendwelcher Streitigkeiten im Team geschlossen worden, sondern wegen Softwareproblemen (wenn ich es richtig behalten habe, wird es einen Umzug auf einen anderen Server geben).
Ich hoffe, es gibt einen frischen Neuanfang und bald wieder jede Menge inspirierenden Spinn-Input.
In diesem Sinne Grüße an alle Spinnforistinnen!

Montag, 18. März 2013

Der nicht enden wollende Winter ...

Es scheint, als ob die Zeiten, da man was Warmes um den Hals braucht, kein Ende nehmen wollen. "Jon Schnee" ist also willkommen und im Einsatz:


Design: Cathy Carron

Die Vorlage heißt "Hidden Treasure". Es ist ein doppelt gelegter Rundschal, der an einer Seite nicht ganz geschlossen ist, so dass nach Belieben etwas ins Innere geschoben werden kann. Diese "Geheimtasche" am Hals bietet sich selbstverständlich an für die Taschenmusik:



Der Cowl ist mein viertes Projekt aus der "13aus13"-Serie. Das fünfte und sechste sind bereits in Arbeit: Ein Blumenpullover für meine Tochter nach einer Vorlage von Iris Bishop hängt an der Maschine, und auf den Nadeln ist ein Top für mich.



Ist dieses Garn nicht schön? Und es ist uralt, nach meiner Rechnung mehr als 35 Jahre. Ich war noch unter 20, als mir einmal mein Bruder Strickgarn zum Geburtstag geschenkt hat. Die Farbe ist ein schönes, frisches Gelb mit kleinen eingesponnenen Noppen in bunten Pastelltönen. Ich weiß nicht mehr, welche Zusammensetzung das Garn hat; es ist jedenfalls ein Sommergarn, und meiner Meinung nach muss es Leinen enthalten, da es einen deutlich knirschenden, trockenen Griff hat. Ich hatte mir daraus einen Pulli mit kleinem Zopfmuster gestrickt und auch viel getragen, bis er irgendwann als "unmodern" im Schrank verschwand: Er bestand aus lauter geraden Teilen und war mindestens so breit wie hoch. Da das Garn eindeutig zu schade zum Wegschmeißen ist, habe ich mich jetzt entschieden, den Pulli zu ribbeln und etwas Neues daraus zu stricken. Geplant ist ein Top nach der Zickzack-Vorlage von Marianne Isager. Je nach Wollverbrauch stricke ich vielleicht auch noch Ärmel an.

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