Mittwoch, 10. Oktober 2007

Tannhäuserschal ist auch fertig

Das ist mein zweites fertiges Werk aus Selbstgesponnenem. Der Tannhäuserschal (ich nenne ihn so, weil ich einen großen Teil gesponnen habe, während ich mir eine Aufzeichnung des "Tannhäuser" aus Salzburg anschaute) besteht aus Uru-Roving Magnolia, ist mit 1,66 Metern Länge so lang wie ich und mit 38 cm Breite so breit wie ich. Allerdings mit 85 Gramm Gewicht nicht ganz so schwer wie ich. Naja, gut, beinahe.


Design: Eugen Beugler in "Shawls And Scarves, Best Of Knitter's Magazine"

Gestrickt habe ich mit der Hand, da ich der Festigkeit des Garns nicht ganz traute, sonst wäre es von der Machart her ein schönes Projekt für die Maschine gewesen. Vielleicht nächstes Mal ... Das Garn ist stellenweise fast so fein wie Nähseide. Da habe ich des Guten zuviel getan. Aber gestrickt hat es sich dann doch ganz gut.
"Ostrich plume" nennt Meister Beugler das Muster. Das meint nicht nur Straußenfeder, sondern ist auch der Name einer Aster.



Zur Zeit habe ich Kammzüge aus einer Schoppeltüte auf der Spule. Die erste Portion ist schon gesponnen und gezwirnt, und zwar navajogezwirnt. Ich hatte gehofft, auf ungefähr Sockenwollstärke zu kommen, nun ist das Garn mit etwas über 300 Metern auf 100 Gramm doch etwas dicker, aber sicher noch maschinenverstrickbar. Geplant ist Pullover oder Jacke, genau weiß ich das noch nicht. Mir schwebt eine Art Zopfmuster vor, evtl. auch wieder mit der Hand. Erst mal schauen, wie die Farbverläufe verstrickt herauskommen.




Und hoffentlich ist die zweite Portion, die ich gerade spinne, nicht wieder dicker oder dünner! Das Prinzip "dick für die Leibteile, dünn für die Ärmel" hat bei der Regenbogenjacke gut funktioniert, man sieht es eh kaum, aber zur Gewohnheit will ich das nicht machen.

Lieben Gruß an alle Besucher!

ps. Beachtet mal mein neues Haustier Hamlet, links im Menü! Einfach draufklicken, dann wacht er auf und fliegt umher. Bei einem Klick auf den Button "more" gibt es eine Fliege für ihn. Lautsprecher anstellen nicht vergessen!

Sonntag, 23. September 2007

Mein erstes fertiges Werk aus selbstgesponnenem Garn!



Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich darauf bin. Es ist doch was ganz anderes als ein Strickstück aus gekauftem Garn!
Übrigens kann man meine Spinnfortschritte sehr schön daran ablesen. Zuerst gesponnen habe ich das Garn für die beiden Vorderteile; das ist ein wenig sperrig ausgefallen. Die zweite Auflage war schon gleichmäßiger und weicher, nur leider auch eine ganze Ecke dünner, deshalb habe ich die für die Ärmel genommen. Die dritte Auflage für das Rückenteil war wieder dicker und so gleichmäßig und weich, dass ich das Garn kaum noch zu baden brauchte. Ganz am Schluss habe ich noch mal eine Extraportion für die Randborten gesponnen - und die war nun richtig weich. Man merkt den Unterschied deutlich.



Keine Angst, der Rand rollt sich nicht auf ;-)
Insgesamt fühlt sich die Wolle eher rauh an, und ich befürchtete schon einen Kratzangriff. Das ist aber gar nicht der Fall. Ich trage die Jacke über einem ärmellosen Top, während ich dies schreibe, und sie ist zwar rauh, kratzt aber nicht. Mal sehen, wie es nach der ersten Wäsche wird, denn natürlich sind noch Paraffinspuren vom Spulen in dem Material.


Details zur Jacke: 370 gr Rhönschaf-Kardenband, pflanzengefärbt. Gekauft bei der Lebensgemeinschaft Sassen, selbstgesponnen auf der Delfina (Saksen Delft) und zweifach gezwirnt.
Gestrickt auf der Brother KH 820 nach dem Lochmuster der "Faux Russian Stole" von Katie Nagorney und Ann Swanson, gesehen in "A Gathering Of Lace". Ich habe übrigens zuerst versucht, die Randborte dieser Stola von Hand unten an den Jackensaum anzustricken, aber das gefiel mir nicht. Die Randborte, die die Jacke jetzt bekommen hat, ist nachträglich auf der Maschine gestrickt und von Hand im Maschenstich angesetzt. Alle Lochmuster sind von Hand umgehängt.
Da ich sehr genau mit dem Formstricker gearbeitet habe, passt alles perfekt. Die Leibteile sind in MW 10, die Ärmel in MW 9 gestrickt; das Garn hat nämlich unterschiedliche Lauflängen: für die Leibteile um 270 bis 280 Meter pro 100 Gramm, für die Ärmel ca. 350 Meter.

Es ist etwas völlig neues für mich, selbstgefertigtes Garn zu verarbeiten. Ich habe noch nie ein Strickstück so liebevoll ausgearbeitet wie dieses.

Knöpfe hat die Jacke übrigens noch nicht, aber jede Menge Knopflöcher, wie man sieht. Ich bin noch am Überlegen, was für Knöpfe ich anbringe. Wahrscheinlich silberne Knebel, die muss ich aber erst noch besorgen.

Samstag, 15. September 2007

Krea-tief ...

Im Wollgeschäft hat man's leichter, da gibt es ein Dutzend verschiedene Qualitäten und man sucht halt aus.
Spinnt man selbst, steht man erst mal vor der Frage, wie gehe ich vor, um die Faser optimal zur Geltung zu bringen? Und zwar so, dass es sich nachher auch gut verstricken lässt, wobei man besser auch schon halbwegs wissen sollte, was man stricken will ...
Ich will jetzt also mal kein Tuch stricken, sondern Pulli oder Jacke. Und zwar aus einer Schoppeltüte, Farbverlauf in Blau- und Lilatönen.



Links im Bild mein erster Versuch im Navajozwirnen. Hat technisch schon gut geklappt, die Wolle sieht in Stärke und Drall wie Sockenwolle aus und der schöne Farbverlauf kommt bestens zur Geltung.
Rechts die archaische Version: andengezwirnt mit einem chaotischen Dick-und-Dünn vom Tarascon-Schaf.
Sieht sehr interessant aus, aber ich glaube, ich nehme doch die linke Version. Zumal mir für das Tarascon-Untier schon eine andere gute Idee in den Sinn gekommen ist.

Mein Spinnkörbchen
gesehen von Yannika! Emis bunter BFL-Kammzug liegt immer noch drin, wie man sieht. Aber sobald ich mit meinen beiden "Lace-Garnen" fertig geworden bin, muss er dran glauben.


Zeichnung: Yannika Schad

Donnerstag, 13. September 2007

Singlefäden



Mein erstes "Lacegarn" ... nicht gerade berauschend, aber es lässt sich verstricken, ohne zu reißen. Es wird noch dauern, bis ich einen vernünftigen SInglefaden hinbekomme. Aber wie gesagt, man kann damit stricken. Wenn auch nur sehr langsam, denn das Garn ist stellenweise kaum mehr als Zwirn.



Die Vorlage ist von Eugen Beugler, gesehen in "Shawls And Scarves", Seite 74. Den Rand habe ich etwas abgeändert, mit meinem Garn wurde er mir zu löchrig. "Ostrich Plume" heißt das Muster.

Und das ist mein zweites "Lacegarn":



Das Material ist Kardenband vom Bergschaf (siehe letzter Eintrag). Der Faden ist schon etwas besser, wenn auch immer noch nicht richtig fluffig, aber der fluffige Singlefaden zählt wohl schon zu den höheren Spinnweihen ... jedenfalls ist das Garn weich und hat eine vernünftige Lauflänge von 650 Metern pro 100 Gramm. Gesponnen habe ich bisher 75 Gramm. Meine Tochter wünscht sich den "Holly Berries"-Schal aus "Victorian Lace Today", Seite 96. Das ist ein kleines Teil und müsste schnell zu stricken sein. Allerdings reicht das Material wohl noch nicht ganz. Der Farbverlauf gefällt mir sehr gut. Es ist eine Menge Hellgrün in dem Garn, leider auf dem Bild kaum zu sehen, die grünen Partien liegen mehr innen im Strang.

Die Regenbogenwolle für meine Jacke ist übrigens fix und fertig gezwirnt, gebadet und gehaspelt und könnte auf die Strickmaschine, wenn ich nicht gerade jetzt im Hinterzimmer wieder mal die große Umräumerei hätte. Auf jeden Fall fange ich noch diese Woche damit an und werde wohl nur wenige Tage brauchen, da die Rechenarbeit - die größte Hürde beim Maschinenstricken - schon erledigt ist. Vielleicht kann ich am Wochenende schon zusammennähen. Bin sehr gespannt!


Nachtrag: Umräumaktion

Was sich wohl so eine kleine Kommode denkt, wenn sie nach gut vierzig Jahren Dauerschlaf auf dem Speicher plötzlich ans Licht gezerrt, wieder aufgestellt, geputzt und befüllt wird?



Die habe ich im Haus meines Vaters vom Speicher gerettet, sonst wäre sie in den nächsten Wochen gnadenlos dem Sperrmüll anheimgefallen. Und dafür ist sie wirklich zu schade. Alles massives Holz und eine schöne Tiefe zum Vollpacken. Ich bewahre meine Stoffvorräte darin auf. Beim Um- und Aufräumen habe ich manches schöne Stoffstück wiedergefunden. Übrigens auch zwei Tafeln Schokolade, die ich vor ein oder zwei Jahren nach dem Eichhörnchenprinzip gebunkert und vergessen hatte. Ob die noch essbar sind?
Ach ja, und was mich da immer wieder neu anlacht, heißt: Tarascon-Schaf (vorne links), Rhönschaf pflanzengefärbt (auf der Kommode links), Milchschaf naturbraun (oben im Kasten rechts) und Bergschaf-Kardenband (oben im Kasten links). Und das ist noch nicht mal alles ... und obendrein ist das nächste Spinnfutter schon wieder unterwegs, glaube ich.

Donnerstag, 6. September 2007

Spinnübungen

Ich würde nun soo gerne den herrlichen bunten Kammzug von Emi verspinnen (siehe hier), der ziert nämlich, in einem Körbchen liegend, mein Wohnzimmer und lacht mich täglich aufs Neue an. Aber nix da. Erst muss ich lernen, einen besseren, gleichmäßigeren Faden zu spinnen.
Und so habe ich mich hinter das Bergschaf-Kardenband gemacht, das ich über Ebay gekauft habe, noch ehe die Delfina überhaupt bei mir einzog. Es spinnt sich phantastisch und der Faden wird schön weich. Seltsam, ich meine doch gelesen zu haben, Bergschafwolle sei rauh? Die einzelnen Fasern sind sehr lang, aber so glatt, dass sie sich viel genauer ausziehen lassen als die Rhönschafwolle, die ich vorher in der Mache hatte.
Liegt das nun daran, dass ich selbst besser geworden bin, oder ist es am Ende kein Bergschaf? Es wurde mir jedenfalls so verkauft.
Das soll ein hübsches Strickstück für meine Tochter geben, die die Farbstellung, die an Rhabarber erinnert, sehr mag. Auf dem Foto erkennt man das nicht gut, aber die Wolle enthält auch eine Menge Grüntöne.



Und so sieht das Faserpaket aus. Es sind etwas über 200 Gramm. Ich wollte, ich wüsste den Namen der Verkäuferin noch; die Fasern sind wirklich schön und gut zu spinnen - na gut, an Emis BFL-Kammzug reicht es natürlich nicht ran; aber deshalb hebe ich den ja auch für später auf.



Das gleiche Kardenband vom Bergschaf hatte ich gleich nach Erwerb der Delfina schon mal unter den Fingern und habe einen wüsten Faden in sämtlichen Stadien der Schwangerschaft fabriziert. Ich steigere mich also doch ... Stricken ließ sich der schwangere Wurm zwar auch, aber was jetzt auf die Spule rollt, sieht doch viel besser aus.



Die Wolle für meine Regenbogenjacke vom Rhönschaf ist fertig gesponnen und gezwirnt. Das Garn darf sich nun eine Woche auf der Spule ausruhen, ehe ich es auf die Haspel nehme, und dann werde ich die Jacke schnell beenden, denn bei dem Wetter jetzt könnte ich sie gut brauchen! Da ich dieses Stück auf der Strickmaschine stricke, werden zwei, drei Tage reichen. Hoffentlich.

Samstag, 1. September 2007

Und so trage ich das Capelet.


Design: Jane Sowerby nach "Weldon's Pracital Knitter"

Man kann es einfach umhängen wie ein Cape und vorne zusammenstecken, wie auf dem Modellbild zu sehen. Oder man wickelt es einmal ganz herum wie eine Stola, was mir noch besser gefällt.

Nun noch mal die genauen Angaben dazu: Gestrickt aus 150 Gramm Uruwolle "Perla Roja" von Emi. Nadelstärke 4,5 für das Cape Center, 3,5 für die Randborte. Strickzeit dreieinhalb Wochen. Die Größe entspricht genau der Angabe in der Anleitung: Durchmesser 116 cm, wobei ich wieder darauf geachtet habe, nicht bis zum Maximum zu spannen - das würde ich bei wollenen Lacetüchern gar nicht mehr machen, allenfalls bei baumwollenen. Wenn die Wolle ihre natürliche Elastizität behält, lässt sich das Tuch besser tragen und rutscht nicht so leicht.
Die Anleitung stammt aus dem sehr empfehlenswerten Buch "Victorian Lace Today". Technisch ist das Capelet einfach zu stricken, viel einfacher als der "Frost Flowers And Leaves Shawl", den ich zuvor gestrickt habe. Ich konnte beim Stricken ungehemmt der Lesewut frönen. (Gelesen habe ich "Spieltrieb" von Juli Zeh und "Menschenkind" von Toni Morrison. Letzteres empfehle ich gern weiter, ersteres nur mit Zähneknirschen.)
Die Form des offenen Kreises ist übrigens sehr praktisch. Ich habe bisher kein kreisrundes Lace-Tuch gestrickt, weil ich nicht so recht weiß, wie man diese Form vernünftig tragen soll - obwohl die runde Form einiges für sich hat: Man könnte jedes beliebige Kunststrickmuster für Tischdecken verwenden! Ich habe da insbesondere ein kleines feines kreisrundes Tuch mit Blattmuster von Meister Eugen Beugler ins Auge gefasst, das ich nun ebenfalls als offenen Kreis nachstricken werde; oder jedenfalls ausprobieren. Hier liegt noch Uruwolle in der Farbe Huertas - laubgrün mit gelben Flecken -, die schon lange verstrickt werden möchte.
Aber zuerst mache ich mich nun mal hinter mein Selbstgesponnenes. Mittlerweile sind zwei Mustersätze gestrickt und ich versöhne mich langsam mit dem Material. Wenn es noch etwas gewachsen ist, zeige ich wieder ein Bild.

Freitag, 31. August 2007

Victorian Capelet liegt in den letzten Zügen!



Das Capelet aus "Victorian Lace Today" ist fertig gestrickt, die Randborte beendet, und wider Erwarten ist alles aufgegangen wie beschrieben. Ich hatte eigentlich erwartet, an den Ecken noch etwas "schummeln" zu müssen, ganz genau passt es ja eigentlich nie (bei mir jedenfalls). Aber dieses Mal hat alles gestimmt.
Das Aufnadeln war keine Kleinigkeit, denn das Capelet entspricht einem offenen Kreis mit etwas überlappenden Kanten. Das richtig übereinander zu bringen, war noch mal eine Geduldsprobe.
Das Muster ist übrigens sehr einfach zu stricken. Ich bin vergleichsweise schnell fertig geworden: Die Strickzeit betrug nur drei Wochen! Allerdings war die Fertigstellung der Randborte eine richtige Plackerei. Der Außenrand eines Kreises ist nun mal verdammt l-a-n-g. Wer will, kann's berechnen, der Durchmesser beträgt ca. 115 cm. Da war doch was mit Pi ...?

Ich bin gespannt, wie das Capelet getragen aussehen wird! Auf jeden Fall ist es, wie alles aus Uruwolle, herrlich warm und weich auf der Haut.

Genaueres zu Design und Verbrauch folgt am Wochenende!

Bilder Upload

Donnerstag, 30. August 2007

Tannhäuser, selfmade



Das ist der Anfang eines Spitzenschals aus meinem selbstgesponnenen Uru-Roving, Farbe Magnolia. Um die 85 Gramm habe ich versponnen, und der Faden ist, wie schon erwähnt, sehr fein geworden - über 800 Meter, auf 100 Gramm umgerechnet über 900 Meter.
Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Der Faden ist zu fein und zu fest. Ich muss unbedingt lernen, nicht ganz so dünn zu spinnen und gleichmäßiger auszuziehen.
Aber das Wichtigste habe ich erreicht: ein verstrickbares Singlegarn. Der Faden reißt nicht. Ich glaube, ich könnte ihn sogar auf der Maschine verstricken, aber das traue ich mich noch nicht. Das Muster ist ein Entwurf von Eugen Beugler, eine Abwandlung des Pfauenschweifmusters. Er nennt es "ostrich plume", Straußenfeder. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das der Name einer Aster.
Hm, warum fällt mir da sofort Gottfried Benns Kleine Aster ein? Ich könnte den Schal galgenhumorig "Gottfried" nennen, aber nun bleibt es bei "Tannhäuser"!
Ich will den Faden nicht schlechtmachen ... muss halt lernen und üben; immerhin ist es ein Faden, reißt nicht und drillert auch nicht.
Ruhe sanft, kleine Aster!

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