Sonntag, 18. November 2012

Der Salon-Hase

Zwischen zwei Paar Handschuhen habe ich wieder mal ein Tierchen zum Leben erweckt. Die Grundform ist das Fuzzy Mitten Lamb von Barbara Prime (die Anleitung gibt es umsonst bei Ravelry; einen herzlichen Dank an die Designerin). Mit ein paar kleinen Änderungen ist aus dem Lamm ein Hase geworden.



Schlappohren musste er haben, weil er eine Weihnachtsmütze tragen soll. Die Mütze ist nicht unproblematisch - sie rutscht gern vom Kopf, wenn man sie nicht richtig weit herunterzieht. Dabei passt sie optimal. Es liegt daran, dass der Hase leider keinen Mützenkopf hat.


Design: Barbara Prime



Noch zur Anleitung: Ich weiß nicht, ob alle Designs von Barbara Prime (die auf gestrickte Tierchen spezialisiert ist) eine Naht vorsehen. Bei dem "fuzzy lamb" sollen jedenfalls all die kleinen Teile mit einer Naht geschlossen werden. Ich finde das ziemlich unpraktisch; bei der von mir verwendeten Wolle - es ist Regia softy, doppelt verstrickt mit Nadel Nr. 3,5 - ist es fast unmöglich, da die Wolle fusselig aussieht und die Maschen kaum zu erkennen sind. Ich habe also alle Teile rundgestrickt. Vielleicht wäre mancher Strickerin das Hantieren mit einem Nadelspiel, auf dem 2 Maschen pro Nadel liegen, zu fummelig; ich finde die Näherei solcher Kleinteile fummeliger. Allerdings bin ich vom Kunststricken her an das Prinzip "wenige Maschen auf vielen Nadeln" gewöhnt.


Der Hase ist ohne Mütze genau 20 cm hoch und beweglich. Er soll für die Zeit nach Weihnachten noch eine blaue Strickjacke bekommen, denn er ist als Maskottchen für das Autorenforum Blauer Salon gedacht. Die Salonisten werden ihm hoffentlich einen netten Namen geben.
Es wird mir nicht leicht fallen, ihn auf die Reise zum Salon zu schicken. Aber wie heißt es so schön: Gib ihm erst Wurzeln, dann gib ihm Flügel ...

Dienstag, 6. November 2012

13 aus 13

Hurra, wir haben eine neue und sehr vielversprechende Ravelry-Gruppe, die (jedenfalls was mich betrifft) die Strickprojekte des ganzen kommenden Jahres unter einen Projekthut bringen wird: die Gruppe 13 aus 13! Dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass wohl jede Ravelerin (bei Ravelry fliegen die Viren bekanntlich extrem tief) Unmengen von Anleitungen gekauft hat. Man sieht etwas, was einem gefällt, nimmt sich das Buch oder Heft mit (besonders bei Strickbüchern weckt auch die schöne Aufmachung oft den Sammlergeist), aber noch ehe das neue Projekt angeschlagen ist, läuft einem das nächste Buch oder Heft über den Weg ... Dazu kommen noch die unzähligen kostenlosen Anleitungen in der Ravelry-Datenbank. Da verstauben viele schöne Anleitungen ungenutzt im Regal.

Deshalb nun diese neue Gruppe. Wir werden (jedenfalls ich werde) im kommenden Jahr 13 Teile, ob gestrickt oder gehäkelt, aus den vorhandenen Druckwerken im Regal nacharbeiten, sei es Buch oder Handarbeitsheft. Und 13 verschiedene Druckwerke sollen es sein. Ebooks zählen auch, wenn sie mehr als drei Anleitungen enthalten - vielleicht gehe ich nun endlich mal ans Swingstricken; das Ebook, das über 20 Euro gekostet hat und sehr schöne Sachen bietet, liegt seit über einem Jahr auf meinem Reader herum!

Hier mal meine vorläufige Liste, die sicher noch geändert werden wird.

Mein erstes Projekt ist ein Paar Fäustlinge mit Zopfmuster aus diesem Buch.


"Burda Stricklehrbuch" von Martha Blumrich

Diese Fäustlinge existieren im Prinzip bereits; meine jüngere Tochter hat sie vor zwei oder drei Jahren aus Regia softy gestrickt, aber leider einen davon verloren, und der andere ist auch nicht mehr schön. Eigentlich sollte man für Fäustlinge besser überhaupt keine weiße Wolle nehmen ... aber sie mag die Wolle so gerne. Und weil sie kaum Zeit zum Stricken hat, habe ich ihr die Aufgabe abgenommen. Die Handschuhe sind das erste Projekt für 13 aus 13 und das Buch darf nunmehr in meiner Liste nicht mehr vorkommen (aber außerhalb der 13 aus 13-Gruppe darf ich es natürlich noch benutzen :o)).

Damit ist die Handschuhstrickzeit eingeläutet und fällig sind weitere Handschuhe für die Lebensgefährtin meines Bruders, evtl. für meine Schwägerin und auch für meine große Tochter, wenn ich es schaffe. Damit habe ich zwei weitere Projekte für 13 aus 13 abgedeckt mit diesen beiden Büchern:


"Knitting New Mittens Anf Gloves" von Robin Melanson
"Ajour, Lace ... und ganz viele Perlen" von Christine Nöller


Mittlerweile habe ich genügend Wolle gesponnen, um den Zig Zag Cowl aus diesem Buch nachzustricken:


"Cowl Girls" von Cathy Carron

Natürlich werden auch Oberbekleidungsteile dabei sein. Geplant ist ein Design nach Marianne Isager aus geribbelter Wolle - ich habe dafür einen alten Sommerpulli aus wunderschönem Baumwoll-Leinengarn mit eingesponnenen bunten Noppen aufgeribbelt, denn das Garn ist definitiv zu schade zum Wegwerfen, auch wenn der Pulli selbst mir nicht mehr gefällt.
Weiterhin habe ich noch zwei Wollmeisen gebunkert; ein Knäuel Lacewolle, das für einen Spitzenpulli ausreicht (ich werde KEIN Tuch daraus stricken!) und 600 Gramm Farbverlaufsgarne, hauptsächlich in Türkis, für eine Jacke oder lange Weste. Das Muster für letztere werde ich diesem sehr schönen Buch entnehmen:


"Swing Swagger Drape" von Jane Slicer-Smith

Weiter will ich noch gar nicht planen; aber jedenfalls sind noch zwei Projekte aus handgesponnener Wolle in der Liste, eines mit verkürzten Reihen (Swingstricken!) und eines aus "The Knitter". Und wenn alles so klappt, wie ich es im Hinterkopf habe, dann brauche ich im nächsten Jahr kein einziges Knäuel Wolle zu kaufen und kein einziges neues Strickbuch oder -heft.

Lacht da jemand? Gerade vorgestern sind wieder zwei neue Bücher auf der Amazon-Wunschliste gelandet. Aber egal. Ein wenig Platz ist ja noch in der Liste ...

Freitag, 5. Oktober 2012

Dumm gelaufen ...

Wenn ich Zeit und Geduld habe, wieder mal eine lange Lochkarte zu stechen, dann steht das nächste Projekt nach Iris Bishop an. Diesmal soll es ein Muster mit Blumen werden - für meine größe Tochter. Der erste Probedurchlauf mit drei Farben (eine dunkle Hintergrundfarbe, zwei alternierende Farbverläufe für die Motive) gefiel uns nicht, der zweite Versuch mit dunkelblauer Sockenwolle für den Hintergrund und Zauberball als Schmuckfarbe dagegen kommt schön heraus:



Kurz nach dem Armabnahmen fiel mir das Ganze von der Maschine - das kommt immer mal vor, in Panik gerate ich da schon lange nicht mehr. Maschen fangen und bei der Gelegenheit gleich schon mal aufspannen und nassmachen. Sieht schön aus. (Das Foto ist leider nicht besonders gut.)

Während das Strickteil trocknet, wollte ich schon mal den zweiten Zauberball paraffinieren und spulen - aber wo finde ich den? ich war sicher, dass ich zwei habe. Ich durchpflügte die Schränke im Strickzimmer - nichts. Aber ich war ganz sicher, ich hatte zwei gekauft! Grübelnd tigerte ich durchs Wohnzimmer - da fiel mein Blick auf das Wohnzimmersofa:



Ja Mist! Das ist ein Baktus, den die eine meiner Töchter als Geschenk für die andere gestrickt hat. Und, zu meinem Unglück, das ist der zweite Zauberball. Ein Rundumtelefonat bei den Wollshops hier in der Gegend (viele sind's ohnehin nicht) blieb ohne Erfolg, von denen führt keiner Zauberball. Also musste ich die Wolle bestellen und hoffe, sie kommt wenigstens schnell ins Haus, damit ich weiterstricken kann.

Und inzwischen kann ich schon mal die zweite Karte lochen ... Hier fehlt ein Augenroll-Smiley!

Donnerstag, 23. August 2012

Doch noch was ...

Das wunderschöne Design von Fadenstille steht unter dem Namen "Lavinia" umsonst zur Verfügung. Ein tolles Angebot, zumal die Vorlage sehr ausgefeilt und sorgfältig geschrieben ist. Einen ganz herzlichen Dank an Fadenstille dafür!

Ich habe die Größe L gestrickt und nachher festgestellt, dass es ruhig eine Nummer kleiner hätte sein dürfen. Deshalb habe ich im Rumpfteil dann nicht mehr so viele Zunahmen gemacht wie vorgesehen. Eigentlich sollte die Tunika eine ausgeprägte A-Form haben. Bei mir hängt sie mehr oder weniger gerade runter, nur der Lochmusterrand an der Saumkante geht ein wenig auseinander. Für mich ist diese Form sehr günstig, obwohl ich mir wünsche, ich hätte das Teil etwas kürzer gemacht. Hoffentlich hängt sich die Wolle nicht zu sehr aus. Aber Wollmeise soll ja halbwegs formstabil sein.

Gestrickt habe ich übrigens mit Nadelstärke 3,75. Nur die Saumkante ist mit einer 3er Nadel gestrickt, damit sie sich nicht wellt oder kippt. Die Original-Lavinia sieht eine Saumrüsche vor, aber das ist nicht mein Fall. Das ganze Teil ist 230 Gramm schwer.


Design: Fadenstille

Während des Strickens habe ich schon darüber nachgedacht, das Design noch ein zweites Mal zu stricken, und zwar aus der Bambus-Seiden-Baumwollmischung, die ich hier liegen habe. Aber ich glaube, das lasse ich vorläufig doch. Die Wolle ist noch dünner als die Wollmeise und durch den Seidenanteil steht mir wohl wieder ein Längenwachstum ohne Ende bevor. Zumindest muss das noch mal gründlich durchdacht werden. Inzwischen stricke ich etwas anderes an, was ich dann im Herbst tragen kann.

Nochmal die Lavinia von hinten:



Wie man sieht, ist es praktisch ein Kleid. Aber ich mag sowas ganz gern, nur noch länger sollte es nicht werden!!! Und in die Breite ziehen ist auch keine Lösung, denn Weite hat das Ding schon genug. Mal sehen, wie es sich im Dauereinsatz bewährt, evtl. muss ich von unten her noch mal ribbeln und ein paar Zentimeter rausnehmen.

Für Ravelry habe ich die Tunika "Jean-Christophe" genannt. Die Gründe dafür können nebenan im Weblog Schmollfisch nachgelesen werden. Ich habe während des Strickens einen ganzen 880-Seiten-Krimi gelesen, der zwar mit dem romantischen Design der Lavinia wie die Faust aufs Auge zusammengeht, aber was solls. Das Ding muss ja für Ravelry einen Namen haben!

Im Moment bin ich hochzufrieden, dass es doch noch so schön geworden ist!

Freitag, 17. August 2012

Meine Freuwolle ...

ist ein Cowl geworden.

Die Fasern dafür (Wensleydale-Kammzug) habe ich mal geschenkt bekommen, und für mich stand von Anfang an fest, dass ich daraus eine gezwirnte, dicke Wolle für einen warmen Schal o.ä. machen werde. Als mir die bunten Holzperlen in einem 1-Euro-Laden über den Weg liefen, war mir auch sofort klar, dass die mit dem Wensleydale zusammen etwas für den Hals werden wollen! Trotzdem lag das Material dann noch monatelang herum, vor allem deshalb, weil ich nicht wusste, wie ich die Perlen einspinnen sollte - die größeren passen nicht mal durch das große Einzugsloch am Delft. Mir war auch klar, dass es unpraktisch ist, Wolle mit so großen eingesponnenen Perlen stricken zu wollen. Innerhalb des Gestricks wirken die Perlen um so sperriger, je größer sie sind.

Einfachste Lösung des Problems: ein Snarl-Garn spinnen und die größeren Perlen auf die Snarls auffädeln. Das kann man gut während des Zwirnens machen, und zwar hinter dem Einzugsloch, so dass es keinen "Stau" gibt. Die Wolle habe ich ja weiter unten schon gezeigt. Hier ist sie nun verstrickt zu sehen (ganz oben links, an dem blauen Grinseherzchen, sieht man das Snarl-Prinzip gut).


Design: Cathy Carron

Die Vorlage stammt wieder mal aus dem Buch "Cowlgirls", aus dem ich sicher noch das eine oder andere weitere Modell stricken werde, so schön sind die Vorlagen, und die meisten sind gerade für Spinnerinnen gut geeignet. Ich habe den Cowl an meine große Tochter abgetreten, unter der Bedingung, dass ich ihn mal ausleihen darf, wenn ich richtig übermütig bin. Mit Ü50 kann man sich ja auch anderweitig blamieren, aber zu besonderen Gelegenheiten kann ich mir schon vorstellen, das Ding auch mal selbst zu tragen.



Die heraushängenden Zöpfchen sind übrigens keine reine Verzierung. Ich habe die Anfangs- und Endfäden der einzelnen Knäuel, statt sie im Gestrick zu verwahren, zu Zöpfen geflochten und dabei weitere Perlen eingearbeitet. Cathy Carron sieht in ihrem Design, wenn ich mich richtig erinnere, eine 8 oder 9 mm-Nadel vor. Ich besitze so dicke Nadeln gar nicht und habe mit einer 6er Nadel gestrickt. Begonnen wird mit dem "Capelet" und dann abgenommen, bis 70 Maschen auf der Nadel sind, dann im "seed stitch" gerade hochgestrickt - ich habe einfach solange gestrickt, bis die Wolle zu Ende ging. Das Teil gefällt uns gut.

Dienstag, 17. Juli 2012

Verflixte Maschenprobe

Es scheint erstaunlich viele Strickerinnen zu geben, bei denen die Maschenprobe nie stimmt; es gibt sogar sehr bekannte und versierte Strickerinnen, die von sich behaupten, ihre Maschenprobe sei 54 cm breit und mindestens 40 cm hoch, was ja nur bedeuten kann, dass sie einfach drauflosstricken. Ich habe es nie so gemacht und war immer ziemlich fassungslos, dass andere damit gut zurechtzukommen scheinen. Jetzt habe ich aber den krassen Fall erlebt, dass die Maschenprobe absolut nicht gestimmt hat.


Design: Anniken Allis

Das ist die fertige Tunika Adelle aus der deutschen Ausgabe des Knitter, gestrickt aus einer herrlich leuchtend dunkellila Wollmeisenqualität, superwash sogar (ich halte das hier mal für mich selbst fest, damit ich später dran denke). Wunderschön das Teil, und es passt mir nicht, nicht hinten und nicht vorne. Es geht hier nicht um zwei Zentimeter fehlende Weite, das Teil hat statt Größe 42 ungefähr Größe 36. Ich habe falsch gemessen, falsch gerechnet oder falsch geguckt.

Egal, meine schlanke Tochter freut sich. Und ich wurde sogar über Ravelry vom UK-Team des Knitter angeschrieben; ob ich eines meiner Fotos für die Galerie der Printausgabe zur Verfügung stellen möchte. Klar bin ich einverstanden. Meine Tochter auch, nachdem sie mit schief aufgesetztem Hut eine Inkognito-Haltung eingenommen hat.

Ob die nächste Wollmeise nun was für mich ist, steht noch dahin. Ich stricke die Lavinia (zu finden bei Fadenstille) und bin gespannt, ob ich das am Ende tragen kann oder nicht. Die Wollmeise Lace ist eigentlich zu dünn für die Lavinia, aber angeblich flufft sie ja im Waschen noch auf und formstabil ist sie ja an sich auch. Auf alle Fälle hier schon mal einen herzlichen Dank an Fadenstille für das Lavinia-Design, das umsonst zur Verfügung steht.


Onkel Darwin hat's warm

... in diesem Cowl aus einer Merino-Angora-Seidenmischung. Die (selbstgesponnene) Wolle habe ich hier schon gezeigt. Der Cowl ist auch schon lange fertig, aber hier im Blog bisher anscheinend nicht zu sehen. Nun, da ist er:


Design: Cathy Carron

Ich habe ihn hier mal unserem Riesenaffen "Onkel Darwin" angezogen, bei mir hat er (der Cowl, nicht der Affe" den gleichen Sitz. Wunderbar warm und mit den eingesponnenen Locken ein echter Hingucker. Wegen der geheimnisvollen Mischung aus Blautönen habe ich den Cowl "Donnie Darko meets Frank The Rabbit" getauft - mich erinnern die Blautöne an das Donnie-Darko-Filmplakat.

Der Cowl ist übrigens schon im Dezember fertig geworden, aber aus irgendeinem Grund habe ich ihn damals hier nicht gezeigt. Die Vorlage stammt aus dem Buch "Cowl Girls", aus dem ich sicher noch einige andere Sachen nachstricken werde. Gerade für selbstgesponnene Garne, gern auch für kreative ArtYarns, bietet dieses Buch sehr schöne Designs. Meine Freuwolle aus dem letzten Beitrag verwandelt sich auch gerade in ein Cowl aus diesem Buch. Bei den derzeitigen Temperaturen braucht man ja durchaus was Warmes am Hals, seufz.

Montag, 25. Juni 2012

Fröhliche Gesichter ...

... sieht man derzeit bei mir zu Hause nicht oft. Wir haben Krisenstimmung seit Wochen ... davon ein andermal vielleicht mehr. Jedenfalls brauchte ich was zur Aufmunterung und habe etwas Lustiges gesponnen:



Das ist Wensleydale, die ich mal zu Weihnachten bekommen habe. Dürfte schon ein paar Jahre her sein. Etwas über 200 Gramm hatte ich. Die lustigen bemalten Kinderperlen liegen hier auch schon eine Weile; ich wollte mal einen netten Cowl damit stricken. Nun ist die Wolle also in Arbeit und schon beinahe fertig, ein Drittel muss noch versponnen werden. Die Wolle ist zweifädig. Den ersten Faden habe ich auf dem Delft versponnen und dabei die kleineren Perlen gleich mit eingearbeitet. Ein Teil der Perlen ist aber so groß, dass er nicht durchs Einzugsloch ging, und so große Teile einzuspinnen ist auch gar nicht so sinnvoll, da sie im Gestrick nachher nur sperren. Ich habe also einen zweiten Faden dazugesponnen und beim Zwirnen kleine "snarls" stehenlassen, auf die ich die großen Perlen aufgezogen habe, so dass sie im fertigen Gestrick nachher herausbaumeln.

Hier noch ein Detail. Die grüne Herzperle ist zum Beispiel auf einen "snarl" gefädelt. Man kann es bei genauem Hinschauen erkennen. Und ist die Zwirnung nicht gut gelungen? So langsam komme ich vielleicht doch noch dahinter, wie man vernünftig zwirnt.



Ich habe bisher 125 m von der Wolle und hoffe, dass es für eine Vorlage aus dem Buch "Cowl Girls" reichen wird, die ich mir schon ausgeguckt habe. EIn wenig Garn kommt ja noch dazu. Die Wolle ist richtig schön dick. Ich werde die 7er-Nadel herauskramen müssen.


Diese hier ist dünner und hat Jackenqualität:



100 % Bluefaced Leicester und doch ganz unterschiedliche Komponenten: Ein mit Blauholz gefärbter Kammzug aus dem Nikolaus-Sockenswap von letzten Jahr ergab den einen Faden; ein gekaufter, ebenfalls handgefärbter Kammzug von MelinoLiesl den zweiten. Ich habe genau 400 Gramm und möchte mir evtl. davon eine Ogee-Tunika stricken (ein Design von Norah Gaughan). Mal sehen, wie die Maschenprobe ausfällt; jedenfalls werde ich diesmal eher fest stricken, weil viele meiner Sachen aus selbstgesponnener Wolle so pillen - das soll mir jetzt nicht passieren. Die Wolle hat eine strickfreundliche Lauflänge von ca. 300 m auf 100 Gramm, das wäre theoretisch sogar noch maschinenstrickbar, aber die Ogee-Vorlage eignet sich nicht zum Maschinenstricken, glaube ich. Da muss ich mich noch mal hineinvertiefen.

Der Wollmeisen-Lacepulli ist heute abend fertig geworden und muss nur noch zusammengenäht werden. Im Gegensatz zu mancher anderen Strickerin (hä, hä) bin ich mit dem Konfektionieren recht flott. Das gute Stück ist sicher schon in den nächsten Tagen vorzeigbar. Bin gespannt, wie es mir steht. Bei dem bescheidenen Wetter ist ein leichter Wollpulli ja noch durchaus angebracht.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Wollmeisenfreude

Auf der Suche nach einer Pullivorlage für Lacegarn bin ich an dem Modell Adele von Anniken Allis hängen geblieben, die letzten Juli in der deutschen Ausgabe des "Knitter" abgebildet war. Es ist eine Tunika im Spitzenmuster, wie immer im "Knitter" sehr genau beschrieben und mit Detailfotos und Schnittzeichnung versehen. Mein ursprünglicher Plan war, das Teil auf der Maschine zu stricken, aber wider Erwarten hat das überhaupt nicht geklappt: Ich hatte mehrmals Fehler, die sich unaufhaltsam nach unten fortgepflanzt haben, so dass ich das Gestrick von der Maschine nehmen und von Hand nachbessern musste, was eine doofe Arbeit ist. Bis man alle Maschen runter und nach Ausbesserung wieder auf den Nadeln hat, wäre man von Hand auf dem Sofa schon halb fertig. Und so stricke ich schließlich doch von Hand.



Das ist ein Teil des Rückenteils, das inzwischen fertig ist. Heute habe ich festgestellt, dass ich zu lang gespannt habe. Das fertige Teil reicht mir fast bis zu den Knien. Aber das ist kein Problem, nach der nächsten "Befeuchtung" habe ich ja Neustart, was die Form angeht, und werde einfach etwas weniger stramm in die Länge ziehen.

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