Samstag, 22. Dezember 2007

Spinnkrimi - oder: Wie ich beinahe meinen halben Schal ermordete



Nein, der ist noch lange nicht fertig. Und eigentlich müsste er nicht Papillon, sondern "Vierhornschal" heißen, weil ich mich mal wieder als ausgewachsenes Schaf erwiesen habe.
Die Vorlage stammt aus "Victorian Lace Today" und heißt "Diamond center pattern". Nach einigen Maschenproben habe ich meinen Schal mit etwas mehr Mustersätzen in der Breite angelegt. Er ist ca. 55 cm breit; ich stricke auf der Maschine Brother KH 820 mit Maschenweite 10. Das Muster hätte man auch gut mit Lochkarte stricken können (wenn ich wüsste, wie man eine Karte zum Lochmusterstricken erstellt), aber den Lochmusterschlitten wollte ich dem zarten Garn nicht zumuten. Ich bin dankbar genug, wenn auf der Maschine nichts reißt, da der Faden durch Gewichte etc. immer unter Spannung steht.
Nun hatte ich die erste Hälfte meines Garns verstrickt, ca. 100 Gramm, das Ergebnis von der Maschine genommen und aufgenadelt - ein Meter lang war es schon. Prima. Ich machte mich wieder hinters Spinnrad und verspann an zwei Abenden den zweiten Kammzug. (Früher brauchte ich dafür viel länger - aber mit dem langen Einzug und dem neuen Minstrel habe ich das Tempo erheblich steigern können.)
Als ich das Garn haspelte oder vielmehr auf mein Backbrett wickelte, hätte ich vor Frust und Ärger fast in den Tisch gebissen. Auf 390 Meter Lauflänge kam ich - kein Vergleich mit dem bisher Gesponnenen, das auf 500 Meter kam. Komisch, dass der Faden trotzdem genauso aussah wie der aus der ersten Partie ...
Gott sei Dank hatte ich an dem betreffenden Abend (letzten Samstag) Lesung mit meiner Literaturwerkstatt und kam nicht zum Nachdenken. Sonst hätte ich vor lauter Ärger am Ende irreparablen Schaden angerichtet. Immerhin hatte ich mich am Sonntag soweit beruhigt, dass ich das Garn auf die Maschine nahm. Es war tatsächlich kein Unterschied zu sehen ... warum nur?
Zwischendurch begann ich, einen Rest lila Kammzug für die Randborte zu spinnen. Und während ich da so an der behaglich schnurrenden Zerlina saß, ging mir ein ganzer Kronleuchter auf. Ich Riesenross hatte zur Ermittlung der Lauflänge ganz naiv die Anzahl der Wicklungen um mein Backbrett gezählt. Aber das Backbrett misst ja rundherum nicht einen Meter, sondern 130 cm. Mit meinen 390 Wicklungen kam ich genau auf 507 Meter - exactement die gleiche Lauflänge wie in der ersten Partie.

Spinnen kann ich also halbwegs. Aber denken offenbar nicht. Und ich schlug mir derart vor die Stirn, dass ich vier Hörner davontrug und locker als Jakobschaf durchgehe.
Und für die Lesung am Samstagabend danke ich dem Schicksal extra. Denn wäre ich zu Hause geblieben, hätte ich am Ende vor lauter Frust die erste Schalhälfte von der Maschine gerissen und geribbelt.
Ich stricke jetzt flott weiter. Am schönsten wäre es, wenn ich dieses Wochenende mit dem Korpus des Schals fertig würde. Dann könnte ich über die Feiertage gemütlich die Randborte anstricken. Da die Randborte aus Krausreihen besteht, stricke ich sie von Hand.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Der unmögliche Strickschal

Mein Möbiusschal ist fertig geworden. Das selbstgesponnene Garn, 2fach gezwirnt aus braunem Alpaka und weißen Blue Faced Leicester, Lauflänge 330 Meter, ist beinahe komplett aufgebraucht.
Gestrickt habe ich mit Nadelstärke 4 und insgesamt 380 Maschen - 190 angeschlagen und weitere 190 unter dem Anschlag herausgestrickt. (Ich habe das schon mal hier erklärt und auf Kerstins sehr informative Anleitung verwiesen.)



Schwierig war für mich, die Länge auszurechnen. Wie lang darf und soll ein Möbis eigentlich sein? In einem der Stricktagebücher im Stricknetz - ich glaube, es war das von Michaela - habe ich mal einen Möbius gesehen, der zweimal um den Körper gewickelt war, einmal um Schultern und Brust, dann vorne verkreuzt und noch einmal hinten um die Taille gelegt. Wie ein Seelenwärmerchen. Das sah (jedenfalls von vorne) toll aus. Wenn man die Figur dazu hat. Für mich ist's wohl eher nicht das Richtige ...
Also dachte ich mir einen Schal, der gerade so lang ist, dass ich ihn cape-artig über die Schultern hinunterziehen kann, ohne dass er dann vorne noch lang herunterbaumelt.
Leider ist dann genau das herausgekommen. Entweder hing er vorne oder er hing hinten. Aber ich habe auch extrem locker abgekettet. Dazu habe ich übrigens eine Abkettmethode benutzt, die ich aus der Anleitung zum Icarus-Shawl gelernt habe: Zwei Maschen links stricken, auf die linke Nadel zurücklegen, links zusammenstricken. Die nächste Masche links stricken, wieder beide Maschen (die neue und die vorige) auf die linke Nadel zurück, links zusammenstricken und so weiter.
Das ergibt einen schön elastischen Rand, aber bei mir war er nachher zu locker und der ganze Möbius zu lang. Der ehrenwerte Mr. Ribbel schaute herein - mit anderen Worten, ich musste die Abkettreihe komplett aufmachen.
Heute vormittag habe ich nun neu abgekettet und jetzt stimmt es. Der Schal ist lang genug, um auch als Taschenschal bzw. Muffschal zum Händewärmen zu dienen.



Das war wieder mal ein Projekt zum Lesen während des Strickens. Ich habe Donna Tartts zweiten Roman "Der kleine Freund" gelesen - bin eine der wenigen, die das Buch wirklich ausgelesen haben, wenn man den Amazon-Kritiken Glauben schenken mag, und der Schluss hat mich für die Längen in der Mitte entschädigt. Erschütternd, bizarr ... ich habe ein paar Tage gebraucht, wieder daraus "aufzutauchen".
Danach habe ich zur Erholung Sabine Thieslers Zweitling "Hexenkind" gelesen und war erstaunt, wie platt und uninspiriert dieses Buch, verglichen mit Donna Tartt, daherkommt. Dabei sind Sabine Thieslers Krimis wirklich nicht schlecht, wenn auch "Hexenkind" nach meinem Gefühl wesentlich weniger interessant und bildhaft geschrieben ist als der Erstling "Der Kindersammler".
Das zur Stricklektüre. Und nun kehre ich wieder an die Strickmaschine zurück. Da habe ich nämlich ein ganz besonderes Bonbon drauf. Ich freue mich schon ...

Dienstag, 4. Dezember 2007

Der fertige Faden

... ist nicht ganz so fein geworden, wie ich mir das gewünscht hätte. 500 Meter Lauflänge auf 100 Gramm - das wird für das Projekt, das ich mir vorgestellt habe (den Sampler Shawl aus "Victorian Lace Today", Seite 60) nicht reichen. Eine Alternative wäre das "diamond pattern" auf Seite 20. Aber ich spinne erst mal die zweite Etappe und sehe dann weiter. Immerhin habe ich mich auch bei Ravelry beworben, bin mittlerweile in rasendem Tempo von Platz 9674 oder so auf Platz 2960 vorgerückt, und da soll es ja auch schöne Vorlagen geben ...



Der fusslige Garnabschnitt in der Mitte des Strangs ist übrigens nicht Faden, sondern das zusammengebundene Endstück - also keine Angst, der Faden reißt nicht. Er sieht wirklich stabil aus.

Drei Spulen ...

... gehören serienmäßig wohl zu jedem modernen Spinnrad und genügten mir bisher auch so halbwegs auf meinem Delft. (Mehr kriege ich auch nicht, denn die schweren Delft-Spulen dürften teuer werden!)
Zum Ausgleich habe ich mir von den kleinen Minstrel-Spulen gleich ein paar zusätzlich mitgenommen. Und schon geht es los mit den Baustellen ...
Ich habe eine Pause von der Seide genommen und dies hier gesponnen:



Kammzug aus Blue Faced Leicester von der Färbekünstlerin meines Vertrauens, Emi natürlich! (Die Kammzüge sind hier zu sehen.) Die Faser läuft wie von selbst ins Rad - ratzfatz ist die Spule voll. Leider ist der Faden nicht so fein geworden, wie ich mir das gewünscht hätte. Da ich ihn einfädig verstricken will - zu einem Lacetuch natürlich, was anderes ist bei dieser dominierenden Farbstellung ja undenkbar -, habe ich mich bemüht, ein bisserl dicker zu spinnen, und des Guten zuviel getan. Beim Abhaspeln ergab sich eine Lauflänge von 500 Meter pro 100 Gramm. Also wohl schon kein "lace" mehr, sondern eher "fingering". Oder irgendwas dazwischen.
Wie auch immer, die Verwendung findet sich. Es wird ein längliches Tuch werden, wahrscheinlich in der Art eines Samplers.

100 Gramm habe ich gesponnen, ungefähr ebenso viel liegt noch da, und dann habe ich noch ein Stück Kammzug in einheitlichem Lila, das sich farblich perfekt anpasst. Auch von Emi, aus einem ihrer "gemischten Spinnpäckchen". Das werde ich noch dazuspinnen, falls ich eine Randborte für das Tuch brauche.

Und nun noch ein besonderes Bonbon, an das ich mich wohl nur heranwagen werde, wenn ich allen Mut zusammengenommen habe.



Das hat mir eine liebe Spinnfreundin "einfach so" geschickt. Ich will den Namen nicht nennen, weil ich nicht weiß, ob es ihr recht wäre, aber falls sie hier hereinschaut: noch mal ein ganz, ganz dickes Dankeschön. Die Faser ist Angora und Merino in einer so herrlichen eisblauen Farbskala, dass mir die Augen übergehen.

Spinnerinnen müssen ganz besondere Menschen sein - das dachte ich schon oft. Wenn ich fleißig weiter spinne, werde ich vielleicht irgendwann auch ein wenig so.

Donnerstag, 22. November 2007

Was Edles zum Spinnen

Ulrike habe ich über das bekannte Online-Auktionshaus kennen gelernt, dort heißt sie "galadriel2006" und bietet u.a. schöne Kammzüge aus edlem Material an. Auch mit guten Tipps zum Spinnen hat sie mir sehr nett geholfen (dies ist eine Werbung! ;-)) Von Ulrike stammt die Mischung aus Seide und Merino, handgefärbt.



Die Kammzüge liegen schon eine Weile hier, mit dem Delft habe ich die lange Faser nicht recht gemeistert. Das Spinnen ging schon, ich habe auch mal eine Maschenprobe gestrickt, aber so richtig Spaß machte es nicht. Mit der Zerlina geht es jetzt um einiges besser. Ich hoffe, es gibt ein einfädig verstrickbares Lacegarn und reicht für ein schönes Tuch. Ich hab ja noch gar kein Tuch ... noch gaaaar kein Tuch ... nicht wahr ...
Die Farben auf dem Bild unten erscheinen nicht ganz korrekt, das Garn ist nicht rosa, sondern gebrochen bräunlichrot. Auf dem oberen Bild kommen die Farben richtiger heraus (obwohl ich die Bilder am gleichen Fenster mit der gleichen Kamera gleich hintereinander gemacht habe, grummel ...).




Vor-weihnachtliches Geschenk

Meine 17jährige Tochter, die sich immer Neues ausdenkt, womit sie mir eine Freude machen kann, hat mir ein paar süße warme Stulpen gestrickt. Das Garn - schwarz mit einem leichten Glitzereffekt - war in einem Geschenkpaket einer Forenbekannten. Übrigens ist dies bereits das dritte Paar Stulpen, die meine Kleine aus diesem Garn gestrickt hat. Das erste trägt sie selbst und das zweite ihre Freundin. Und alle Stulpenpaare haben Bündchen aus Fransengarn.
Mir sind diese Dinger sehr willkommen, weil an meiner derzeitigen Lieblingsjacke - einer edlen schwarzen Longjacke mit Pelzkragen, die ich von meiner Mutter geerbt habe - die Ärmel ein wenig zu kurz sind bzw. schnittbedingt hochrutschen. Die Jacke ist aus den 60ern, da hat man das wohl so gemacht. Ich erinnere mich, dass auch meiner Mutter die Ärmel immer ein wenig zu kurz waren.

Dienstag, 20. November 2007

Hirnverzwirner

Das Erstlingswerk meiner neuen Zerlina (Kromski Minstrel) ist dieses Garn hier, das aus Blue Faced Leicester und braunem Alpaka gezwirnt ist. Lauflänge 330 Meter auf 100 Gramm. 140 Gramm habe ich. Das Garn ist sehr weich und fluffig.



Ich stricke auch schon. Mit Nadelstärke 4 und extra langer Rundnadel. Und zwar spiralig:



Das ist oder vielmehr wird der Möbiusschal nach Kerstins Anleitung. Da habe ich mich schon ein paarmal hineinvertieft, ohne mehr zu kapieren als dass es mir offenbar an mathematischem Verständnis fehlt. Schließlich habe ich den von Möbiusstrickerinnen oft geäußerten Rat befolgt, einfach draufloszustricken, dann wird es von selbst verständlich. Ohne recht zu wissen, was ich tat, habe ich 190 Maschen angeschlagen, anleitungsgemäß den Anschlagbeginn herumgeklappt und aus der Unterseite weitere 190 Maschen herausgestrickt. Dabei wurde mir nun auch klar, worin der Kniff besteht. Das gestrickte Möbiusband wird im Prinzip genauso gefertigt wie das papierene. Man klappt ein Bandende herum und pappt es an das andere Bandende. Genauso strickt man auch. Ist die Möbiusrunde geschlossen, strickt man am oberen und am unteren Rand gleichzeitig in einer Art zusammengeklappter Acht. Das heißt, einen oberen und unteren Rand gibt es ja eigentlich nicht, da das Möbiusband nur eine durchlaufende Kante hat. Alles klar??
Auf dem Bild kann man anhand des rosafarbenen Streifens immerhin die zusammengeklappte Acht erkennen. Das rosa Garn ist ein Rest gekauftes Mohairgarn, das ich sparsam mitverwende, um ein wenig Farbe in den Schal zu bringen und um die Form zu betonen.

Das Muster besteht aus Krausreihen mit regelmäßigen Umschlägen, die in der Folgereihe fallen gelassen werden, so dass sich besonderes lockere Stellen bilden.




Und nun noch ein gelandetes Ufo. Das ist endlich das fertige grüne Wunder aus meinem aller-allerersten selbstgesponnenen Faden. Grüne Bergschafwolle gezwirnt mit dünnem Maschinenstrickgarn (Merino) von der Kone. Die bezaubernde Ungleichmäßigkeit des Fadens hat mich damals mächtig aufgeregt. Inzwischen muss ich mich mühen, derart schöne Effektwolle zu spinnen.

Man beachte die Knopfreihe! Die Jacke ist für meine große Tochter, die Grün über alles liebt, und die Knöpfe hat sie sich so ausgesucht.



Das Wunder von hinten:



Der streifige Effekt ist natürlich nicht so ganz beabsichtigt. Ich hätte mir eher einen richtigen Farbverlauf gewünscht. Aber das Garn war in der Lauflänge so ungleichmäßig, dass ich abwechselnd von mehreren Knäueln gestrickt habe. Trotzdem gefällt mir das Ergebnis gut und Tochter ist hocherfreut. Wie auch nicht - grüner geht's ja kaum!

Dienstag, 13. November 2007

Teamfähige Spinnräder

Auf der Zerlina habe ich bis jetzt eine Probe Blue Faced Leicester und eine Probe braunes Alpaka gesponnen. Beides zusammen ergibt immerhin 160 Gramm, vielleicht reicht es für eine nette Kleinigkeit. Das Zwirnen übernimmt Delfina, weil sie die größeren Spulen hat. Und so sieht die Zusammenarbeit aus, denn die kleinen Kromski-Spulen passen nicht auf die Lazy Kate am Delft, so dass ich sie bei der Zerlina aufstecken und beide Räder nebeneinander stellen muss:



Da lacht das Spinnerinnenherz bei dem schönen Anblick!
Und das ist das Ergebnis. Übrigens gar nicht so leicht, gleichmäßig zu zwirnen. Ich neige dazu, zu locker zu drehen. Das ist zwar nicht schlimm, notfalls wickle ich ein Stück wieder ab und trete noch einmal nach (am Spinnrad ist Nachtreten erlaubt!), aber lästig ist es doch, dauernd nachzukontrollieren. Na ja, kleine Unterschiede geben sich nachher beim genüsslichen Verprügeln der Wolle.



Hier noch eine Illustration des Wisp-Rechenproblems, das ich nebenan im Vorderzimmerblog besprochen habe, siehe letzter Eintrag. Der Wisp sollte eigentlich so um die 120 Zentimeter lang sein, aber dafür reicht die Seide nicht, da ich breiter angefangen habe als in der Vorlage angegeben - und obendrein mit kleinerer Nadelstärke strickte, weil mir das besser gefällt. Ich werde von den kleinen Seidenresten oben im Bild ein wenig dazuspinnen müssen. Wahrscheinlich lasse ich das Gelb weg und verwende nur Gold und Rot. Mal sehen, wie weit ich komme.

Manchmal bringe ich es fertig,

meine beiden Blogs ganz zwanglos zu verbinden. Heute zum Beispiel.

Die Küchenwaage - oder wie ich den Wisp stricke ...

Mittwoch, 7. November 2007

UFO ist gelandet ...

Mit Entsetzen sehe ich, dass mein erster Eintrag über dieses Projekt vom Juni stammt!Seitdem lag mein Uruwollpulli auf Eis. Ohne Ärmel. Die habe ich jetzt beendet und auch gleich zusammengenäht. Alles sitzt und passt. Da hängt er auf dem Bügel - ein bisschen formlos sieht er aus, aber angezogen sitzt er gut.



Der Pulli ist auf dem Feinstricker gestrickt (Brother KH 840 mit KR 830), Maschenweite 5 - Maschenprobe 32 Maschen und 38 Reihen auf 10 cm im Quadrat. Eigentlich eine sehr feinstrickerfreundliche Maschenprobe. Das Halsbündchen habe ich ebenfalls auf der Maschine gestrickt und der Abwechslung halber ein farblich passendes Fussel-Beilaufgarn dazugenommen. Ein Detail vom Muster und Halsbündchen:



180 Gramm bringt der Pulli auf die Waage - so fein und leicht ist Uruwolle. Die Farbe heißt "Loro Barranquero". Einen 100-Gramm-Strang habe ich noch übrig. Vielleicht mache ich mir passend zu dem Pulli noch eine Weste oder ein Tuch? Falls mich doch mal frieren sollte - bei dem großen Halsausschnitt.
Jedenfalls ist das nicht mein letzter Uruwoll-Pulli, bei all den schönen Farben, die Emi noch hat.

Dienstag, 6. November 2007

ZUWACHS!

Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach einem Zweitspinnrad - bekanntlich geht ja der Trend zum Dritt- und Viertspinnrad und ich hinke hoffnungslos hinterher! Delfina schaut schon ganz vereinsamt drein! Ein einzelnes Spinnrad ist Spinnradquälerei!

Nach halbherziger Suche bei dem bekannten großen Online-Auktionshaus und ein paar Spinnbekannten habe ich mich für ein Neues entschieden. Ein zweifädiges soll es sein, und ein Bockrad, weil ich Bockräder schöner finde als Ziegen, und kein Scheibenrad, weil ich die nicht so schön finde, und eigentlich überhaupt kein richtig modernes Rad, sondern eines mit hübsch gedrechselter Optik, aber nichtsdestotrotz großem Schwungrad. Und gut soll es sein; eines, das die Mehrzahl der versierten Spinnerinnen abnickt. Man kann das ja leicht klären, wenn man ein wenig mit den einschlägigen Spinnradnamen googelt.

Und es gibt sie, die eierlegende Wollmilchsau in Spinnradform. Hier ist Zerlina. Da sie aus Polen stammt, wollte ich sie eigentlich Laszlo oder Wenzel nennen, aber schon beim Anspinnen wurde klar, dass es sich um ein Mädchen handelt.



Zerlina stammt aus der Familie Kromski Minstrel. Ich bin noch dabei, mich vorsichtig mit ihr bekannt zu machen, aber Emis Blue Faced Leicester spinnt sie schon recht flott und schnurrt wie ein Kätzchen dabei. Der Faden wird superfein und gleichmäßig, und ich habe viel weniger Fadenrisse als auf der Delfina, die im Antritt immer ein wenig die Muskeln spielen lässt.



Zerlinetta, das Häschen, hat sich gleich angehängt.

Ein Dankeschön an Elke Schröder von den Barocken Spindeln, die mich eingehend und geduldig eingewiesen hat. Ihr Versprechen, dass Zerlina mit wachsender Spinnübung noch leiser werden wird, hat sich schon erfüllt. Das anfängliche Geklapper zwischen Tritten und Knechten ist inzwischen weg. Ich trete auch immer supersensibel - mit Opalsocken an den Füßen!

Delfina wird selbstverständlich nicht arbeitslos. Auf keinen Fall möchte ich ihren superleisen, starken Schwung und die schönen großen Spulen missen. Die bekommen schon beide gut zu tun!

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