Freitag, 23. Februar 2007

Alles Brause ...

Mein erster Färbeversuch mit KoolAid. Bea aus Tennessee hat mir einen ganzen Karton dieser amerikanischen Brause geschickt und den habe ich nun auch beinahe aufgebraucht, nur etwas Orange und Zitrone ist noch übrig. Die Wolle ist eine ursprünglich naturfarbene Sockenwolle von Lidl, gut abgehangen, wie man so sagt - sie liegt seit Jahren bei mir herum.




Beim Färben habe ich mich an diese Anleitung gehalten, die ich über einen Link bei Emi gefunden habe. "The key to self-striping yarn is a reallllly long hank" heißt es da. Ich habe 400 Gramm Wolle auf einen "reallllly long hank" gewickelt, indem ich zwei Stühle im Abstand von ca. fünf Metern aufstellte und mit dem Garnknäuel in der Hand umrundete: eine Gehstrecke von ca. 1900 Metern! Der lange Strang wird natürlich sehr sorgfältig abgebunden. Das KoolAid habe ich in drei alten Kaffeedosen angerührt und diese in einen großen Bratentopf mit siedendem Wasser gestellt. Den langen Strang auf die drei Töpfchen verteilt - man sieht das sehr gut in der Anleitung - und während der Färbeprozesses hin und wieder ein wenig in den Töpfchen geplanscht. Beim letzten Strang, dem orangeroten, habe ich allerdings nur wenig bewegt, um auch mal einen ungleichmäßig gefärbten Strang dabei zu haben.
Nun freue ich mich schon aufs Färben mit Ostereierfarbe - dann natürlich in Blau- und Grüntönen, die eher auf meiner Linie liegen als diese Rotpalette. Womit ich nicht sagen will, dass mir dieses Ergebnis hier nicht gefällt. Als ersten Versuch finde ich es recht gelungen. Vielleicht stricke ich am Wochenende schon mal eine Maschenprobe.

Samstag, 17. Februar 2007

So sehe ich aus, wenn ich stricke!

Meint jedenfalls meine 16jährige Tochter, die mir letztes Jahr dieses bezaubernde Strickhäschen gezeichnet hat.
Die Brille stimmt jedenfalls und vermutlich auch die Sitzhaltung (konkret: das auf dem Bauch ausgebreitete Strickzeug).

Donnerstag, 15. Februar 2007

Traurige Nachricht

Der Burda-Verlag stellt die Zeitschrift Anna ein, angeblich weil das interesse daran stark zurückgegangen ist.
Für mich verbinden sich mit der Anna viele liebe Erinnerungen, denn meine Mutter hatte sie abonniert - schon als sie noch "Spaß an Handarbeiten" hieß. Wie oft haben wir über diesen Heften die Köpfe zusammengesteckt. Nach ihrem Tod habe ich den ganzen Stapel geerbt und hüte ihn nun mit besonderer Sorgfalt.
Ich habe mir die Hefte nicht immer gekauft, aber doch hin und wieder, wenn etwas drin war, was mich interessierte. So eine Vielfalt an traditionellen Handarbeitstechniken gibt es in keiner anderen deutschen Zeitschrift. Für mich geht mit dem Tod der Anna auch ein Stück Handarbeitskultur verloren.
Ich hoffe sehr, dass uns wenigstens die Lena bleibt, wenn man sie auch im Zeitschriftenregal zwischen all den Tontöpfen, Korkis, Fensterbildern und sonstigen Dekorationsanleitungen kaum noch sieht.

Freitag, 9. Februar 2007

Ikarus fliegt!

(Aus einem frisch renovierten Arbeitsraum der Kunststation Kleinsassen)

ich bin klein
ein blau im weiß
betörtem farbgeruch /
eine welt vor der geburt
fenster atmen / noch nicht
ahnt der tisch die
schnittspuren im gebein
farbsplitter im vorgeschmack
nach öl und terpentin
ich bin ein blau und
fliege
noch
im weiß

Donnerstag, 8. Februar 2007

Ready to fly!

Endlich ist er fertig, der Icarus-Shawl! Handgestrickt diesmal und natürlich auch aus Uruwolle. Leider sieht man wieder mal die Farbe nicht richtig, ich mache morgen noch ein Bild bei Tageslicht. Es ist ein richtiges Meerblau mit Splittern von Grün.
Die Maße: die lange Seite ist ca. 2 m lang, die Höhe ca. 1m, die Länge der kurzen Seiten je 115 cm. Ein großes Stück also. Der Verbrauch liegt diesmal bei etwas über 100 Gramm Wolle.



Ich muss gestehen: Ich bin nicht sicher, ob ich dieses Stück je tragen werde. Ich habe ein paar Kleidungs- bzw. Schmuckstücke, die ich zu schön für mich finde. Gott sei Dank sind es wenige; aber diesem Shawl könnte das Schicksal bevorstehen, nur zum Vorzeigen aus dem Schrank zu kommen. Die große Stunde kommt morgen - wenn er vom Spannbrett runter darf ...

Beim Stricken habe ich diesmal viel geredet (der Shawl war zweimal mit in Konstanz), einen Krimi gelesen und die ganze "Herr der Ringe-Trilogie" geguckt. So lange hat das gedauert ...

Endgültiger Wald

Meine zweite Uruwoll-Stola ist nun fertig und auf dem neuen Bild sieht man die wunderschöne Farbstellung des handgefärbten Garns viel besser.



Ich habe genau einen 100-Gramm-Strang verbraucht. Wieder am Feinstricker, Breite 116 Maschen, Maschenweite 6, und wieder am Doppelbett und von Hand umgehängt, weil Linksmaschenreihen dazwischen sind. Mit dem neuen verstellbaren Decker bin ich nun um einiges schneller geworden.
Den Mephistowalzer wollte ich mir nicht noch mal antun und bin auf eine alte Yes-CD umgestiegen.
"I've seen all good people turn their heads each day so satisfied I'm on my way ..."
Das waren noch Zeiten!

Sonntag, 4. Februar 2007

Vorläufiger Wald

Uruwolle, die zweite. Die untere Hälfte der Stola ist auf dem Spannbrett. Leider kommt die Farbe auf dem Foto nicht heraus, ich werde die Stola noch mal bei Tageslicht fotografieren, sobald sie fertig ist. Die Wolle ist in einem wunderschönen lebendigen Nadelwaldgrün eingefärbt.
Dazu habe ich ein Muster ausgesucht, das an Blätter erinnert. Die Stola ist für eine Freundin bestimmt, die gern Waldfarben trägt (und ich hoffe, sie guckt nicht ausgerechnet jetzt gerade mein Blog an!!!).

bettina_detail

Die musikalische Untermalung zum Schnurren der Maschine kam diesmal von Franz Liszt: Mephisto-Walzer für Klavier. Da strickt es sich gleich doppelt so schnell. Und prompt ist auch eine Reihe Fehler drin - aber so weit unten, dass ich sie jetzt drin lasse. An den Fehlern erkennt man die Handarbeit. Jawoll.

Wenn ich mir die bisherigen maschinengestrickten Uruwoll-Ergebnisse so anschaue, bin ich fast schon sicher, die Wolle ist einfädig oberbekleidungstauglich.
Meine Tochter hat sich in dieses Nadelwaldgrün verliebt. Morgen stricke ich eine Probe, eine Maschenweite kleiner (das wäre 5) und in einem Zopfmuster, das ich mit ihr zusammen ausgesucht habe und das nach Stämmen und Ästen aussieht. Bald kann sie als Waldelbin gehen!

Freitag, 2. Februar 2007

Extrem fummelig ...

... solange die zweite Uruwolle noch auf der Maschine hängt, hier zwei alte Werke, die in meinem Wohnzimmer Verwendung als Staubfänger gefunden haben.

02-02-2007_16-38-52_niebling

In den Neunzigern habe ich viel Strickspitze gemacht. Meistens mit 2er-Nadeln und 30er Spitzengarn. Dies ist ein Beispiel. Der Entwurf stammt wahrscheinlich von Altmeister H. Niebling, über den in der "Anna" einige Artikel erschienen sind. Er hatte die Fähigkeit, direkt von seinem Motiv, einer Blume etwa, ins Patronenpapier zu zeichnen - ohne vorher zu stricken! Ein Beweis, dass die X-Men bereits unter uns sind. Herr Niebling muss der Wolverine des Strickens gewesen sein.

occhi

Das ist die klassische Handarbeit für höhere Töchter; angeblich deshalb früher beliebt gewesen, weil die Hände dabei so elegant aussehen. Man arbeitet mit einem Mini-Schiffchen und braucht so wenig Material, dass die ganze Handarbeit in eine Pulmoll-Dose passt.
Nachteil: Man fummelt ewig für ein Erfölglein von 15 cm Durchmesser, wie dieses süße Nichts hier. Vorteil: die Handlichkeit (Stichwort Pulmoll) und die Einfachheit der Elemente (nur Ringe und Bögen), die von Anfang an eigene Entwürfe herausfordert. Man denkt sich sein Modell während der Arbeit aus. Dieses Minideckchen ist ein Eigenentwurf.

Montag, 29. Januar 2007

Spacko-Hase

Auf vielfachen Wunsch: Mein Schlüsselanhänger-Hase.
Schon mehrfach gewaschen und daher halb blind, aber er muss ja nichts sehen, sondern nur die Schlüssel bewachen.
Das Besondere: Er ist zweiteilig designt. Wenn man ihm die Hose auszieht, geht der ganze Unterleib mit ab.

bloghasi_1 bloghasi_2

Phase 1 und 2

Wohnsitze





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