Sonntag, 12. September 2010

Der Knaller!

Nun ist es fertig, das anspruchsvollste, faszinierendste, elaborierteste Tuch, das ich bisher gestrickt habe - das Alhambratuch! Bei mir heißt es "Mantilla Morisca".


Design: Utlinde

Ein Detail vom Mittelsteg:



Die Wolle stammt, wie schon unten erwähnt, von der Zauberwiese: Eine Mischung aus Cashmere, Seide und Wolle in Lacestärke, die sehr weich und fließend fällt. Deshalb lässt sich das Tuch trotz der satten Größe (2 Meter Breite, 1 Meter Höhe des Mittelstegs, das ist viel für meine eher kleine Statur) sehr schön falten und drapieren, ohne sich am Hals zu stauen und zu verwurschteln, wie dicke Tücher es gerne tun.

Zum x-ten Male rufe ich ein herzhaftes "Danke Utlinde!" ins WWW. Das Design ist wirklich ganz ungewöhnlich, mit horizontalen Maschenverbindungen, wie ich sie noch nirgends gesehen habe. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viel Hirnschmalz in so einer Strickschrift steckt. Danke Utlinde!

Donnerstag, 9. September 2010

Heiteres Untertitelraten

Was auf die Ohren II


"Midsummer Night's Dream" von Benjamin Britten, Act II. Oberon betritt die Bühne, sieht seine schlafende Frau im Bett mit einem Esel und singt - eingeblendet wird:

>>Das geht ja ...<

Meine Tochter rät: "... gerade noch." Ich rate: "... zu weit." Tatsächlich singt er: "... sehr schön."

Der Mann ist hart im Nehmen.



ps. Möglich wäre auch (man probiere):
"... wie geschmiert."
"... voll daneben."
"... alles den Bach runter."
"... schon wieder los."

Aber "sehr schön" ist dann doch am schönsten. Passt auch am besten zu seiner Stimme.

Es poolt

Als Beweis, dass ich tatsächlich korrekt gepoolt habe, hier ein Bild von dem fertigen Schal:


Design: Gladys We

Da sieht man auch gleich das Problem. Zu breit für einen Schal, zu kurz für eine Stola, zu lang für einen Cowl. Ich trage das Ding trotzdem und nenne es mein "Pooling Scowle", so heißt es bei Ravelry.

Das Alhambratuch nähert sich ebenfalls der Vollendung. Foto von dem fertigen Teil folgt demnächst; ich bin im letzten Teil der Randborte. Es kann sich nur noch um wenige Tage handeln. Da ich im Oktober gute Aussichten habe, in Paris bei einer Lesung mitzuwirken, werde ich das feine Teil dort hoffentlich einweihen - und Schwarz dazu tragen. Stelle ich mir jedenfalls vor.

Freitag, 3. September 2010

Schafschur bei Thomas Hardy (ca. 1874)

Nachdem Bathsheba hier einen Blick hingeworfen, dort zur Vorsicht gemahnt und einen der jüngeren Arbeiter zurechtgewiesen hatte, der sein zuletzt abgefertigtes Schaf zur Herde hatte zurückgehen lassen, ohne es wieder mit ihren Initialen zu stempeln, ging sie erneut zu Gabriel, der gerade sein Frühstück beiseitelegte, um ein verängstigtes Mutterschaf zu seinem Scherplatz zu zerren, das er dann mit einer geschickten Drehung seines Armes auf den Rücken warf. Er schnitt die Kopflocken des Schafes ab und legte Hals und Nacken frei, während seine Herrin ruhig zuschaute.
"Es errötet über diese Beleidigung", sagte Bathsheba leise, als sie die leichte Röte aufkommen sah, die sich über Nacken und Schultern des Mutterschafes, dort, wie sie von den klickenden Scheren entblößt worden waren, ausbreitete - ein Erröten, um dessen Zartheit es so manche Salondame beneidet hätte und das jeder Frau auf Erden wegen seiner Promptheit zur Ehre gereicht hätte.
Die Seele des armen Gabriel erhielt Nahrung, da er den Luxus genoß, sie neben sich zu haben, während ihre Augen seine geschickt geführte Schere kritisch verfolgten, die scheinbar jedesmal, wenn er an die Haut kam, ein Stück Fleisch mitnahm und es doch nicht tat. (...) Erfüllt von dieser milden Seligkeit, fuhr er in seiner Arbeit fort und fuhr mit der Schere allmählich Strich für Strich um die Wamme, dann über Flanke und Rücken und zuletzt über den Schwanz.
"Gut gemacht - und so schnell!" sagte Bathsheba und sah beim Klicken des letzten Schnittes auf die Uhr.
"Wie lange, Miss?" fragte Gabriel und wischte sich die Stirn.


Naaa? Mitraten? Vier Minuten? Fünf Minuten? (Bei Youtube kann man Wettscheren-Wettbewerbe sehen, bei denen die Schur in weniger als zwei Minuten stattfindet.)

"Dreiundzwanzig und eine halbe Minute, sei sie ihm die erste Locke von der Stirn geschnitten haben. Es ist das allererste Mal, dass ich gesehen habe, wie ein Schaf in weniger als einer halben Stunde geschoren wurde."

So steht es bei Thomas Hardy, in "Fern vom Treiben der Menge", erstmals erschienen 1874. Lange vor der Erfindung der Elektroschere. Heute haben es Schaf und Scherer scheint's etwas leichter, jedenfalls sind sie schneller fertig. Aber wer etwas über Schafhaltung im ländlichen England dieser Epoche erfahren will, kann es mit diesem Roman auf unterhaltsame Art tun. (Wer danach noch nicht genug hat und mit Milchwirtschaft weitermachen will, greife zu "Tess von d'Urbervilles".)

Und so geht es zu Ende:
Keuchend springt das schmucklose Muttertier fort über das Brett zwischen die nackte Herde draußen. Und dann kommt Maryann, wirft die losen Locken in die Mitte der geschorenen Wolle, rollt alles zusammen und trägt es auf das Schlachtfeld als drei Pfund unverfälschte Wärme, deren sich im Winter Menschen, unbekannt und fern von hier, erfreuen, die jedoch niemals das höchste Behagen, das man aus der Wolle gewinnen kann, erfahren werden, wie man es hier kennt, da sie noch neu und rein ist und ihre natürliche Öligkeit im lebenden Zustand noch nicht ausgetrocknet und sie nicht steif und ausgewaschen ist - was sie gerade jetzt allem sonstigen Wollenen überlegen macht, so wie Sahne wäßriger Milch überlegen ist.

Ob Thomas Hardy sich jemals selbst hingestellt und Rohwolle gesponnen hat? Übermäßig romantische Darstellung will ich ihm jedoch nicht ankreiden. Der Roman beginnt damit, dass der hoffnungsvolle junge Schäfer Gabriel zweihundert Schafe auf einmal einbüßt, weil ein übereifriger junger Hund sie durch einen Zaun in einen Abgrund treibt. Der Hund wird noch am gleichen Tage erschossen. Ein weiterer Fall des unglücklichen Schicksals, das so oft Hunde und andere Philosophen ereilt, die einen Gedankengang bis zu seinem logischen Ende verfolgen und ein vollkommen konsequentes Verhalten in einer Welt wagen, die in so hohem Maße aus Kompromissen besteht.

Mag auch die Elektroschere die Dauer des Scherens von dreiundzwanzigeinhalb auf zwei Minuten verkürzt haben - im Prinzip bleibt unsere Welt anscheinend immer gleich.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Zauberwolle!

Besondere Kundenfreundlichkeit verdient besondere Erwähnung! Ich bin super zufrieden mit dem Service von der Zauberwiese. Da ich nämlich absolut keine passende Wolle gefunden habe, um das Alhambratuch bei Ravelry mitzustricken, habe ich zwei Abende lang vergebens nach dem richtigen Material herumgesurft und bin schließlich bei einer besonders edlen Alpaca-Seide-Kaschmirmischung von der Zauberwiese hängen geblieben. Da die Wolle nicht mehr in ausreichender Menge am Lager war, hat Alexandra mir (nach sehr nettem Mailaustausch) eine Sonderfärbung gemacht. Ich habe ein liebevoll gepacktes Päckchen bekommen, sogar ein Tee-Extra war dabei.

Meine Zauberwiesenwolle ist einheitlich in der Farbe (ich wollte Lila), weder fleckig noch streifig, aber auch nicht einfarbig, sondern ganz zart schattiert, dabei ein herrlich leuchtender Farbton (das macht wohl der Seidenanteil im Faden). Was auf dem Bild nicht herauskommt, ist die unglaubliche Weichheit dieser Wolle. Einfach Luxus pur! So schöne Wolle hatte ich noch nie! Da muss ich mir beim Stricken besondere Mühe geben.



Schöne Kammzüge hat die Zauberwiese auch. Ich habe mir noch einen Kammzug in Blutorange gegönnt - auch das eine besondere Faser, nämlich Blue Faced Leicester. Die will bestimmt auch ein Tuch werden. Leider muss sie sich erst mal auf eine längere Wartezeit gefasst machen - aber ich freue mich jedenfalls aufs Spinnen.



Muss ich noch dazu sagen, dass das ein Shop ist, den ich bestimmt noch öfter besuchen werde? (Trotz des Riesen-Wollhaufens, der sich hier immer weiter ausbreitet - kein Stash ist so groß, dass er nicht noch etwas wachsen könnte!)



Fehlversuche - oder: Es poolt einfach nicht

Gladys We hat bei Ravelry eine ganze Serie "pooling patterns" eingestellt. Das ist keine eigentliche Musterinnovation, sondern eine gewitzte Methode, streifig gefärbtes Garn zu verstricken. In Yarnfloozies-Weblog gibt es dazu eine detaillierte Anleitung. Ist gar nicht schwer, frau muss nur während des Strickens gut auf die Fadenspannung aufpassen, sonst "poolt" das Strickzeug nicht korrekt.
Irgendwie wollte es auch bei mir nicht richtig poolen, obwohl ich mir große Mühe gegeben habe. Das Muster wird einfach nur fleckig. Dabei ist die Wolle wunderschön. Aber die Färbung, das habe ich inzwischen kapiert, muss für ein "pooling"-Muster nicht nur einfach im Strang durchlaufen, sondern gewissermaßen spiegelbildlich sein, so dass die Wolle nicht nur im Strang (der ja als Kreis läuft) Farbfelder bildet, sondern auch, wenn man sie als hin- und herlaufendes Zickzack auslegt. Mit anderen Worten, meine Lacewolle von Zitron poolt nicht, und wenn ich mich auf den Kopf stelle.




Ich werde das wider aufribbeln und etwas anderes stricken, was weniger fleckig ausfällt, vielleicht eine Pimpelliese.

Hier poolt es hingegen ganz gut:



Das entspricht dem "Pooling Rivulet"-Schal von Gladys We; ich habe nur einen Mustersatz weniger gestrickt, weil meine Wolle keine Lace-, sondern Sockenwolle ist. Das ist auch zugleich mein Problem: obwohl es schön poolt, wird vermutlich nichts Rechtes aus dem Schal, denn die Wolle reicht nicht für eine angemessene Länge. Einfach schmäler stricken, damit es länger wird, ist ja auch keine Lösung, dann poolt es wieder nicht!

Wenn ich die Hälfte der Wolle verstrickt habe (sie ist vom Versand Wolle-Lust, bei dem es auch sehr schöne Batts zum Spinnen gibt), muss ich mal schauen, welche Form das Stück hat. Entweder ich spanne kräftig in die Länge, damit es ein Schal wird, oder ich spanne kräftig in die Breite, dann wird es ein Cowl. So oder so - ich werde diese Wolle, die schon sehr gut abgehangen ist, nach diesem Muster zu Ende stricken, auch wenn das Ganze dann für einen Schal zu kurz und für ein Cowl zu lang ist - Hauptsache es poolt endlich!

Mittwoch, 9. Juni 2010

Möhrchen

Die Wollmeisenwolle "Clementine" hat ausgereicht. Es ist sogar ein kleiner Rest übrig! Die Vorlage ist wieder der "Oriental Impressions Scarf", diesmal mit einer kleineren Nadelstärke gestrickt, nämlich Nmmer 4. Die Farbe ist dermaßen grell, dass der Schal nur zu Schwarz, Weiß und allenfalls Grau tragbar ist. Ich trage ihn zu Weiß. Es sind auch Perlen eingestrickt - Facettenperlen in dunklen Perlmutt-Tönen.


Design: Sylvie Beetz




And now to something complete different:


Ich habe ein Schaf! Ja, tatsächlich! Dieses wunderschöne Schaf aus Massivholz ist echte Handarbeit und - vermute ich - ziemlich alt. Es stammt von meiner lieben Forenfreundin Lisa, die es einige Zeit als Erbstück gehütet hat, aber nun ein neues Zuhause dafür suchte. Noch einmal vielen Dank an Lisa! Ihr zu Ehren heißt dieses Schaf natürlich auch Lisa.



Das Schaf war ursprünglich komplett angestrichen, mit einer ziemlich dicken Farbschicht, die vermutlich einmal weiß gewesen ist - schön war die Farbe wirklich nicht mehr. Als ich versuchte, es mit einer Bürste abzuschrubben, platzte die Farbe stellenweise ab und ließ das helle Holz darunter sehen. Ich habe nun allen Mut zusammengenommen und angefangen, das Schaf komplett abzubeizen. Das Holz ist stellenweise etwas verschrammt, ich werde das Gröbste mit Schleifpapier beseitigen, aber ganz glatt wird es wahrscheinlich nicht - muss es auch nicht, es ist eben ein altes Schaf. Ich nehme an, es hat einmal als Reittier für ein Kind gedient, denn da, wo die Ohren sein sollten, haben sicher zwei Rundhölzer als Griffe gesteckt.

Auf der einen Seite ist es schon fast ganz abgebeizt und das zweifarbig gescheckte Holz darunter schon gut zu erkennen. Was kann das bloß für eine Holzart sein? Das Schaf mutiert zu einer bunten Kuh.



Sobald es fertig ist, werde ich das Holz ölen - dann ist der Farbunterschied wahrscheinlich noch weit deutlicher zu sehen - und mir für die Ohren irgendwas einfallen lassen. Vielleicht filze ich einfach ein Paar Ohren aus Wolle.

Sonntag, 23. Mai 2010

Gold spinnen ...

Nein, nicht Stroh zu Gold, sondern den Kammzug aus dem Kreativ-Tauschpaket, verzwirnt mit einem dünnen Goldfaden. Die Wolle hat die stolze Lauflänge von über 700 Meter auf 100 Gramm. Ich habe 110 Gramm davon.



Nun spinne ich noch einen Strang Uruwolle in einem sehr dunklen Waldgrün dazu, zwirne auch das mit Goldfaden und stricke mir dann eine Lochmuster-Tunika oder -weste. Eine Vorlage dafür habe ich noch nicht ausgesucht, aber in der neuen Verena gibt es mehrere Strickteile, die dafür in Frage kommen. Alternativ könnte ich auch mal wieder die Strickmaschine benutzen - die Wolle ist dünn genug. Erst mal fertig spinnen. Wie meistens hat meine schnelle Wollverine die Arbeit gemacht.




Die Vortex Street Weste

In Norah Gaughans Buch "Knitting Nature" wird dieses Teil als Pullover gezeigt, und zwar in insgesamt (wenn ich mich recht erinnere) vier Teilen: Rückenteil, zwei vordere Seitenteile und ein vorderes Mittelteil, und das Ganze von oben nach unten. Für den Pullover hat diese Arbeitsweise vermutlich Sinn, für mich mit meinem handgesponnenen Wollstrang aus lauter Resten natürlich nicht! Schließlich will ich nicht vier verschiedene Farbverläufe in einem Strickstück haben, jedenfalls nicht in diesem. Die Wolle ist aus vielen, vielen Resten zusammengesponnen, teils handgefärbt, teils sind Batts von der Wollwaschfee (die es leider, leider nicht mehr gibt) zum Einsatz gekommen. Ein wenig Angelina ist auch eingearbeitet. Und so sieht die Weste aus.


Design: Norah Gaughan

Wie man sieht, nicht in vier Teilen, sondern rundgestrickt, und zwar von unten nach oben. Dazu musste ich natürlich die Strickschrift auf den Kopf stellen, aber das hat keinerlei Probleme bereitet.

Was den gelben Fleck unter meinem Kinn angeht - nicht erschrecken, das ist der Begleitschaden von meiner Implantat-OP. Mittlerweile sieht man nichts mehr davon, Gott sei Dank. Dazu sag ich jetzt besser auch nichts mehr ...

Bei Ravelry habe ich die Weste schon eine Weile als "Monteverdi Vest" mit einem anderen Kragen gezeigt. Der Kragen hat mir nämlich ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Ich wollte ihn auf jeden Fall separat haben und strickte zunächst einen kleinen Schal. Was Blödsinn war, denn der Minischal war zu kurz, um ihn um den Hals rumzuschlingen, ich konnte ich gerade einmal herumlegen und mit einer Brosche zusammenstecken. Bei Ravelry ist diese Lösung, die keine ist, noch zu sehen. Inzwischen habe ich den Schal wieder aufgeribbelt und einen Mini-Möbius mit Fallmaschen gestrickt, und zwar nicht nach der üblichen Möbius-Technik, sondern quer. Ich habe einfach solange gestrickt, bis die Wolle alle war. Die Fransen, die an dem früheren kleinen Schal hingen, habe ich hier auch wieder angebracht. Als Möbius trägt sich das Ganze wesentlich vernünftiger.



In einem früheren Beitrag weiter unten (24. März) habe ich die Wolle für das Halsteil, die man wohl als "ArtYarn" bezeichnen könnte, schon gezeigt. Es sind viele, viele rote Perlen und kleine silberne Schmuckteile eingesponnen. Ich habe die Weste in Madrid schon getragen - im Moment ist sie wieder im Schrank verschwunden, sie ist nämlich ziemlich warm.

Freitag, 14. Mai 2010

Hexerei

Das ist eines der interessantesten Designs, die ich je gestrickt habe, und wieder kann ich mich nur wundern, dass es die (immerhin elf Seiten lange) Anleitung für lau zum Runterladen gibt. Das Original heißt "In The Pink Shawl" und stammt von der Designerin "IzzyKnits", von der ich schon ein anderes Teil, den Seraphin Shawl, nachgestrickt habe.

Dass dieses Design in Farbverlaufswolle so einmalig schön herauskommt, war für mich selbst eine Überraschung. Zudem sieht die Arbeit wirklich wie Hexerei aus: Der Schal wird aus drei Teilen, nämlich dem rundgestrickten Schleuderstern in der Mitte und den in Reihen gestrickten Seitenteilen, zusammengesetzt; anschließend werden zwischen Mitte und Seitenteilen "Keile" eingestrickt und schließlich kommt noch die schwungvolle fächerartige Randborte dran. Letztere hat sich ein bisschen hingezogen; Izzy schreibt in ihrer Anleitung: "Repeat 83 times (did you really want to know that?)."

Dies ist mein zweiter Schal dieser Art, der aus Regia Handdyed in der Farbe Aragonit gestrickt ist, mit Nadelstärke 4:


Design: IzzyKnits

Den wird meine Tochter tragen - sie liebt Laubfarben. Ich habe fast genau 200 Gramm verbraucht. Das Restknäuel ist sehr klein, und zwischendurch hatte ich sogar Angst, am Ende wegen ein paar Metern Wolle noch ein Knäuel dazukaufen zu müssen.
Meine erste Stola dieser Art ist aus Zauberball gestrickt und hier ist das Restknäuel merkwürdigerweise sehr viel größer, obwohl die Wolle die gleiche Lauflänge hat und ich (nach meiner Erinnerung) auch eine 4er Nadel verwendet hatte.


Design: IzzyKnits

Diesen Schal trage ich selbst - und bin schon mal in der Stadt von Fremden angesprochen worden, wie das denn bloß gemacht sei. Tja, wie soll man das in wenigen Worten erklären?

Hier mal ein Bild in aufgenadeltem Zustand, auf dem man den "Aufbau" am besten erkennt:



Wer es nicht weiß, kommt nie drauf, wie das entsteht. Die Anleitung ist auch, wie gesagt, nicht unkompliziert, zumal sie nur geschrieben (ohne Charts) vorliegt und jede Reihe extra aufgeschrieben ist. Man muss die Gedanken halt beisammen haben, aber es ist keine Strickarbeit, die ich als "sauschwer" bezeichnen würde.

Mittwoch, 21. April 2010

Kampf um Zentimeter ...

"Oriental Impressions" von Sylvie Beetz gibt's bei Ravelry umsonst zum Runterladen. Ein wunderschönes Design, nicht zu klein und nicht zu groß und dabei sehr effektvoll. Vorgesehen ist es wohl eher für Lacewolle, aber ich habe meine Zitron-Sockenwolle dafür genommen, die mich seit Wochen vorwurfsvoll anguckt (wink in Richtung Beate :-)).
Einen Großteil des Schals habe ich bei unserer Madrid-Reise abends im Hotelzimmer gestrickt, den Rest ratzfatz zu Hause. Eigentlich hätte ich viel lieber meine Clementine-Wolle von der Wollmeise (siehe letzten Eintrag) dafür genommen, aber ob die reicht? Sockenwolle von der Wollmeise läuft kürzer als normale 4-fach Sockenwolle.
Einen Abnehmer für den Schal habe ich auch schon - meine Schwägerin hat ihn bei unserem letzten Besuch so bewundert, dass ich ihn ihr in die Hand drücken werde, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Die Farbe passt ja zu allem und steht jedem. Es ist ein intensives Pflaumen-Violett.


Design: Sylvie Beetz

Und nun geht die Rechnerei los, reicht die Clementine-Wolle vielleicht doch? Ich habe 150 Gramm, zusammen 520 Meter. Von der Zitron-Wolle habe ich ziemlich genau 590 Meter verstrickt. Mit Nadelstärke 4,5, was für Sockenwolle ja durchaus reichlich ist. Wenn ich nun eine Nadelstärke kleiner nehme und am Anfang und Ende des Schals ein paar Reihen weglasse, reicht es dann?? Es gibt ja auch andere schöne Designs, aber ich habe mich nun mal auf dieses eingeschossen ...

Ich probier es einfach und hoffe das Beste. Schlimmstenfalls ergeht Einladung an den talentierten Mr. Ribbel ....


P.S. Und so ging die Rechnerei ...

... ist mit Sicherheit einfacher als Sudoku.
Das Design ist 470 Reihen lang (ich habe etwas mehr gerechnet, wegen der Anschlagreihe und weil man ja nicht bis zum letzten Zentimeter stricken kann). Dafür habe ich an Zitron-Sockenwolle 140 Gramm verbraucht, das sind bei einer Lauflänge von 420 m auf 100 Gramm 590 Meter Garnverbrauch.
Von der Wollmeisenwolle habe ich insgesamt 520 Meter. Gehe ich von gleicher Nadelstärke und Spannung aus, kann ich nach der gleichen Vorlage damit 416 Reihen stricken.
Das heißt, ich muss 54 Reihen einsparen, und da das Design des Schals spiegelbildlich ist, muss ich am oberen und unteren Ende jeweils 26 Reihen einsparen. So einfach ist das.

Inzwischen habe ich das Knäuel noch mal genau nachgewogen und festgestellt, dass die Wollmeise großzügigerweise, obwohl "150 Gramm" auf der Banderole steht, ganze 160 Gramm aufgewickelt hat. Das gibt mir etwas mehr Spielraum. Ich werde von den 4 Blümchenreihen am oberen und unteren Schalende jeweils 2 weglassen und außerdem die Nadeln eine Nummer kleiner nehmen, dann müsste das hinkommen.
Allerdings hat sich jetzt erst noch ein anderes Projekt dazwischengeschoben. Aber danach dann gleich. :-)

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