Dienstag, 7. Oktober 2008

Vorfreude

Es darf kalt werden: Ich stricke den Knitalong Winterhauch mit - endlich mal ein deutscher Knitalong. Siehe Button links. Und das ist der erste Teil:



Oder vielmehr ein Teilstück des ersten Teils, denn das erste Teil ist nach einer lockeren Messung mit dem Bandmaß 320 cm lang und bildet eine Rüsche auf der langen Knitpicks-Nadel. Da das Teilstück an beiden Enden rechte Winkel bildet, wird wohl ein Schal von 60 x 200 cm herauskommen. Eine satte Größe, da kann man nicht frieren.

Das Material ist diesmal Sockenwolle wie empfohlen. in Blütenweiß. Ich habe auch eine Musterprobe aus Lacegarn gestrickt, aber die gefiel mir nicht.
Und zum ersten Mal stricke ich mit Perlen. Über 1000 Wachsperlen liegen bereit, in fünf unterschiedlichen Blau- und Lilatönen. Das Aufziehen mit der 0,75 mm-Häkelnadel war zuerst etwas mühsam, aber mit der Zeit kommt die Übung.
Ein dickes Dankeschön an Brigitte und Nadja für das Design dieser Stola, die sehr schön wird, das sehe ich schon. Diesmal werde ich bestimmt bis zum Ende mitstricken.

Und noch ein Beitrag zum Motto "Mit der Zeit kommt die Übung". Dieser Schal hat nämlich den Namen "Practice Makes Perfect".



Das ist Space-Kammzug, rechts gezwirnt mit einem kupferfarbenen Lurexfaden, links gezwirnt mit dunkelrotem Nähgarn und eingesponnenen altgoldfarbenen Glasperlen.
Die Wolle hat ungefähr die Stärke von 4fach-Sockenwolle. Die Stränge habe ich ineinander übergehend hintereinander verstrickt. Allerdings behalte ich soviel Wolle übrig, dass ich noch nicht sicher bin, wie genau ich den Schal beende.




Wie kommt es eigentlich, dass ich von der Selbstgesponnenen so wenig verbrauche? Selbst wenn ich einen Pullover stricke, komme ich oft mit 300 Gramm Wolle aus - das wären sechs Knäuel gekaufter Wolle, das hätte mir früher nie gereicht. Und dünner geworden bin ich bestimmt nicht. Strickt man mit der "Homespun" irgendwie sparsamer?
Wie auch immer, es bleibt genug Space übrig, um noch was Neues daraus anzufangen.

Montag, 22. September 2008

Noch 'n Schäferfest

Beim Tag des Schafes in Landenhausen, in der Nähe von Lauterbach, habe ich etwas Schönes erlebt. Nachdem wir, Tochter und ich, eingehend die vielen schönen Schafrassen bewundert hatten - darunter auch Heidschnucken, die man hier nur selten sieht -, habe ich mich natürlich ganz dezent auf die Suche nach einem Wollstand gemacht ... ich habe ja gar keine Wolle zu Hause, ich habe üüüüüüberhaupt keine Wolle, nicht wahr, ich brauche uuuuuunbedingt Wolle, WOLLE, WOOOLLLEEEEE! Leider - hm - gab es so was nicht. Einen Filzstand habe ich gefunden. Der war sehr schön mit bunten Kammzügen und einem riesigen grauen Vlies dekoriert. Aber die Inhaberin wollte mir nichts verkaufen. Nur Märchenwolle zum Filzen, in Beutel abgepackt.

Tja, nicht dass mich Filzen überhaupt nicht interessiert, aber wenn ich damit beginne, dann werde ich erst mal meinen Stash an dicker Wolle im Wege des Strickfilzens wegarbeiten ... Wolle zum Filzen kaufen ist nicht mein Beuteschema ... aber als ich der Inhaberin erklärte, dass ich nur Spinnwolle suche, sagte sie: "Wenn Sie möchten, spinnen Sie doch einfach!" Und zeigte auf ihr Ashford, das neben dem Stand aufgebaut war. "Ich wollte eigentlich schauspinnen, aber ich komm ja nicht dazu!" (Sie war ständig von Kindern umringt, die filzen wollten.)

Ich bekam ein Stück von dem grauen Vlies - es war Romanov - und ich setzte mich ans Rad und legte los ... hach, war das herrlich. Die Romanov spann sich phantastisch. Sie ließ sich ausziehen wie Kaugummi. Ich spann so langen Auszug, wie bei meiner Armlänge nur möglich. Der Faden wurde wunderbar fein und fluffig.

Natürlich wurde ich immer wieder angesprochen und ausgefragt - das ist ja der Sinn des Schauspinnens, gell ... aber die Reaktionen waren durchgehend positiv. Interessant allerdings, dass die Fragen zur Spinnradphysik - warum das Rad zwei Drehmomente hat und wie die zustande kommen - ausschließlich von Männern kamen. Das deckt sich übrigens mit dem, was andere Spinnerinnen von ihren Marktterminen erzählen ...



Nach etwas über einer Stunde wollte ich meiner Tochter, die geduldig ausharrte, die Aktion nicht weiter zumuten. Aber die Romanov MUSSTE ich einfach haben! Und die Inhaberin des Standes ließ sich wahrhaftig doch noch überreden, mir eine große Tüte voll zu überlassen.

Im Spinnforum habe ich gelesen, Romanov sei kratzig. Das stimmt für meine Wolle überhaupt nicht. Vermutlich habe ich die reine Unterwolle erwischt. Die Farbe ist nicht so schön silbrig wie die Gotlandwolle, die ich in Hungen gekauft habe, eher rustikal-grau, sozusagen jankergrau. Mit einem Glanzfaden gezwirnt wird sich ein schöner Faden ergeben - und mit dem superlangen Auszug ruckzuck gesponnen.

Hier auf den Seiten der Osthessen-News gibt es wunderschöne Schafbilder von der Veranstaltung. Mir haben es besonders die kleinen, lockigen Skudden angetan. Ich kam beim Spinnen mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch, das einige Skudden zu Hause hat - sackweise Wolle und keine Zeit, sie zu verarbeiten. Sie haben meine Adresse aufgeschrieben. Vielleicht gibt es bald auch mal Skuddenlocken zum Spinnen.

Donnerstag, 11. September 2008

Lang und länger ...

... wurde diese Tunika aus selbstgesponnenem Garn, die ich schon vor meinem Sommerurlaub fertig hatte. Einen oder zwei Tage habe ich sie dann auch im Urlaub angezogen - zu einer langen dunkelbraunen Hose, sah edel aus. Aber irgendwann hatte das Teil Knielänge erreicht, und es einfach als Minikleid zu tragen, konnte ich mich auch nicht durchringen ...



In der Annahme, das Kürzen sei umständlich und schwierig, habe ich das Gestricksel nach dem Urlaub erst mal frustriert in den Schrank gestopft. Und dabei ist die Tunika so schön! Zum Schäferfest wollte ich sie unbedingt anziehen und holte sie ein paar Tage vorher wieder heraus.

Und dann war das Kürzermachen ganz einfach. Am meisten gelängt hatten sich nämlich die Träger. Und da die Tunika nach dem Latzhosenprinzip gestrickt ist - die Träger sind von hinten nach vorne gezogen und an der Passe festgemacht - musste ich nur ein Stück der Träger aufribbeln. Ging ganz schnell und zack, war die Tunika zehn Zentimeter kürzer und wieder tragbar. Das Material ist eine der ersten Spinnfasern, die ich gekauft habe: ein Gemisch aus Seide und Wolle, handgefärbt. Es ist immer noch genug für einen kleinen Sommerschal da. Die Passe habe ich mit ein paar Goldflussperlen verziert.

Dienstag, 2. September 2008

Schäferfest in Hungen

Das Schäferfest letzten Sonntag war für mich - ich war zum erstenmal bei so einer Veranstaltung - eine tolle Sache. Bei schönstem Wetter gab es jede Menge Woll-Lieferanten zu bewundern; es gab Stände mit Stoff und Wolle, soviel man mag; es gab natürlich alles mögliche fürs leibliche Wohl, und es gab einen Spinnstand! Und diesen hatte unsere Vogelsberger Spinngruppe inne: Sabine, Damaris und ich. Sabine und Damaris hielten schon samstags die Stellung; ich war nur sonntags da. Allerdings scheint am Samstag noch nicht viel los gewesen zu sein.

Dafür hatten wir am Sonntag eine Menge interessierte Besucher am Stand. Damaris' großes Spindelrad zog mit der knallbunten Wolle alle Blicke auf sich, und Sabine hatte einen Gewichtswebstuhl und einen Gurtwebstuhl aufgebaut - leider klappte es mit dem Weben nicht, aber das Webgerät wurde viel bewundert. Hier das Spindelrad:

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Die Lieferanten hatten wir gleich vor uns - eine kleine Hürde mit einer Handvoll Schafe. Alle anderthalb Stunden war Schauscheren. Na ja, da konnte man sich mit eigenen Augen überzeugen, was es mit der Schafsgeduld auf sich hat ...

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Unter den präsentierten Schafen hat mir dieses hier besonders gefallen, ein Scottish Blackface. Allerdings wüsste ich gerne, ob der Schäfer das Schaf vor der Präsentation gewaschen hat. Oder ist Scottish Blackface von Natur aus unfettig?

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Überhaupt waren die Schafe in den Hürden bemerkenswert sauber. Nur die, die zum Scheren bereitstanden, zeigten sich mit dem schafsüblichen Wollfett.
Besonders hübsch und freundlich waren auch Sabines Packziegen - cool trotz heißen Wetters und bisweilen nerviger Kleinkinder:

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Die an meinem Spinnrad am häufigsten gestellte Frage war übrigens: "Warum ist die Wolle denn so rot?" Dabei war die Faser keineswegs rot, sondern allenfalls blassrosa; ein Gemisch aus naturfarbenen und mit Eierfarbe gefärbten Fasern. Jedenfalls wandelte mich nach dem siebenundzwanzigsten Mal irgendwann die Lust an, zu antworten, dass das eben Wolle vom transsylvanischen Blutschaf sei ... aber man ist ja anständig und steht Rede und Antwort. Auch auf die Frage, warum denn Knubbelchen in der Wolle seien: "Wenn ich als Kind so knubbelig gesponnen habe, hat meine Oma immer mit mir geschimpft!", berichtete eine alte Dame, die selbst noch in ihrer Jugend spinnen musste. Aber ich hatte ja meine Lacetücher mit, als Beweis, dass ich auch gleichmäßig dünn spinnen kann. Die Knubbel sollen so!

Als Beweis hier noch ein Filmchen aus der Cam meiner Tochter: Wie eine Kamelwollen-Locke, mühsam genug, am Garn entlangwandert und sich durchs Einzugsloch zwängt! Unter Youtube hochgeladen mit dem Titel: "Spinning an Art Yarn with Camel Locks".

Donnerstag, 21. August 2008

Schafskopf-Mütze

Meine große Tochter hat irgendwo im Internet schafsmäßige Eierwärmer gesehen - und wollte natürlich als Fan verrückter Mützen einen ähnlichen Wärmer für den Kopf haben. Dafür ist mir die reichlich unbeholfen gesponnene Anfängerwolle auf der Handspindel gerade recht. Mittlerweile kann ich schon ganz gut handspindeln, aber einen richtig ungleichmäßigen Faden erziele ich immer noch eher auf der Spindel als auf dem Rad. Hier ist nun die Schafskopfmütze und auf vielfachen Wunsch schreibe ich auch eine Anleitung dazu, ganz umsonst :-)




Die Schafskopfmütze

Material: 50 Gramm naturfarbene Schafwolle, am besten handgesponnen (möglichst ungleichmäßig), für ca. Nadelstärke 4
Ein Rest dunkelbraune Wolle, etwas dünner - etwa die Stärke von 6-fach Sockenwolle
Füllwatte
Wackelaugen
Mohairlocken, unkardiert (zwei, drei Stück reichen, und wenn man keine hat, geht auch ein Rest Märchenwolle)
Nach Wunsch ein Blümchen und / oder Filzblättchen

Kopf (den des künftigen Mützenträgers) messen und Maschenprobe machen. Bei mir waren 17 Maschen 10 cm breit, also habe ich für 57 cm Kopfumfang 100 Maschen angeschlagen. Zur Runde schließen.
16 Runden 2 links, 2 rechts stricken, evtl. auch etwas länger, wenn man die Mütze tief über die Ohren ziehen möchte.
Eine Runde rechts stricken. Die Maschen dann in 5 Abschnitte einteilen, bei mir also zu je 20 Maschen. Weiter in Runden rechts stricken und in jeder zweiten Runde die beiden letzten Maschen jedes Abschnitts rechts zusammenstricken. Zwischendurch die Mütze aufprobieren, evtl. eine zusätzliche Runde ohne Abnahmen stricken, wenn man das Gefühl hat, die Mütze wird zu eng. Hat man mit der Rundnadel begonnen, muss man im Lauf der Abnahmen auf ein Nadelspiel wechseln.
Wenn noch 10 Maschen übrig sind, ein kurzes Stück ohne Abnahmen gerade hochstricken (etwa 2 cm, oder auch mehr, wenn man möchte), dann die restlichen Maschen zusammenziehen. In die Mützenspitze eine Mohairlocke ziehen und festnähen.



Die Mütze sieht auch so schon gut aus - aber so richtig kultig ist sie natürlich erst mit Schafskopf:

Mit dunkelbraunem Garn und Häkelnadel 5 Maschen anschlagen. Ich habe eine Häkelnadel Nr.2 genommen, da es wichtig ist, dass das Gehäkelte fest wird.
Zur Runde schließen und in festen Maschen in Runden häkeln, dabei die erste feste Masche jeweils durch zwei Luftmaschen ersetzen.
Es bildet sich ein kleiner Rüssel. Wenn er etwa 1 cm lang ist, alle Maschen verdoppeln = 10 Maschen.
In der darauf folgenden Runde jede 2. Masche verdoppeln = 15 Maschen.
1 Runde ohne Zunahmen häkeln. In der darauf folgenden Runde wieder jede 3 Masche verdoppeln = 20 Maschen.
In der folgenden Runde jede 4 Masche verdoppeln = 25 Maschen.
In der folgenden Runde jede 5 Masche verdoppeln = 30 Maschen.
10 Maschen häkeln, 5 mal jede 2. Masche verdoppeln, 11 Maschen häkeln = 35 Maschen.
14 Maschen häkeln, 4mal jede 2. Masche verdoppeln, 15 Maschen häkeln = 40 Maschen.
Durch die unregelmäßigen Zunahmen bildet sich auf einer Seite eine Beule heraus. Das ist die Stirn. Auf der anderen Seite, da wo die Rundenwechsel sind, kommen keine Zunahmen mehr, so dass diese Seite flach bleibt.
Jetzt ca. 8 bis 10 Runden gerade hoch häkeln, dabei ab und zu die Arbeit an die Mütze halten und kontrollieren, wir groß der Kopf werden soll.



In der folgenden Runde jede 4. und 5. Masche zusammenhäkeln, dabei auf der Oberseite, wo die Stirn ist, eine Mohairlocke einarbeiten - einfach beim Häkeln mitfassen.
In der darauf folgenden Runde wieder jede 4. und 5. Masche zusammenhäkeln und noch eine Mohairlocke mitfassen.
Die Kopföffnung ist schon merklich kleiner geworden. Jetzt mit Füllwatte ausstopfen und weiterhäkeln, dabei zuerst eine Runde lang jede 2. und 3. Masche zusammenhäkeln und dann immer 2 Maschen, bis die Öffnung fast zu ist, evtl. weitere Watte hineinstopfen. Nicht zu fest stopfen, sonst wird der Kopf zu schwer und zieht an der Mütze. Den Faden abschneiden und die Öffnung zusammenziehen.

Für die Ohren 6 Luftmaschen und 2 Wendeluftmaschen anschlagen. Hin und her häkeln, eine Reihe ist 6 Maschen lang, die erste wird durch die Wendeluftmaschen ersetzt. Nach drei Reihen auf 5 Maschen und nach weiteren drei Reihen auf 4 Maschen verkürzen. Beim Weiterhäkeln das Ohr ab und zu an den Kopf halten, ob die Porportionen zusammenpassen. Ist das Ohr lang genug, den Faden abschneiden und das schmale Ende etwas zusammenziehen. Das zweite Ohr ebenso häkeln und mit den Restfäden an den Kopf nähen. Die Anfangsfäden in den Ohren vernähen.



Die Wackelaugen an die Stirn kleben, am besten mit der Heißklebepistole. So anbringen, dass ein schafsmäßiger Gesichtsausdruck gewährleistet ist (am besten im Spiegel nachkontrollieren!!).
Den Schafskopf vorne an die Mütze nähen, so dass er nach unten / nach vorne blickt. Nicht nur an einer Stelle festnähen, sonst wackelt der Kopf unkontrolliert herum - lieber etwas flachdrücken und stramm annähen.
Durch die Schnauze ein Blümchen ziehen, den Draht evtl. etwas zusammenbiegen, damit das Blümchen nicht rausfällt. Wir haben dem Schaf außerdem ein Filzblättchen umgehängt.



Die Beine kann man zum Zubinden benutzen. Dafür mit der braunen Wolle 8 Maschen anschlagen und einen langen Schlauch stricken. Ich habe das auf der Strickmaschine gemacht - wer will, kann auch lieseln oder einfach einen langen Strang filzen. In 4 Teile teilen, die unteren Fäden vernähen und die oberen (nachdem man die losen Maschen gesichert hat) an der Mütze festnähen. Am besten nicht am unteren Rand, sondern an der Stelle, wo das Rippenbündchen in den Mützenkopf übergeht, das sieht am besten aus.

Fertig! Aufsetzen und "Mäh!" schreien!
Viel Spaß!

Samstag, 16. August 2008

Endlich ist der Urlaub zu Ende ...

... denn mein Urlaubsprojekt ist abgeschlossen. Hier ist es, tadaa:


Design: Jae Koscierzynski

Gestrickt aus 200 Gramm selbstgesponnener Merino von der Wollwaschfee (deren handgefärbte Kammzüge ich sehr gern verspinne). Das Design heißt "Pretty As A Peacock" und sieht eigentlich Garn in Sockenwollstärke vor. Mein Garn hat eine Lauflänge von 500 Meter auf 100 Gramm, scheint also minimal dünner; aber da es handgesponnen ist, hat es natürlich dickere und dünnere Stellen.
Da ich schon ein Pfauenmustertuch habe, nenne ich dieses Tuch nicht Pfauenmustertuch, sondern "Darcy". Daran sind meine Töchter schuld, aber eine Erklärung würde zu weit führen, vielleicht ist der Name ja bekannt ...
Am Sonntag, den 31. August bin ich zum Schauspinnen in Hungen - bei dieser Gelegenheit werde ich das Tuch präsentieren und noch ein paar andere, um zu zeigen, das "handgesponnen" nicht immer Nadelstärke 7, Wollweiß und Müsli-Optik bedeuten muss!



Und hier noch zwei Spindelchen:



Von allen Spindeln, die ich bisher gebaut habe, dreht diese am besten. Vermutlich wegen der Form des Donuts aus einem mir unbekannten Halbedelstein - er ist außen ein wenig dicker als innen. Den Spindelschaft in das kleine Loch zu wurschteln, war keine einfache Sache, aber jetzt hält das Ganze bombenfest zusammen. Ich weiß nur nicht, was passiert, wenn mir diese Spindel auf einen harten Untergrund fällt, deshalb benutze ich sie bisher nur auf dem Teppich.

Diese Spindel darf aber runterfallen:



Holzrädchen aus dem Baumarkt, Rundholzstab und Häkchen desgleichen, alles für wenige Groschen. Verziert in Serviettentechnik, einmal drüberlackiert, und schon kann's losgehen. Die Spindel dreht sehr gut dank des sehr langen Spindelschafts (über 30 cm!) Es ist meine derzeitige Lieblingsspindel.



Und das hier habe ich im Urlaub handgespindelt, aus einer Bergschafwolle, die ich zu Beginn meiner Spinnkarriere bei Ebay gekauft habe. Daraus soll ein Schal für meine jüngere Tochter entstehen.



Sie wünscht sich einen aus "Victorian Lace Today" mit kleinen Noppen. Das Garn reicht vielleicht schon, aber ehe ich mit Stricken anfange, habe ich erst noch einen Strickauftrag für eine liebe Freundin und eine Mütze für die große Tochter abzuarbeiten.
Husch, husch zurück an die Nadeln!

Donnerstag, 14. August 2008

Mein Figaro hat mehr Verstand als ich ...

Figaro ist mein Laptop (den Namen hat ihm meine Tochter gegeben). Die meisten Zeit leistet er mir treue Dienste, manchmal verfluche ich ihn, aber Anzeichen kreativer Intelligenz hat er bisher nicht gezeigt. Bis heute! Heute nämlich habe ich in einer Anwandlung metaphysischen Wahnsinns (hatte zuvor in Strindbergs "Inferno" geblättert, vielleicht ist das die Erklärung) bei dem allseits bekannten großen Auktionshaus auf einen Klöppelsack geboten! Und wenn ich auf einen Klöppelsack biete, ist das der endgültige Sieg der Anarchie. Denn bisher habe ich angesichts überquellender Schränke und Schubladen mit Stickereien, Spinnereien, Nähereien, Strickereien, Occhileien, Färbereien, Häkeleien und wer weiß was noch JEDESMAL als mildernden Umstand in Anspruch nehmen können: "Aber Klöppeln fang ich nicht auch noch an!"
Die Weigerung, Klöppeln zu lernen, ist mithin mein letztes Bollwerk gegen das Chaos. Und diesen letzten Rettungsanker hätte ich heute mittag um ein Haar fahrengelassen! Gott sei Dank hatte mein Laptop Figaro mehr Verstand als ich und verweigerte mir in den letzten fünf Minuten vor Ende der Auktion seinen Dienst. Und da ich immer erst in den letzten fünf Minuten biete, war der Zug damit abgefahren und der Klöppelsack wandert woanders hin.
Gott sei Dank!!!
Zu zeigen habe ich immer noch nichts. Ich habe zwei Strickstücke in Arbeit. Das eine ist ein Strickauftrag, den ich zeige, wenn er fertig ist, das andere ein Tuch aus der Wolle, die ich in diesem Beitrag ganz am Ende zeige. Beides ist fast fertig. Das Tuch will ich übrigens Ende August beim Schauspinnen tragen.
Die beiden letzten Strickstücke, die ich vor dem Urlaub gemacht habe, waren Misserfolge, und zwar krasse. Das eine ist eine Tunika aus einer (selbstgesponnenen) Merino-Seide-Mischung, die wunderschön geworden ist; in Barcelona habe ich sie noch getragen, aber mittlerweile hat sie Knielänge erreicht. Na ja, Seide halt. Das Teil ist rundgestrickt und ich muss wohl oder übel von oben her ein ganzes Stück aufribbeln, wenn ich es überhaupt noch mal tragen will.
Das andere Strickstück habe ich noch, als es im Werden war, bei Ravelry unter "Soccer Top" vorgestellt - es ist aus einem rot-gelb-dunkelbraunen Bändchen, passte ganz gut ins damals fußballbestimmte Straßenbild. Aber getragen habe ich es noch kein einziges Mal. Es sieht einfach schrecklich aus, und leider, leider liegt es diesmal wirklich am Material; auch wenn ich es aufribbele, habe ich keinerlei Plan, was ich daraus Schönes machen könnte. Vielleicht eine Tasche für Tochter - oder so 'ne Art Vorleger ... Mein einziger Trost ist, dass das Material billig war - 50 Cent der Strang. Wenn es teuer gewesen wäre, hätte ich das Zeug auch nicht gekauft.
Ich kann nur hoffen, dass wenigstens die beiden Tücher, die ich jetzt in Arbeit habe, schön werden!

Dienstag, 1. Juli 2008

Bin zurück ...

... und habe es noch nicht geschafft, meine zwischenzeitlichen Spinnereien und Strickereien anständig ins Bild zu setzen, aber ein paar Bildchen liegen noch auf Lager:



Das sind selbstgebaute Spindeln. Bis vor kurzem ist es mir nämlich nicht gelungen, Holzrädchen zum Spindelbau zu finden, weder in Baumärkten noch in Bastelläden. Diese Spindeln hier sind reichlich notdürftig aus Möbelbeschlägen gefertigt. Trotzdem drehen sie sehr gut, eine davon hatte ich im Urlaub mit und eine Masse Garn darauf gesponnen.
Auf der Spindel mit dem Ginkgoblatt steht übrigens eine Zeile vom Altmeister Goethe: "Dass ich eins und doppelt bin". Die Zeile stammt aus Goethes Gedicht über den Ginkgobaum und passt, wie ich finde, sehr gut auf Spinnfäden, die ja meistens gezwirnt verarbeitet werden.
Mittlerweile habe ich noch weitere Spindeln gebaut, auch reichlich Wolle gehandspindelt (im Urlaub kam eine Menge zusammen), aber noch keine Bilder davon, die folgen noch. Hier einstweilen noch ein Nachträgelchen, die Waldstola für meine große Tochter. Das Design dieser Stola ist so einfach wie genial: Es ist ein langer Schal, den man mit einer Schmalseite an eine Längsseite knöpfen kann, oder auch einfach nur als Schal umwickeln, wie man mag. Ich habe dieses Design bei einer Lesung aufgeschnappt (bei der Preisverleihung in Michelstadt) und sofort im Hinterkopf notiert. Das Material ist Sockenwolle, gerade mal fünf Knäuel, maschinengestrickt mit einer Lochkarte. Die Borte ist nachträglich von Hand angestrickt.



So etwas will ich natürlich auch noch haben und spinne schon Wolle dafür. Fotos folgen noch.

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