Donnerstag, 13. März 2008

"Wie denn bloß" Teil II

Endlich fertig geworden ist die neue Jacke aus dem Glitzervlies von der Wollwaschfee, das mir meine Töchter zu Weihnachten geschenkt haben. Beim Zwirnen habe ich noch mal ziemlich experimentiert. Anfangs wollte ich die Wolle nämlich gern einfädig verarbeiten und hatte einen kleinen Strang einfädige Wolle fertig . Der schien mir dann aber nicht stabil genug; ich habe die übrige Faser also dünner gesponnen und mit lila Merino von der Kone gezwirnt. Nun lag da noch der kleine Strang und da ich bei 200 Gramm Material auf kein Fäserchen verzichten kann, wenn ich mir eine Jacke stricken will, habe ich diesen kleinen Strang auch noch gezwirnt - mit rotem Glitzergarn.
In einem meiner Sabrina-Hefte fand ich eine halbwegs passende Vorlage, einen ärmellosen Pullunder, teils glatt, teils in Lochmuster gestrickt und mit einer breiten Saumblende in einem "Webmuster", so lautete die Bezeichnung. Ich habe erst mal diese Saumblende nachgestrickt, und zwar von Hand mit einem farblich passenden Baumwoll-Viskosegemisch, das in meiner Grabbelkiste lag. (Als meine Töchter klein waren, habe ich ihnen hin und wieder Bilderpullis gestrickt - aus dieser Zeit habe ich noch einige effektvolle Garne in 1 bis 2 Knäuel-Mengen.)
Die 7 cm breite Saumblende habe ich dann an die Maschine gehängt und mit einer Lochmusterkarte losgestrickt. Und so sah das Ergebnis aus:



Da die Webmusterborte dazu neigt, in die Breite zu gehen, wölbte sich das Saumteil schößchenartig nach oben. Ich hielt das für einen ganz pfiffigen Effekt, bis die Jacke fertig war und ich sie anzog. Nee, das war es nicht wirklich. Überhaupt nicht :-(

In einer einzigen Abendsitzung (wir haben uns eine Neuverfilmung von "Die Körperfresser kommen" mit Nicole Kidman angeguckt) habe ich die Borte abgetrennt, die Maschen gefangen und von oben nach unten eine neue Borte in einem passenden Lochmuster angestrickt. Jetzt sieht es wirklich viel besser aus. So richtig zufrieden bin ich nicht. Aber das liegt nicht an der Jacke selbst, sondern daran, dass sie mir nicht wirklich steht. Wurscht. Ich trage sie trotzdem.



Am besten gefällt mir der Ausschnitt. Nachdem ich lange Zeit nur V-Ausschnitte gestrickt habe in der Annahme, die stehen mir am besten, ist dieser viereckige mal eine schöne Abwechslung. Den werde ich sicher noch öfter stricken, zumal die Maschenaufnahme für das Bündchen einfach und sauber geht, die Kanten sind ja alle gerade, es gibt keine verkürzten Reihen.
Der untere Teil der Ärmel ist aus der Wolle vom "kleinen Strang", also der mit roten Glitzergarn verzwirnten. Auch dieser Effekt gefällt mir gut.
Für Ravelry heißt die Jacke auf Vorschlag meiner Tochter "Lilac Jacket".
Übrigens habe ich während des Strickens die H-moll-Messe von Bach gehört. Das passt, Lila ist ja sozusagen eine katholische Farbe. Ein wenig Pat Metheny auch, aber die CD, die ich da gerade hatte, ist nicht seine beste.

Auf ein Neues ...

Ich konnte es nicht lassen, Joanwolle in diesem knalligen Orange anzustricken. (Das Foto ist mit Blitz gemacht; in Wirklichkeit ist das Orange heller und leuchtender.) Das Muster - auch auf Vorschlag meiner Tochter - zur Farbe passend: Candle Flame.



Es soll eine kleine Weste werden, aber ich bin nicht sicher, ob die Wolle reicht. Es sind nur etwa 200 Gramm, wieder mit Konenwolle gezwirnt und mit Nadelstärke 4 gestrickt. Wahrscheinlich muss ich nachfärben, aber Farbe ist noch da. Nur werde ich diesmal die Wolle vor dem Färben kardieren.

An der Tücherfront erwartet mich als Nächstes definitiv dies hier - klickt mal -: Japanese Feather And Fan Shawl.
Es gibt so viele herrliche Tücheranleitungen im Netz und in den bekannten Lace-Büchern, dass frau sich schon gut überlegen muss, was sie strickt, zumal die Kommode schon überquillt. Dieses hier ist fällig. Ich habe es über Ravelry gefunden - available for free! Leider liegen die Strickschriften als Excel-Listen vor. Ich hoffe, ich kriege das ausgedruckt. Uruwolle von Emi habe ich noch liegen - in Grün mit etwas Blassgelb. Und ein grünes Tuch fehlt mir noch. Eines in Grün mit Blassgelb.

Montag, 10. März 2008

Waif

Doch, ich weiß schon, wie man "wife" schreibt. Das Wort "Waif" brachte eine Freundin ins Spiel, die mich gestern besuchte und dieses schöne neue Gerät in meinem Wohnzimmer sah. Ihr Großvater habe so ein Ding auf dem Dachboden gehabt, erzählte sie, und es "Waif" genannt. Bettinas Großvater war ein richtiger Leinweber und hatte alles, was man dazu braucht, zum Beispiel auch ein Gerät zum Flachsbrechen.
Die "Waif" hier habe ich von Sabine aus der Spinngruppe, und sie ist nicht nur schöner und pfiffiger, sondern auch besser zu brauchen als meine metallene, etwas wacklige Schirmhaspel, die mit Mengen über 50 Gramm einfach nicht fertig wird.
Die Waif hat ein Zahnrad, mit dessen Hilfe man die Lauflänge leicht berechnen kann. Nach jeweils 40 Umdrehungen wird neben dem Zahnrad eine Stahlfeder ausgelöst, die laut knackt. Man muss nur die Knackse mitzählen.



Ich bin dem Wort "Waif" nachgegangen und fand nach einigem Googeln ein althochdeutsches Wörterbuch online (von Gerhard Köbler). "Waif" bedeutet dort so etwas wie Binde oder Bandage, "waifil" Haspel. Also doch! Ich konnte mich nicht gleich von dem schönen Wörterbuch losreißen - da stehen auch so schöne Wörter drin wie "wangkussi" für Kopfkissen und, besonders schön, "wambaset" für knüppelsatt. Das verhasste "Wampe" klingt deutlich durch.

Aber zurück zur Waif. Das Garn, mit dem ich sie in Gebrauch genommen habe, ist inzwischen abgehaspelt, gebadet und zu Trocknen aufgehängt. Es ist noch immer Joan-Schaf, ostereiergefärbt in einem herrlichen grellen Orange. Ich habe es mit ebenfalls orangefarbenem Konengarn gezwirnt. Durch das Waschen ist es schön fluffig geworden und hat immerhin eine Lauflänge von 340 Meter auf 100 Gramm. Ich hoffe, ich bringe genug davon zusammen, um mir ein ganz besonderes Einzelstück zu stricken: Eine kleine Weste mit Candle-Flame-Muster. Das bietet sich bei dieser Farbe ja geradezu an.
Hier der Faden vor dem Waschen. Strickbar wäre er so auch schon gewesen, aber da er noch Restfett enthält, wollte ich ihn auf jeden Fall gründlich baden lassen, damit er sich entfalten kann. Sonst gerate ich an die falsche Nadelstärke.



Ich habe die letzten beiden orange gefärbten Vliese auf dem Rad; sollte es nicht reichen, muss ich nachfärben. Farbe ist noch ein wenig da.

Mittwoch, 5. März 2008

Mäh!

Soeben erfuhr ich, dass mein Schafskrimi "Mäh!" beim Wettbewerb des Odenwaldkreises unter die ersten fünf Beiträge gewählt wurde.
Ob ich einen der drei Hauptpreise gewinne, erfahre ich erst im April. Aber ich freu mich auch so schon.
Mein Krimi wird auf alle Fälle in der Anthologie der besten Einsendungen erscheinen.
Ich bedanke mich bei allen, die mir dabei geholfen haben, besonders bei den Mitgliedern des Spinnforums, des Blauen Salons, bei Svashtara, unbekannterweise bei den Schafhaltern im Schafhalterforum und allen Ouessantschafen.
Mähgruß!

Montag, 3. März 2008

"Wie denn bloß"-Pullöverchen



Dieses Püllchen hat eine lange Geschichte. Der Anfang war die Wald-Stola zum Geburtstag einer Freundin. Ich hatte zwei Stränge von der Wolle - es ist Uruwolle - und den zweiten Strang hat sofort meine Tochter für sich reserviert, wegen der schönen Nadelwaldfarbe.
Bloß, wie verarbeitet man das? Ich habe ja selbst für meinen Uruwoll-Pullover keine 200 Gramm gebraucht - vielleicht, dachten wir, reicht ein 100 Gramm-Strang für ein Nichts in Größe 34? Aber das war natürlich ein Wunschtraum; so sehr groß ist der Unterschied zwischen Größe 40 und 34 denn doch nicht (das kommt einem nur im Spiegel so vor, grummelt der Kugelfisch). Gott sei Dank stand von einem Ebay-Restekonen-Kauf noch genug dünne grüne Merino hier umher; ich fing also einfach an nach dem Motto: Stricken, soweit die Wolle reicht ...
Meine Tochter wünschte sich eine Ajour-Blende am Saum, die von Krausreihen unterbrochen war; so musste der Anfang mit Nadelstärke 2 von Hand gestrickt werden. Eine schöne Aufgabe für zwei lange DVD-Abende und zwei Brillen übereinander. Nach Abschluss der Saumblende konnte ich das Stück an die Maschine hängen. An das Vorderteil wünschte sich meine Tochter noch ein Bäumchen mit Noppen - problemlos zu realisieren, nur die Noppen habe ich am Schluss von Hand eingehäkelt.



Die Ärmel habe ich diesmal von oben her gestrickt, bis die Wolle alle war nämlich! Und was dann noch fehlte, wurde mit 3fädiger dünner Merino drangestrickt, in demselben Muster wie die Saumblende, nur ohne die Krausreihen. Da hieß es fleißig von Hand umhängen, eine Lochkarte gibt es für dieses Muster nicht und ist wegen der Rapporteinteilung auch nicht herzustellen.
Als Abschluss folgte aus derselben 3fädigen Merino der Carmenkragen, in den ich noch einen Gummi einziehen musste, denn meine zierliche Tochter will den Pulli nicht verlieren ...
Und nun ist er fertig, nach einer Menge Denk- und Fummelarbeit, und wird "Waldelben-Pullover" und für die Raveler auf tolkienisch "Laiquendi Pullover" heißen. Er passt ausgezeichnet. Trägerin und Strickerin strahlen.

Freitag, 29. Februar 2008

"Das sieht aus wie gekauft!"

Diesen Kommentar höre ich zwar nicht besonders gern (obwohl er vermutlich als hohes Lob gemeint ist), aber heute morgen rutschte er mir selbst über die Lippen. Ich wollte ausprobieren, ob mein Scuba-Pullover in der Maschine gewaschen werden kann und suchte im Hinterzimmer nach einem Rest für ein Probeläppchen. Was mir in die Finger kam, war von gekaufter Sockenwolle so schwer zu unterscheiden, dass ich erst beim Stricken richtig Klarheit bekam: Der Farbverlauf sieht nicht nach Sockenwolle aus. Also ist es wohl doch meine Scuba-Wolle. Das Probeläppchen hat den Wollwaschgang unbeschadet überstanden. Mit gleicher Post habe ich auch ein Probeläppchen Ostereierwolle von Joan (siehe unten) mitgewaschen - auch das sieht gut aus, die Farbe ist noch drin und Filz ist auch nicht zu erkennen.

Ein Strang von Joan ist nun gezwirnt und fertig zum Stricken. Um das Restfett herauszubekommen, habe ich ihn in leichter Shampoolösung gebadet. Der Zweitfaden zum Zwirnen ist ein ganz dünner Beilauffaden aus Diolen, den ich mal bei einem Ebay-Kauf dazubekommen habe - eine Riesenkone voll. Gut, dass ich das Zeug endlich auch mal gebrauchen kann. Rechts im Bild die Kone.



Der fertige Faden hat eine Lauflänge von 400 Meter pro 100 Gramm und sollte eigentlich noch über die Strickmaschine gehen. Für die Zukunft muss ich mir aber merken, dass Fäden, die ich noch zwirnen will, mehr Drall bekommen müssen. Der gesponnene Faden hat sich beim Zwirnen wieder fast ganz entdrallt und sieht stellenweise aus, als würde er nur durch den Diolenfaden zusammengehalten.



Schön fluffig, aber nicht so ganz schulmäßig gesponnen, glaube ich. Nun muss ich mit der Wolle in die Massenproduktion. Was hier zu sehen ist, sind gerade mal 60 Gramm. Bei der gemessenen Lauflänge dürfte es aber wieder ein leichter Pullover werden.

Mittwoch, 27. Februar 2008

Erste Schritte mit dem Kardiertier

Die Färbeaktion geht weiter. Astrids Schaf Joan hat sich schon beinahe komplett in ein regenbogenbuntes Schaf verwandelt. Vorgestern abend habe ich weitere 350 Gramm Wolle ins Färbebad befördert:



Links habe ich wieder Ostereierfarbe eingesetzt, rechts eine Flasche Rote-Bete-Saft. Vorher wieder gründlich in Essig vorgebadet (mehrere Stunden lang) und dann in der Farbflotte bei 80 Grad in den Backofen. Da es mit dem Färben spät wurde, habe ich die Wolle erst gestern vormittag gespült; sie lag also die ganze Nacht in der abkühlenden Flotte. Besonders die Ostereierfarbe ist dadurch sehr intensiv geworden. Ich wollte eigentlich keine weitere mehr kaufen, aber dieses Rotorange gefällt mir nun doch so gut, dass ich mir vielleicht noch zwei, drei Päckchen besorge. Zumal meine beiden Töchter Bedarf an Regenbogenpullovern gemeldet haben und ich vielleicht auch ganz gern einen Möbius aus dem tollen Rot hätte.

Seit gestern hat nun auch die Hardware im Hinterzimmer Zuzug bekommen:



Und natürlich habe ich gestern vormittag prompt mit Kardieren angefangen, obwohl ich doch eigentlich Besuch erwartete und gar keine Zeit hatte ... aber für ca. 50 Gramm Wolle hat die Zeit gereicht. Es ging viel einfacher, als ich dachte. (Ich muss sagen, da geistern ganz schauerlich demotivierende Erfahrungsberichte im Netz herum - aber bei mir klappte es gut, vielleicht ist Joan auch nur ein kardierfreundliches Schaf und das dicke Ende kommt noch.) Hier ein Vorher-Nachher-Bild:



Und natürlich flutscht die Wolle auch schon über die Delfina. Beim Kardieren fühlt sich die Wolle trocken an, aber beim Spinnen macht sich das Restfett noch deutlich bemerkbar. Ich bin sehr gespannt, wie der Faden nach der letzten Wäsche aussieht. Wie soll ich den bloß verarbeiten? Mit sich selbst zwirnen mag ich ihn nicht; das wäre zwar farbtechnisch sicher das Beste, aber dann wird mir das fertige Garn zu dick. Ich könnte mir vorstellen, dass ein feiner schwarzer Faden einen schönen Effekt gibt, aber wahrscheinlich muss ich eine Menge herumprobieren.



Zum Abschluss nun noch Yannikas schönes Schafbild für meine Spinnecke. Leider ist das Foto nicht so farbstark wie das Original; vielleicht mache ich später noch ein zweites, wenn das Licht draußen besser ist.

Sonntag, 24. Februar 2008

Spinntreffen im Vogelsberg

Gestern war unser zweites Vogelsberger Spinntreffen, zu dem auch diesmal wieder Spinnerinnen aus ganz Nordhessen gekommen sind. Bei Sabine im Lautertal haben wir fleißig die Rädchen getreten bzw. die Spindolyn in Bewegung gesetzt.
Für mich war es wieder eine große Freude, mit anderen zusammen zu spinnen. Nicht nur wegen der guten Tipps, die ich mit nach Hause nehmen kann, sondern auch und vor allem wegen der Bestätigung in meinem Hobby. Man gilt ja mit einem solchen Handwerk leicht als "verschroben" oder, noch schlimmer, als jemand, der zuviel Zeit hat und nicht weiß, wie er sie totschlagen soll! Letzteres gilt leider für alle Handarbeiten. Müssen sich Männer auf Fußballplätzen oder vor dem Fernseher auch die Frage anhören: "Hast du nichts Besseres zu tun??"

Nun aber hier bitte nicht jammern, sondern jubeln! Das ist das Resultat meiner Färbeaktion diese Woche:



Es ist schon ein paar Tage her, aber bisher war das Licht nicht gut, die Wolle in ihrer ganzen Pracht zu zeigen. Ca. 300 Gramm Wolle von Astrids Schaf Joan sind das, mit Ostereier-Färbeblättchen gefärbt. Ich habe mich an eine ganz einfache Anleitung gehalten, die ich mal in einem Blog gefunden habe: Wolle gründlich in Essig einlegen, dann gut abgetropft in eine Auflaufform packen, die aufgelöste Eierfarbe drübertropfen und ab mit dem Ganzen in den Backofen. Eine Stunde (bei mir waren es eher anderthalb) bei 80 Grad gut durchbacken lassen. Garprobe kann man sich sparen, aber ganz wichtig ist: In der Form langsam abkühlen lassen, erst nach dem vollständigen Erkalten durchspülen und an einem luftigen Plätzchen trocknen lassen.
Ich bin zwar mit dem Ergebnis sehr zufrieden, werde aber wahrscheinlich keine weiteren Versuche mit Eierfarbe machen, sobald mein jetziger Vorrat aufgebraucht ist. Es wird mir zu teuer, denn man braucht reichlich Farbe, um ein halbwegs gutes Ergebnis zu erzielen. Da nehme ich nächstes Mal doch lieber richtige "Färbefarbe".

Und dies trug ich vom Spinntreff nach Hause und freue mich schon sehr aufs Verarbeiten:



Das ist Wolle von Alban, überreicht von Damaris. Ziegenmohair also! Alban ist ein erfreulich sauberer Bock. Die Wolle stinkt nicht, strömt nur ein leichtes Aroma nach Ziegenkäse aus, eigentlich sehr angenehm. Sie fühlt sich auch nur ganz leicht fettig an. Ich könnte mir vorstellen, sie ungewaschen zu kardieren und zu spinnen. Vielleicht geht das besser, als wenn ich sie vorher waschen würde, davon würde sie wahrscheinlich nur fluselig.
Ist es nicht wunderbar, so reich zu sein?
Noch einmal einen lieben Gruß an alle Mitspinnerinnen!

Donnerstag, 21. Februar 2008

Scuba-Pullover

Mein bisher schönstes Werk in diesem Jahr ... und was das Foto nicht zeigen kann: Er ist megakuschlig!



Das Material: knapp 400 Gramm selbstgesponnene Wolle aus Schoppel-Kammzugabrissen. (Die Kammzüge sind übrigens hier zu sehen.) Der Faden ist größtenteils auf dem Delft sehr fein gesponnen und navajogezwirnt. Den letzten Abschnitt habe ich auf dem Minstrel gesponnen, weil dünne Fäden darauf einfach leichter gehen - zwirnen dagegen kann die Delfina eindeutig besser und ist wegen der großen Spulen auch gut ausgerüstet.
Der Pullover ist ein Mittelding zwischen zwei Strickvorlagen aus Sabrina-Heften. Die Schnittform mit dem Lochmusterstreifen bis in Taillenhöhe ist übrigens recht figurgünstig, habe ich festgestellt. Das mache ich bestimmt noch mal. Ich habe mit Nadel Nr. 4 gestrickt; die Lauflänge des Garns lag immer so zwischen 300 bis 320 Meter pro 100 Gramm.
Einen Reinfall gab es aber doch damit: Ich wollte alles richtig machen und habe zum ersten Mal die Ärmel nicht wie gewohnt eingesetzt, sondern nach der Reihenfolge konfektioniert, wie es in Katharina Buss' Strickbibel steht: Zuerst die Ärmelansatznaht, dann Ärmelnaht und Seitennaht in einem Rutsch. Es war ein Desaster, die Ärmel waren oben an der Schulter zu weit und schlugen Falten. Ich musste die Ärmelansatznaht wieder aufmachen und bin dann doch so vorgegangen, wie ich es vom Nähen her gewohnt bin: erst alle Seitennähte schließen, dann den Ärmel von der Ärmelseite her ins Armloch stecken und die Mehrweite unter dem Arm verteilen. So sitzt er viel besser. Der Schnitt ist mir um die Schultern herum immer noch ein wenig zu weit, aber vielleicht "senkt" sich das Ganze im Tragen noch nach unten.

Der Pullover ist unglaublich weich und kuschlig, ein pures Wohlfühlteil. Und da er für Ravelry einen schönen Namen haben muss, nenne ich ihn "Scuba" - meine Tochter sagte, die Lochmusterstrukturen erinnern an die Luftblasenketten, die beim Tauchen entstehen.
Beim Spinntreff am Samstag werde ich in "Scuba" auftauchen! Und von den Kammzugresten, die hier noch liegen, mache ich vielleicht bei Gelegenheit noch einen dünnen Faden für einen passenden kleinen Lace-Schal.

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