Mützen in Serie

Ich habe jahrelang Mützen abgelehnt, weil ich so kurze Haare hatte, dass jede Mütze aussah wie ein Chemocap. Erst seit meine Frisur so lang geworden ist, dass wenigstens ein paar Strähnen aus der Mütze herausschauen, habe ich Geschmack am Mützenstricken gefunden. Mir stehen eigentlich nur die Tellermützen, die man auch Tam, Beret oder Baskenmütze nennt. Davon habe ich nun eine ganze Reihe gestrickt, immer in der Tellermützenform, obwohl von all den Mützen eigentlich keine einzige für mich selbst bestimmt ist. Na gut, außer einer einzigen. Die zeige ich gleich vorab:



Das Garn für diese Mütze wurde ausschließlich mit der Handspindel gesponnen, und zwar zum Großteil im Urlaub. Ich benutze die Handspindel kaum noch, eigentlich nur, wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind. Trotzdem kommt im Lauf der Zeit einiges zusammen. Ich habe sogar noch eine Menge von dem Herzchengarn übrig. Die Herzchen sind kleine Holzperlen und gleich auf der Spindel ins Garn eingefügt.
Für diese Mütze gibt es keine Anleitung, ich habe - wie mein früherer Chef zu sagen pflegte - "aus der kalten Lameng" gestrickt.

Die folgenden Mützen dagegen sind nach Anleitung entstanden, und zwar alle nach Designs von Susan Anderson-Freed. Von ihren Handschuhmustern habe ich ja schon viele mit Begeisterung umgesetzt. Nun sind also die Mützen an der Reihe, und es gibt bestimmt noch mehr.



Die Sternchenmütze hat bei Anderson-Freed den Namen "seven point star tam", endet also in einem siebenzackigen Stern. Diese Mütze ist für ein Tauschpaket bestimmt. Ich muss schon sagen, als ich sie selbst aufprobierte, war ich begeistert. Die leuchtenden Farben lassen das ganze Gesicht strahlen.

Auch fürs Tauschpaket ist diese Mütze:



Das Design heißt "six point snowflake medaillon" und zeigt folglich einen sechszackigen Stern. Wie bei allen Mützen von Anderson-Freed wird der Eindruck im wesentlichen durch die Farbwahl bestimmt; vor allem durch die Entscheidung, an welchen Stellen man die Farben wechselt. Bei Ravelry sind Projektseiten zu sehen, von denen man nicht glauben würde, dass sie die gleiche Mütze zeigen, obwohl nur die Farben unterschiedlich sind.

Diese Mütze ist eine Auftragsarbeit:



Das Design heißt "nine-point allover", also ein neunzackiger Stern. Die Mütze ist für eine Freundin, die gern Grautöne und Orange verarbeitet haben wollte. Ich war ein wenig im Zweifel, ob das fertige Stück zu ihr passt, denn das Orange ist doch sehr dominant und meine Freundin hat naturrote Haare. Sie hat mir allerdings geschrieben, dass zu ihren Haaren eigentlich alles passt außer Rosa und Helllila.
Nun gut, die Mütze ist inzwischen bei ihr eingetroffen und sie war begeistert. Anscheinend passt es also doch.

Die letzte Auftragsmütze ist diese:



Für die liebe "Teerose" Martina, die mich schon so oft mit Tauschgeschäften erfreut hat. Ich habe wunderschöne orangefarbene Wolle bekommen, Maschenmarkierer und eine tolle Halskette mit einem Svarovski-Stern in meinen Lieblingsfarben. Ach ja, die Mütze heißt "outlined star tam" und zeigt einen neunzackigen Stern. Susan Anderson-Freed hat alle ihre Mützen aus dem Buch "Nordic Knitting" mit Frauennamen versehen; diese letzte Mütze ist zum Beispiel nach Katey benannt. In ihrem Vorwort schreibt sie, dass sie die Entwürfe zum Großteil während ihrer Chemotherapie entwickelt hat. Die Mützen, Handschuhe, Socken und Beinstulpen, die sie in dem Buch vorstellt, tragen die Namen der Stationsschwestern.

Ich habe nicht herausfinden können, wie es ihr aktuell geht; das jüngste Interview, das ich gefunden habe, ist von 2012, und darin erzählt sie, dass sie seit 2004 wegen Brustkrebs behandelt wird. Ich hoffe, dass sie weiter strickt, entwirft und das Leben genießt. Ihre Designs begeistern mich seit Jahren.
Michaela (Gast) - 15. Mrz, 13:28

Wunderschöne Designs. Danke für die Hintergrundinfos!
Ich trage keine Mützen, obwohl ich einen Hut- und Mützenkopf habe. Auf Kinderfotos sieht man mich oft, wie ich mir gerade ein Tuch oder eine Mütze vom Kopf zerre.
Skifahren in Eiseskälte ohne Mütze.
Daher stricke ich auch wenig Mützen. Aber diese hübschen Muster lassen mich vielleicht Schwach werden. Es gibt ja genügend andere, die sie tragen würden ...

schmollfisch - 16. Mrz, 01:26

Ich war auch jahrelang Mützenverweigerer. Mein Mann, der Halbglatzenträger ist, muss bei Kälte unbedingt was auf dem Kopf haben und fand es immer total verwegen, wie ich selbst bei Eiseskälte oben ohne herumspazierte.
Mit zunehmendem Alter habe ich mir zunächst ein paar Filzhütchen zugelegt und jetzt endlich auch Mützen. Eigentlich nicht primär weil ich friere, sondern weil eine bunte Mütze Laune macht.
Auch praktisch, wenn frau "bad hair day" hat, eigentlich nur auf der Couch rumschlufft und dann plötzlich merkt, dass doch noch mal Wein, Käse und Chips gekauft werden müssen ...
Michaela (Gast) - 18. Mrz, 15:56

Hüte trage ich oft und gern. Auch der dünnhaarige Angetraute bekam schon gestrickte Mützen. Allerdings suchen diese sich öfters einen anderen Aufenthaltsort, so dass ich auch gleich für andere stricken kann ...

Bad Hair Day, da sagst du was: das ist im Grunde ein 24/7-Zustand.
Als ich noch täglich mit dem Motorrad zur Arbeit gefahren bin, war es auch nicht besser, aber Stoppelhaare stehen mir ja auch nicht.

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