Mittwoch, 7. Mai 2008

Viel Spreu mit etwas Wolle drumrum

Das letzte Wochenende stand komplett im Spinnzeichen, falls es so was gibt ... Nach dem wunderschönen Spinntreff auf meiner Terrasse - acht Räder waren in Betrieb - stand letzten Sonntag ein Besuch beim Schäfer in Nidda an. Ein Vlies schwarze Merino war vereinbart ... Wir brauchten eine Weile, das richtige Kuhdorf oder vielmehr Schafdorf zu finden; eine entscheidende Hilfe war eine große Schafherde, die hinter Gedern "nackig" an der Straße stand. Geschorene Schafe, das musste richtig sein! Ich lehnte mich aus dem Fenster und fragte den Schäfer, ob er zufällig mit mir verabredet sei. Ganz richtig war es dann nicht, denn der Schäfer war nicht mein Schäfer, sondern ein Verwandter, aber die Schafe waren jedenfalls meine Schafe und irgendwo dazwischen stand bestimmt auch mein schwarzes Merino. Genaues ließ sich nicht feststellen, denn über all dem Mäh und Böh kam ich kaum zu Wort. Am Hof angekommen wurde mir jedenfalls mein Vlies ausgehändigt und die Dame, die es mir gab - ich glaube, es war die Mutter des Schäfers -, freute sich, dass wahrhaftig jemand mit der Wolle spinnen will.



Na ja - mit der Freude an der Wolle ging es erst mal rapide bergab, als ich die Tüte auspackte. Die Wolle war farblich schön und (soweit ich das beurteilen kann) nicht übermäßig fettig und verdreckt, aber dafür eingefüttert bis zum Gehtnichtmehr! Die erste Hälfte war so schön gleichmäßig mit Spreu durchsetzt, dass ich schon fürchtete, ich muss alles wegwerfen.
Die gewaschene Wolle:



Natürlich kam beim Kardieren noch einiges an Dreck raus, aber die kardierten Vliese sahen immer noch mehr nach Heuboden aus als nach kuschelweichem Pullover. Aber ehe frau sich beschwert, setzt sie sich hin und spinnt. Und dann kam die Erleichterung: Der ganze Dreck verabschiedete sich beim Spinnen. Was sich an meinen Hosenbeinen und zwischen den Füßen der Delfina ansammelte, spottet jeder Beschreibung, aber der Faden ist sauber, schön und superweich.



Das habe ich mit ein wenig übrig gebliebener Wolle von Astrids Schaf Joan, gefärbt mit Rote-Bete-Saft, gemischt und mit einem roten Wollfaden von der Kone gezwirnt. Der Faden ist schön weich. Es wird also. Die Lauflänge liegt bei ca. 330 Meter pro 100 Gramm ... wenn ich den Faden mit sich selbst zwirne, wird er sicher zu dick. Aber ich werde es trotzdem ausprobieren. Material ist ja genug da, das halbe schwarze Merino liegt noch in einem Kissenbezug auf dem Balkon.

Und hier zwischen all der Rohwolle noch was Anspruchsvolles, nämlich ein Lacegarn aus gefärbtem Kammzug von der Wollwaschfee. Meine Geburtstagswolle von meinen Töchtern. Es ist immer noch ein Rest Kammzug da, wie man sieht, aber auf die Spule ging absolut nix mehr. Der Strang wiegt 180 Gramm und bringt es auf etwas über 1000 Meter. Ich weiß schon, was ich damit mache, aber erst mal probieren. Das Farbenspiel ist einfach phantastisch!

Mittwoch, 30. April 2008

Farbenrausch

Ein wenig Uru-Roving und einen Strang Kauniwolle hatte ich bei Emi bestellt. Und das kam heute an:



Nicht nur die bestellte Wolle - und die ist wie immer phantastisch, ein wahres Feuerwerk an Farben in Form kuschelweicher Fasern -, sondern auch ein ganzer Armvoll Faserproben für unsere Spinngruppe, zum Anschauen, Fühlen, Probespinnen! Ist das nicht wie Ostern und Weihnachten auf einmal? Die Vogelsberger Spinnerinnen, die am Samstag mit ihren Rädern zu mir kommen, werden diese wunderschönen Kammzüge bestimmt genauso lieben wie ich!


Der wahre Reichtum

Bei der Gelegenheit habe ich mir übrigens mal wieder vor Augen geführt, wie viele Tücher ich schon habe. Hier liegen alle - bis auf das Peacock-Tuch, das konnte nicht mit aufs Foto, weil meine Tochter es heute in der Schule trug. Hier sind alle anderen, zehn Stück habe ich gezählt!



Was von oben herabhängt, ist selbstgesponnen - aus Blue Faced Leicester, von Emi handgefärbt. Und was ganz unten liegt, ist mein Alpakatuch, das schon über 30 Jahre auf dem Buckel hat. Das leuchtend Gelbe ist ebenfalls selbstgesponnen, aus Uru-Roving. Alles andere aus Uruwolle gestrickt, einschließlich des Peacock-Tuchs, das nicht mit aufs Bild durfte.

So langsam ist nun aber Schluss mit den Tüchern. Ich habe noch ein ganz buntes Färö-Tuch aus Selbstgesponnener in Arbeit, ein Pfauenmustertuch ist noch geplant ... und dann, wenn mir nicht gerade das ultimative Muster über den Weg läuft, fällt erst mal die Klappe für Lacetücher. Frau kann auch mal was anderes anziehen!

Dienstag, 22. April 2008

Ein wenig Luxus!

Von meinem Preisgeld aus dem Krimiwettbewerb des Odenwaldkreises will ich mir ein paar besondere Kleinigkeiten gönnen. Hier auch schon die erste Kleinigkeit: Ein edles Knitpicks-Harmony-Nadelset.



Das übliche "große" Set, das bis Stärke 8 reicht, habe ich nicht genommen, weil ich dicke Nadeln fast nie benutze. Ein einziges Mal habe ich mit Stärke 7 gestrickt - einen Winterschal aus Chenille, der so dick ist, dass ich ihn nur zweimal getragen habe!
Statt dessen habe ich mich für das Einsteigerset entschieden, das die Nadelstärken 4, 5 und 6 enthält, und zusätzlich Nadelspitzen Stärke 3,5 sowie eine 3er-Rundnadel. Damit ist fast alles, was ich brauche, abgedeckt. Später kann ich noch Sockennadeln und Nadelspitzen Stärke 4,5 dazukaufen - damit wäre ich dann komplett.
Und jetzt bin ich sehr gespannt, ob das wirklich so Wunderdinger sind, wie in den Foren behauptet wird.

Fertig geworden ist das Japanese Feather & Fan-Tuch, das bei mir "Seraphin" heißt:



Ganz fehlerlos ist das Gestrick nicht. Die Strickschrift lag als Excel-Dokument mit etwas eigenwilligen Symbolen vor. Daran gewöhnt frau sich zwar schnell, aber trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, das mit der Strickschrift etwas nicht stimmt. Gegen Ende passten die Rapporte überhaupt nicht aufeinander, nicht nur in meinem Gestrick nicht, sondern auch in der Strickschrift nicht. Bei Ravelry habe ich indessen keine Beschwerden gefunden. Also nehme ich mal an, der Fehler liegt nicht in der Anleitung, sondern sitzt davor ...
Wie auch immer, das Teil ist fertig geworden und hat die Form einer angeschnittenen Torte. Die Breite (also der Radius der Torte) beträgt ca. 60 cm. Material ist wieder Uruwolle, 120 Gramm, gestrickt mit Nadelstärke 4. Übrigens habe ich zwei Rapporte mehr gestrickt als in der Anleitung angegeben, sonst hätte ich nicht mal ganz 100 Gramm gebraucht.



Das Original dieses Tuchs (der Link steht zwei Beiträge weiter unten) ist weiß und wesentlich klarer im Muster. Wahrscheinlich wäre eine einfache Farbe besser dafür gewesen. Aber was solls, ich habe es halt so gemacht ...
Im Augenblick habe ich keine Lust auf weitere Tücher. Nach meiner Rechnung ist dieser Schal mein siebter oder achter aus Uruwolle; weitere vier habe ich aus selbstgesponnenem Garn gestrickt. Sollte ich allerdings noch mal ein Tuch stricken, wird es sicher auch wieder diese Tortenform haben. Sie passt sich der Körperform am besten an, rutscht nicht so wie ein Dreieck und krumpelt nicht so am Hals wie ein viereckiges Tuch, sondern lässt sich ganz zwanglos "umwerfen".


Warum dieses Tuch "Seraphin" heißt ...

Ich habe während des Strickens eine Menge gelesen: Noch im Urlaub "Dickicht" von Scott Smith, einen ziemlich splattrigen Thriller. Es hätte nahe gelegen, den Schal "Dickicht" zu nennen (wegen der Farbe), aber das Buch war mir schlicht zu schundig, um den schönen Schal danach zu taufen. Nach dem Urlaub habe ich eines meiner Lieblingsbücher wiedergelesen: "Die Geschwister von Neapel" von Franz Werfel. Ein bezauberndes Buch, das eine satte Namenauswahl für mein Tuch geboten hätte: Annunziata, Grazia, Iride, Lauro, Placido, Ruggiero. Aber gewonnen hat dann schließlich das dritte Buch, das ich ebenso wie den Schal gestern beendet habe: "Das ermordete Haus" von Pierre Magnan. Ein Krimi, der kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in der Provence spielt, und ein unglaubliches Buch - viel mehr als "nur" ein Krimi. Seraphin ist der Name der Hauptperson: ein junger Mann, der als kleines Kind ein Massaker an seiner Familie, später den Dienst an der Front überlebt und danach für sein Heimatdorf - passend zu seinem Engelsnamen - zum rächenden wie auch zum rettenden Engel wird.

Sonntag, 13. April 2008

Ich bin ein erfolgreiches Schaf!

Mein Schafskrimi "Mäh!" wurde im Krimiwettbewerb des Odenwaldkreises mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
Hier ein paar Eindrücke von der Preisverleihung gestern in Michelstadt.
Und hier ein Lesepröbchen. Klicken und Mäh! schreien.

MÄÄÄÄÄH!!!!

Dienstag, 8. April 2008

Abends im Santana-Hüttchen genadelt ...

... und übrigens auf dem Rückflug fortgesetzt, denn es stimmt nicht, dass man auf Flugreisen keine Stricknadeln im Handgepäck haben darf. Da ich in einem Forum gelesen habe, es sei so, hatte ich auf dem Hinflug mein geliebtes Strickzeug brav in den Koffer getan. Ich wurde grün vor Neid, als eine junge Portugiesin in der gegenüberliegenden Sitzreihe Wolle und Nadel (es dürfte mindestens eine 8 mm-Nadel gewesen sein) hervorkramte und losstrickte! Da wir mit der gleichen Fluggesellschaft zurückflogen, nämlich der TAP, hatte ich heimwärts mein Strickzeug bereit. Es ist der Japanese Feather Fan Shawl von Izzyknits. Die Designerin stellt dieses wunderschöne Design zum Runterladen zur Verfügung. Das fertige Tuch ist fast kreisförmig. Ich stricke es aus Uruwolle in Grün-Gelb.



Viel sieht man da noch nicht, obwohl ich schon im letzten Mustersatz bin, aber wahrscheinlich stricke ich einen mehr, da ich bisher nicht mal 100 Gramm verbraucht habe. Ein bisserl mehr darf schon sein.
Beim Stricken habe ich wieder viel gelesen, und zwar vorwiegend einen Thriller, den ich mir am Frankfurter Flughafen gekauft habe: "Dickicht" von Scott Smith. Mit sicherem Griff habe ich genau das herausgesucht, was optimal geeignet ist, der dschungelartigen Botanik in Madeira mit Misstrauen zu begegnen. Das Buch ist superspannend und das Gegenteil von guter Literatur. Obendrein splatterig und stellenweise fäkalbetont, um es ganz vornehm auszudrücken. Nach mir hat es meine große Tochter übernommen und war in zwei Tagen fertig. Ich habe es mit großem Vergnügen gelesen, empfehle es aber nicht; es haben nicht alle einen so schlechten Geschmack wie ich.

Fertig geworden ist die Swanlake-Stola. Das Garn ist selbstgesponnen aus Uru-Roving in der Farbe Wild Daisies. Am schönsten wirkt die Stola auf schwarzem Untergrund. Ich trage sie schon recht gerne, obwohl sie mir schon fast zu auffallend ist; noch lieber trägt sie meine Tochter.


Design: Melanie Gibbons

Mit meinem selbstgesponnenen, von Emi handgefärbten Blue Faced Leicester hatte ich bisher allerdings kein Glück. Auch das hatte ich in Urlaub mitgenommen, zusammen mit der Kopie einer Strickschrift aus "Victorian Lace Today". Ich möchte diese neue Stola gern dreiteilig machen, mit einem quer gestrickten Mittelteil, um die Farbverläufe zu betonen, aber das bisher gestrickte Stück gefällt mir nicht. Ich muss mir ein schlichteres Muster aussuchen. Wahrscheinlich werde ich das Garn nun doch an die Maschine hängen.




Occhi wieder mal



Damit habe ich diesmal Glück. Schon oft habe ich den Spaß am Occhi nach ein paar Mustersätzen verloren, aber dies hier flutscht und es macht unheimlich Spaß, die Handarbeit in einem winzigen Blechdöschen mitnehmen zu können. Letzten Sonntag war ich auf einem Familienfest, da haben alle gestaunt. Sogar meine 18jährige Nichte, die für Handarbeiten normal nur Verachtung übrig hat, fand die Kringel hübsch.



Mein Urlaubs-Souvenir zeige ich demnächst: ein wunderschönes Stück aus madeirensischer Wolle. Nein, keine Stickerei, die sind unbezahlbar - ich habe eine Tischdecke für 4.000 Euro gesehen, vermutlich die Arbeit eines ganzen Jahres (und wenn es meine Arbeit gewesen wäre, hätte ich sie nicht um diesen Preis verkauft). Die wollenen Stricksachen sind dagegen eigentlich viel zu billig. In den nächsten Tagen folgen Fotos davon.

Mittwoch, 19. März 2008

Ich kann kaum glauben,

das ich heute wirklich alles fertig gebracht habe, was ich vorhatte. Sogar vor elf Uhr abends.
Schlabberhose fertig genäht, endlich die Schwanensee-Stola fertig gestrickt und aufgenadelt, Tochter zum Klaviervorspiel begleitet, anderer Tochter bei einem unangenehmen Termin beigestanden, Kuchen für Tochtergeburtstag morgen; ich hab wirklich und wahrhaftig alles gebacken gekriegt. Nur kein Foto von der Schwanensee-Stola. Die Abkettreihe habe ich nämlich während der Einspielzeit auf dem Flur der Musikschule gestrickt. Nach Beendigung ging ich aufs Klo und legte mir die Stola um ... es wird, ich glaube es wird. Es wird wirklich eine Stola. Ich hatte schon mächtige Zweifel daran; nicht wegen des Designs, das ich nach wie vor toll finde, sondern wegen meines selbstgesponnenen Garns.
Und nun verabschiede ich mich für die nächsten zwei Wochen. Vielleicht bring ich ein paar Gedichte aus dem Urlaub mit; viel mehr wird's nicht sein.

Donnerstag, 13. März 2008

"Wie denn bloß" Teil II

Endlich fertig geworden ist die neue Jacke aus dem Glitzervlies von der Wollwaschfee, das mir meine Töchter zu Weihnachten geschenkt haben. Beim Zwirnen habe ich noch mal ziemlich experimentiert. Anfangs wollte ich die Wolle nämlich gern einfädig verarbeiten und hatte einen kleinen Strang einfädige Wolle fertig . Der schien mir dann aber nicht stabil genug; ich habe die übrige Faser also dünner gesponnen und mit lila Merino von der Kone gezwirnt. Nun lag da noch der kleine Strang und da ich bei 200 Gramm Material auf kein Fäserchen verzichten kann, wenn ich mir eine Jacke stricken will, habe ich diesen kleinen Strang auch noch gezwirnt - mit rotem Glitzergarn.
In einem meiner Sabrina-Hefte fand ich eine halbwegs passende Vorlage, einen ärmellosen Pullunder, teils glatt, teils in Lochmuster gestrickt und mit einer breiten Saumblende in einem "Webmuster", so lautete die Bezeichnung. Ich habe erst mal diese Saumblende nachgestrickt, und zwar von Hand mit einem farblich passenden Baumwoll-Viskosegemisch, das in meiner Grabbelkiste lag. (Als meine Töchter klein waren, habe ich ihnen hin und wieder Bilderpullis gestrickt - aus dieser Zeit habe ich noch einige effektvolle Garne in 1 bis 2 Knäuel-Mengen.)
Die 7 cm breite Saumblende habe ich dann an die Maschine gehängt und mit einer Lochmusterkarte losgestrickt. Und so sah das Ergebnis aus:



Da die Webmusterborte dazu neigt, in die Breite zu gehen, wölbte sich das Saumteil schößchenartig nach oben. Ich hielt das für einen ganz pfiffigen Effekt, bis die Jacke fertig war und ich sie anzog. Nee, das war es nicht wirklich. Überhaupt nicht :-(

In einer einzigen Abendsitzung (wir haben uns eine Neuverfilmung von "Die Körperfresser kommen" mit Nicole Kidman angeguckt) habe ich die Borte abgetrennt, die Maschen gefangen und von oben nach unten eine neue Borte in einem passenden Lochmuster angestrickt. Jetzt sieht es wirklich viel besser aus. So richtig zufrieden bin ich nicht. Aber das liegt nicht an der Jacke selbst, sondern daran, dass sie mir nicht wirklich steht. Wurscht. Ich trage sie trotzdem.



Am besten gefällt mir der Ausschnitt. Nachdem ich lange Zeit nur V-Ausschnitte gestrickt habe in der Annahme, die stehen mir am besten, ist dieser viereckige mal eine schöne Abwechslung. Den werde ich sicher noch öfter stricken, zumal die Maschenaufnahme für das Bündchen einfach und sauber geht, die Kanten sind ja alle gerade, es gibt keine verkürzten Reihen.
Der untere Teil der Ärmel ist aus der Wolle vom "kleinen Strang", also der mit roten Glitzergarn verzwirnten. Auch dieser Effekt gefällt mir gut.
Für Ravelry heißt die Jacke auf Vorschlag meiner Tochter "Lilac Jacket".
Übrigens habe ich während des Strickens die H-moll-Messe von Bach gehört. Das passt, Lila ist ja sozusagen eine katholische Farbe. Ein wenig Pat Metheny auch, aber die CD, die ich da gerade hatte, ist nicht seine beste.

Auf ein Neues ...

Ich konnte es nicht lassen, Joanwolle in diesem knalligen Orange anzustricken. (Das Foto ist mit Blitz gemacht; in Wirklichkeit ist das Orange heller und leuchtender.) Das Muster - auch auf Vorschlag meiner Tochter - zur Farbe passend: Candle Flame.



Es soll eine kleine Weste werden, aber ich bin nicht sicher, ob die Wolle reicht. Es sind nur etwa 200 Gramm, wieder mit Konenwolle gezwirnt und mit Nadelstärke 4 gestrickt. Wahrscheinlich muss ich nachfärben, aber Farbe ist noch da. Nur werde ich diesmal die Wolle vor dem Färben kardieren.

An der Tücherfront erwartet mich als Nächstes definitiv dies hier - klickt mal -: Japanese Feather And Fan Shawl.
Es gibt so viele herrliche Tücheranleitungen im Netz und in den bekannten Lace-Büchern, dass frau sich schon gut überlegen muss, was sie strickt, zumal die Kommode schon überquillt. Dieses hier ist fällig. Ich habe es über Ravelry gefunden - available for free! Leider liegen die Strickschriften als Excel-Listen vor. Ich hoffe, ich kriege das ausgedruckt. Uruwolle von Emi habe ich noch liegen - in Grün mit etwas Blassgelb. Und ein grünes Tuch fehlt mir noch. Eines in Grün mit Blassgelb.

Montag, 10. März 2008

Waif

Doch, ich weiß schon, wie man "wife" schreibt. Das Wort "Waif" brachte eine Freundin ins Spiel, die mich gestern besuchte und dieses schöne neue Gerät in meinem Wohnzimmer sah. Ihr Großvater habe so ein Ding auf dem Dachboden gehabt, erzählte sie, und es "Waif" genannt. Bettinas Großvater war ein richtiger Leinweber und hatte alles, was man dazu braucht, zum Beispiel auch ein Gerät zum Flachsbrechen.
Die "Waif" hier habe ich von Sabine aus der Spinngruppe, und sie ist nicht nur schöner und pfiffiger, sondern auch besser zu brauchen als meine metallene, etwas wacklige Schirmhaspel, die mit Mengen über 50 Gramm einfach nicht fertig wird.
Die Waif hat ein Zahnrad, mit dessen Hilfe man die Lauflänge leicht berechnen kann. Nach jeweils 40 Umdrehungen wird neben dem Zahnrad eine Stahlfeder ausgelöst, die laut knackt. Man muss nur die Knackse mitzählen.



Ich bin dem Wort "Waif" nachgegangen und fand nach einigem Googeln ein althochdeutsches Wörterbuch online (von Gerhard Köbler). "Waif" bedeutet dort so etwas wie Binde oder Bandage, "waifil" Haspel. Also doch! Ich konnte mich nicht gleich von dem schönen Wörterbuch losreißen - da stehen auch so schöne Wörter drin wie "wangkussi" für Kopfkissen und, besonders schön, "wambaset" für knüppelsatt. Das verhasste "Wampe" klingt deutlich durch.

Aber zurück zur Waif. Das Garn, mit dem ich sie in Gebrauch genommen habe, ist inzwischen abgehaspelt, gebadet und zu Trocknen aufgehängt. Es ist noch immer Joan-Schaf, ostereiergefärbt in einem herrlichen grellen Orange. Ich habe es mit ebenfalls orangefarbenem Konengarn gezwirnt. Durch das Waschen ist es schön fluffig geworden und hat immerhin eine Lauflänge von 340 Meter auf 100 Gramm. Ich hoffe, ich bringe genug davon zusammen, um mir ein ganz besonderes Einzelstück zu stricken: Eine kleine Weste mit Candle-Flame-Muster. Das bietet sich bei dieser Farbe ja geradezu an.
Hier der Faden vor dem Waschen. Strickbar wäre er so auch schon gewesen, aber da er noch Restfett enthält, wollte ich ihn auf jeden Fall gründlich baden lassen, damit er sich entfalten kann. Sonst gerate ich an die falsche Nadelstärke.



Ich habe die letzten beiden orange gefärbten Vliese auf dem Rad; sollte es nicht reichen, muss ich nachfärben. Farbe ist noch ein wenig da.

Wohnsitze

Aktuelle Beiträge

Viel Spreu mit etwas...
Das letzte Wochenende stand komplett im Spinnzeichen,...
schmollfisch - 7. Mai, 23:53
wie fasst sich die denn...
wie fasst sich die denn an, die Kauni??? Wie schaaaade,...
evaline - 5. Mai, 22:42
Farbenrausch
Ein wenig Uru-Roving und einen Strang Kauniwolle hatte...
schmollfisch - 30. Apr, 22:56
Amazon hat's:
Mords Schafe Vielleicht stimmt die ISBN nicht? Bei...
schmollfisch - 24. Apr, 12:43
Grmpf!
Die Thalia-Buchhandlung hier am Ort konnte mit der...
Kerstin (anonym) - 24. Apr, 11:36

Archiv

Mai 2008
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 

Suche

 

Status

Online seit 480 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 8. Mai, 00:06

Profil
Abmelden
Weblog abonnieren