Mittwoch, 9. Mai 2012

Ein neues Lieblingsstück!

Fertig ist mein Spitzenpulli aus Teeroses superfeiner Lacewolle!


Design: Erika Knight

Die Vorlage stammt aus dem Frühjahrsheft "Fantastische Strickideen" und ist wohl schon früher in einem Rowan-Heft erschienen. Das Original - von der Designerin Erika Knight - ist aus Rowan Kidsilk Haze gestrickt, einem derart teuren Material, dass in der Vorlage mehrmals betont wird, wie wenig Garn man braucht. Ich hatte ja nun das Garn schon da - die wunderschöne handgefärbte Lacewolle von Teerose -, aber der Pulli ist tatsächlich ein Leichtgewicht: 86 Gramm bringt er auf die Waage. Und ich muss ein wenig aufpassen beim An- und Ausziehen, weil die superfeinen Fäden gern in der Armbanduhr etc. hängen bleiben. Aber das Teil sieht einfach nur wunderschön aus. (Über einem Bikinioberteil, wie im Strickheft empfohlen wird, werde ich es aber nicht tragen - mein Bäuchlein ist für solche Experimente nicht mehr geeignet ...)

Ich bin schon am Überlegen - von meinem angefangenen "Maskenball in Venedig"-Tuch, das ich nicht fertig gestrickt habe, liegt noch einiges an ebenso feiner Lacewolle in Lila da. Vielleicht könnte ich noch einen zweiten solchen Pulli gebrauchen?

Sonntag, 29. April 2012

Noch dünner, noch feiner ...

Von Teerose aus dem Spinnforum habe ich schon vor einiger Zeit eine handgefärbte Lacewolle erstanden - man müsste wohl eher von "cobweb" sprechen, das Garn hat eine Lauflänge von 1200 Meter auf 100 Gramm. Zwei große Stränge liegen in meinem Wollregal.



Ich habe eine Weile gebraucht, eine Vorlage zu finden, die dieses Garn zur Geltung bringt. Die meisten Strickmuster sind in so extrem feiner Wolle gar nicht mehr richtig zu erkennen, außer man strickt mit entsprechend dünnen Nadeln, und dann wird man ja nie fertig. Im Frühjahrsheft "Fantastische Strick-Ideen" habe ich das richtige Projekt gefunden. Es ist der Pullover "Fancy" von Erika Knight.
Das Muster ist nun wirklich nicht einfach zu stricken, ich habe eine ganze Weile herumprobiert, und hier habe ich es sogar als "eklig" bezeichnet und verkündet, ich würde das nicht stricken. Nun geht es aber doch. Ich habe nun mal nichts anderes gefunden, was sich für diese feine Wolle besser eignet. Und mit etwas Übung flutscht das Stricken jetzt auch.



Ich habe noch nie ein Kleidungsstück mit so extrem dünner Wolle gestrickt und war im Zweifel, ob das überhaupt gut aussieht und nicht im Tragen total formlos an mit herumbaumelt. Deshalb habe ich den Rumpf schon zusammengenäht. Es wird toll, ich trage es Teil schon als ärmellosen Pullunder, aber die Ärmel kommen noch dran. Natürlich habe ich das Muster gespannt, bin aber guter Hoffnung, dass es später nach dem Waschen jeweils genügen wird, den Pulli in Form zu ziehen.

Da dieses Teil vorwiegend beim Anschauen der Tudor-DVDs entstanden ist, habe ich es nach dem netten, von Gicht geplagten Botschafter Chapuys benannt - einer der ganz wenigen Leute, die in der Tudor-Serie alt werden und eines natürlichen Todes sterben dürfen. (Ich glaube, es sind überhaupt nur drei, nämlich Henry selbst, Charles Brandon und Chapuys - und von diesen dreien ist Chapuys der netteste. Alle anderen werden geköpft, gevierteilt, verbrannt oder sterben jedenfalls jung.)

Donnerstag, 12. April 2012

"Good Grief"

Die Künstlerin Jacqui Parkinson beschäftigt sich mit vielerlei textilen Ausdrucksmitteln. Eine ihrer Ausstellungen, die - wenn ich es richtig verstanden habe - zur Zeit durch Kirchen wandert, habe ich vor ein paar Tagen in der Kathedrale von Exeter bewundern können. Es war Zufall, ich wollte eigentlich nur die Kathedrale sehen, aber Jaquis Arbeiten haben mich so bewegt, dass ich ihnen fast ebenso viel Zeit gewidmet habe wie der eigentlichen Kathedrale.

Bitte die Namensnennung "Jacqui" nicht als Anbiederung verstehen. Sie nennt sich selbst so in ihrem Gästebuch und hat ihr persönliches Grußwort im Rahmen der Ausstellung so unterschrieben.

Jacqui hat in Zeit eigener Trauer, nachdem sie ihren geliebten Mann durch Krebs verloren hatte, an diesen "Bildern" gearbeitet. In der Ausstellung "Good Grief" hängen keine Bilder im engeren Sinn, sondern bestickte Taschentücher. Die Taschentücher sind alle alt und waren zum Teil über Generationen in Gebrauch. Viele Tränen mögen in sie geweint worden sein, viel Kummer haben sie kennen gelernt. Jacqui hat eine Anzahl dieser Taschentücher in liebevoller Kleinarbeit mit Liedtexten, Gedichten, comicartigen Bildern und Symbolen bestickt und jedes für sich mit Silberfaden in einen Rahmen gespannt. Bilder der Taschentücher kann man auf ihrer Website Cathedral Exhibition sehen.

Es ist schwer zu sagen, was mich an dieser Ausstellung so erschüttert hat. Mich berührt jede sorgfältige und liebevolle textile Arbeit, gerade weil diese Arbeiten oft so gering geschätzt werden, auch und gerade von Menschen, die künstlerisch tätig sind. Mich berührt auch jeder Versuch, solche alten Arbeiten, von einer Art, wie sie heute gar nicht mehr hergestellt werden, zu präsentieren. (Wer benutzt heute noch Stofftaschentücher? Und macht sich gar die Mühe, sie liebevoll mit Spitzen und Monogramm zu verzieren?) Bei Jacqui kommt aber noch eine weitere Dimension hinzu, die symbolische Bedeutung des Taschentuchs, die mich ganz unmittelbar angegriffen hat. Das zierliche Damentaschentuch steht nicht nur für Kummer, sondern auch für die weibliche Ohnmacht vergangener Zeiten, als Damen wenig anderes übrig blieb, als dahinzusinken und das Tüchlein zu ziehen. Man findet unzählige Beispiele in der Literatur. Auch wenn das Privileg respektive der Fluch, untätig ins Taschentuch flennend dahinzusiechen, immer auf relativ kleine Kreise der Gesellschaft beschränkt geblieben ist - das reichverzierte Taschentuch ist eine speziell weibliche Art, dem Kummer und die Ohnmacht zu verbrämen.

Die Zeiten haben sich geändert. Was uns geblieben ist, Männern wie Frauen, ist der Kummer, gegen den es keine Hilfe gibt. Vielleicht hat Jacqui deshalb diese spitzenbesetzten und bestickten Taschentücher als Medium gewählt. Wo kein Kampf mehr möglich ist, hat sie den Kummer kultiviert und auf eine neue, abstrakte Ebene gehoben.

Für mich ist das kein Selbstmitleid, keine Zurschaustellung. Es ist die achtungsvolle Annahme von Ohnmacht und Verzweiflung, wie sie zum Leben gehört, auch wenn wir uns immer wieder so gern für allmächtig und unverwundbar halten mögen.

Mittwoch, 28. März 2012

Das letzte Paar ...

Es ist schon eine Weile fertig, ich bin nur noch nicht zum Zeigen gekommen. Hier ist das unwiderruflich letzte Paar Stulpen der Saison.



Das Zopfmuster ist im Bild nicht gut zu erkennen, aber im Gestrick tritt der Zopf sehr schön heraus. Es ist der St. Brigid-Zopf von Alice Starmore. Den wollte ich schon lange stricken, aber der St. Brigid-Pullover passt leider überhaupt nicht zu meiner kleinen, runden Person; zumindest müsste ich sehr vieles ändern. Da stricke ich doch lieber eines der figurfreundlicher geschnittenen Lavold-Modelle und plaziere die St. Brigid-Zöpfe auf den Stulpen.
Die Wolle habe ich übrigens gegen ein Paar Stricksocken ertauscht. Es waren zwei Stränge handgefärbte Sockenwolle, farblich so intensiv wie Wollmeisen. Nochmals einen lieben Dank an Glorina aus dem Spinnforum, die diese wundervolle Färbung erzielt hat. Ich habe noch einiges davon übrig und muss mir zum nächsten Winter hin überlegen, ob ich lieber einen Schal oder lieber eine Mütze dazu stricke.



Diese Woche möchte das Wollschaf wissen:
Sieht man eigentlich euren Händen an, dass ihr strickt? Habt ihr z.B. Schwielen, oder Hornhaut an den Fingern? Oder gar schon “verbogene” Finger? Und was macht ihr dagegen? Wie pflegt ihr eure Hände?
Vielen Dank an
Connie für die heutige Frage!

Ich hatte mal eine Rille im Zeigefinger von einem zu straff gespannten Faden, und manchmal taucht die auch heute noch auf, zum Beispiel, wenn ich wie jetzt eben fast zwei Stunden am Stück gestrickt habe (beim Fernsehen). Im allgemeinen stricke ich nicht so lange ununterbrochen, dass ich davon kaputte Hände kriegen könnte. Die Handpflege liegt allerdings bei mir ziemlich im argen, aber das hat andere Gründe als Stricken.
Ich hatte mal eine Schreibschwiele, fällt mir gerade ein, und auch entsprechend verbogene Finger an der rechten Hand. Aber das ist dreißig Jahre her. Damals habe ich noch halbe Romane von Hand geschrieben. Jede Seite in einer anderen Handschrift. Der Roman ist längst bei einem Umzug im Müll gelandet, aber an die Handschriftenwechsel erinnere ich mich noch gut.


Book of Kells

Hier das versprochene Foto vom Endzustand.



Das Teil sieht toll an mir aus, muss ich mal (mir selbst auf die Schulter klopfend) feststellen. Mit einem anliegenden Shirt übrigens noch besser als über der langen Bluse, die auf dem Foto zu sehen ist. Vielleicht gibt es demnächst mal ein Tragebild.
Ich habe zwei Kleidergrößen abgeworfen - ob ich entsprechend Gewicht verloren habe, weiß ich nicht, da ich mich nie wiege, aber jedenfalls bin ich bedeutend schmäler geworden und kann vieles wieder tragen, was um die Jahreswende herum nicht mehr ging. Zur Zeit genieße ich es, die ganzen schönen Stricksachen wieder hervorzuholen und anzuprobieren - ja, alles geht wieder zu. Sogar meine geliebte Lederhose, die ich zuletzt anlässlich der Krimipreisverleihung im Sommer 2008 getragen habe, passt wieder. Nun ist es gerade zu warm für Strick (und für Lederhosen), aber was solls, um so besser. Kalt wird es noch früh genug wieder.

Dienstag, 20. März 2012

Eklige Muster

Mal wieder eine Wollschaf-Dienstagsfrage:

Einmal vom Virus des Strickens angesteckt, legt man nicht so schnell die Nadeln wieder zur Seite.
Mit viel Geduld testet man auch gern mal etwas Neues aus.
Doch habt ihr schon einmal ein Muster versucht, und seid kläglich daran gescheitert? Trotz immer wieder erneuter Versuche hat es vorne und hinten nicht so ausgeschaut wie es sollte, oder die Maschen wollten nicht so wie beschrieben?
Wie viel Ausdauer habt ihr, bis ihr aufgebt?
Sucht ihr nach einiger Zeit nach einem ähnlich ausschauenden Muster oder legt ihr das Projekt ad acta?
Wie händelt Ihr diese Situation?
Vielen Dank an Sylvia für die heutige Frage!


Ich habe es gerade eben mit einem solchen Fall zu tun, und zwar will ich aus dem Heft "Fantastische Strick-Ideen" ein Muster nachstricken. Es handelt sich um den Lacepulli auf der Titelseite, der im Original aus Rowan Kidsilk Haze gestrickt ist. (Komischerweise finde ich nirgends ein Bild - bei Google erscheint immer nur die Winterausgabe.)
Das Muster funktioniert kurz gesagt so: In der ersten Reihe strickt man Maschengruppen mit Umschlägen ab. Diese werden in der nächsten Reihe fallen gelassen, so dass lange Maschen entstehen. Diese soll man dann zusammen abmaschen. Klingt einleuchtend und gibt ein nettes Maschenbüschel. Nur sieht das Muster vor, dass dieses Abmaschen insgesamt fünfmal ins selbe Fadenbündel stattfinden soll, und dazwischen hat man wieder Umschläge zu machen, so dass in der darauffolgenden Reihe wieder lange Maschen gebildet werden können.
Bei mir funktioniert das überhaupt nicht. Fünfmal durch dasselbe Loch stricken und dazwischen noch Umschläge - das gibt so eng gedrängte Fäden auf der Nadel, dass ich in der folgenden Reihe nicht mehr unterscheiden kann, was Masche und was Umschlag ist. Schon in der ersten Musterreihe der Maschenprobe fielen einzelne Maschen. Bei dem Gedanken, dieses Prinzip durch einen ganzen Pulli fortzusetzen, sträubt sich mir alles.
Ich stricke nun eine einfache Abwandlung, die ich in einem Musterheft gefunden habe. Das Garn ist nämlich sehr ungewöhnlich (1200 m auf 100 Gramm, in Feuerfarben handgefärbt) und verlangt ein Muster, das zwar fein ist, sich aber gleichwohl nicht netzartig zerfranst, wie es zum Beispiel bei Glatt-rechts-Gestrick der Fall wäre. Die Maschenbüschel passen schon sehr gut. Ich habe das Garn von einer Freundin aus dem Spinnforum gekauft und hoffe, vor dem Sommer einen hübschen Pulli daraus zu stricken. Mit 4 mm-Nadeln geht es trotz des extrem dünnen Garns sehr flott.

Kurze und prägnante Antwort auf die Frage: So schnell schreckt mich kein Muster ab; ich halte mich für eine geübte Strickerin. Aber wenn ich das Gefühl habe, es artet in Plackerei aus, suche ich mir was anderes. Entweder etwas ähnlich Aussehendes - wenn ich, wie jetzt, ein Garn habe, das ein bestimmtes Muster verlangt - oder was ganz anderes, je nachdem.

"Book of Kells" ist übrigens fertig; Fotos folgen demnächst.

Dienstag, 13. März 2012

Book Of Kells

Zur Zeit habe ich soviel schön bunte Sockenwolle hier liegen, dass ich mal wieder ein maschinengestricktes Projekt mit Einstrickmuster begonnen habe. Es soll wieder eine ärmellose Weste werden - die trage ich sehr gerne; für Wollpullover mit Ärmeln ist es mir meistens zu warm, sobald die Heizsaison vorbei ist. Das Design stammt von Irish Bishop, ist für Maschinen mit 24er-Rapport gedacht und heißt "Celtic Manuscript Design". Der gleiche stilisierte Buchstabe findet sich übrigens auch auf einem Lesezeichen, das ich mir vor Jahren aus Irland mitgebracht habe. Angeblich (so steht es auf dem Lesezeichen) stammt das Initial aus dem Book Of Kells.

Meine Irish Lace-Weste ist mit 50 cm Breite für meine Figur ziemlich schmal; ich wollte es diesmal bequemer haben und habe 54 cm Breite vorgesehen. Das fertige Rückenteil ( die Grundfarbe ist nicht schwarz, sondern dunkelgrün, das erkennt man im Bild nur schlecht):



Das sieht jetzt so einfach aus! Aber während des Strickens passierte erst mal allerhand Malheur. Zunächst hatte ich den Lochkartentransport versehentlich falsch eingestellt, so dass die Karte nur in jeder zweiten Reihe weiterrückte und das Muster total in die Länge gezogen wurde. Zum Glück fiel mir das relativ früh auf, als nämlich der Reihenzähler 10 anzeigte, während die Lochkarte erst auf Reihe 5 stand. Also noch mal ganz von vorn mit Kontrastfaden, Nylonschnur, neuen Schlitteneinstellungen und und und. Beim zweiten Anlauf kam ich bis zu den Armlöchern, dann fielen aus irgendeinem Grund Maschen an der Seite, und zwar gleich so tief (ich habe es nicht gleich gemerkt), dass ich das Teil von der Maschine nehmen und ein paar Reihen aufziehen musste. Wäre an sich kein Problem, aber die Lochkarte dann passend zurückzudrehen ist bei mir eine Zitterpartie. Ich habe es hingekriegt. Der Rücken ist fertig und heute beginne ich mit dem Vorderteil, das genauso aussehen wird; ich mache wegen des großen Musters keine Knopfleiste.

Damit mir nicht am Vorderteil jeder Fehler, den ich am Rückenteil gemacht habe, nochmal passiert, schreibe ich jeden Handgriff auf. Das ist mein Notizzettel:



Und nun geht es wieder los! Ich freu mich schon aufs Tragen.

Montag, 20. Februar 2012

... und noch mal Handschuhwahn

Meine musikalische jüngere Tochter hat zwei sehr schwierige Prüfungen hinter sich und eine Aufmunterung verdient. Deshalb habe ich ihr zwischendurch ein Paar zu ihr passende "mittens" gestrickt, mit denen sie sogar Klavier spielen könnte. Das Design heißt "Musica" und wird von der Designerin Anne Neumann dankenswerterweise umsonst zur Verfügung gestellt.


Design: Anne Neumann

Ich habe etwas längere Bündchen gestrickt und mit einer kleineren Nadelstärke gearbeitet; nicht wie empfohlen 3 mm, sondern 2,5. Meine Tochter hat sehr kleine Hände. So sind die Handschuhe für sie genau passend - und sie ist mir vor Freude um den Hals gefallen. Material ist natürlich Sockenwolle; ich finde, Handschuhe müssen maschinenwaschbar sein. ´

Und weil ich auch fingerlose Handschuhe möchte, habe ich gleich danach diese für mich gestrickt:


Design: Robin Melanson

Die Vorlage heißt "Tapisserie", stammt aus dem Buch "Knitting New Mittens And Gloves" und ist ebenfalls etwas abgeändert. Zunächst hatte ich dünnere Wolle als vorgesehen, nämlich wieder Sockenwolle. Deshalb habe ich das Design probeweise etwas erweitert, mit dem Resultat, dass die Stulpen zu weit wurden. Also wieder geribbelt und genau nach Vorlage neu angestrickt. Die Rippenbündchen sind nicht vorgesehen; im Original beginnen die Stulpen mit der "latvian braid", die eigentlich einn Fischgrätmuster bilden soll - das habe ich, glaube ich, noch nicht genau hingekriegt, aber es gefällt mir auch so gut. Und der extra Daumen ist auch nicht im Design; in der Vorlage enden die Stulpen an der Handwurzel. Ich habe das Muster etwas verlängert. Aber jedenfalls sitzt es so jetzt gut, sieht schön aus und wärmt angenehm.

Interessanterweise habe ich bei beiden Paaren für den jeweils zweiten Handschuh sehr viel weniger Zeit gebraucht als für den ersten. Irgendwie "strickt man sich ein", denn auswendig lernen kann man keines der Muster, man muss schon für jede Reihe extra hinsehen. Jetzt gibt es erst mal keine Handschuhe mehr. Wir brauchen Socken und ich spinne Wolle für eine Jacke.

Sonntag, 15. Januar 2012

Der Handschuhwahn

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich keine Handschuhe stricken kann? Das habe ich jedenfalls immer behauptet. Ich brauche auch keine zu stricken; wir haben alle welche, da meine liebe Mutter uns ausreichend bedacht hat.

Aber einmal ist immer das erste Mal und so strickte ich für meine Schwägerin, die selbst gar nicht strickt (ich bin nicht sicher, ob sie es überhaupt kann), im Dezember mein erstes Paar Fingerhandschuhe nach einer Vorlage bei Ravelry. Die Designerin ist auf Handschuhe spezialisiert. Bei Ravelry hat sie den Benutzernamen Laris.


Design: Julia Mueller

Es soll ja Drogen geben, die SOFORT süchtig machen. Schon bei der allerersten Einnahme. Handschuhstricken ist eine davon. Noch im Dezember folgte das zweite Paar für Schwiegermutter. Die hat sie, als sie das Paar für Schwägerin sah, sofort auch für sich bestellt. Die Farbe ist ihre Wunschfarbe.


Design: immer noch Julia Mueller

Und weil's so schön war, das dritte Paar für mich. Komischerweise sind diese nun etwas größer ausgefallen, obwohl ich alles mit Sockenwolle gestrickt habe und immer mit dem gleichen Nadelspiel. Vermutlich ist die Wolle (Regia Design Line by Kaffe Fassett) doch eine Kleinigkeit dicker. Übrigens ist sie in Wirklichkeit intensiver in der Farbe und hat einen schönen Glanz; vielleicht mache ich bei Gelegenheit noch ein besseres Foto.


Design: nach wie vor Julia Mueller

Dieses Design habe ich nun oft genug gestrickt, aber Handschuhe dürfen ruhig noch ein paar mehr ins Haus. Meine große Tochter wünschte sich welche in Grün - passend zu Mantel und Mütze - und mit Blattmuster. Diese Vorlage ist eigentlich für fingerlose Handschuhe gedacht. Ich habe sie in mehrfacher Hinsicht abgewandelt: Einmal sah das Muster sehr viel verschränkte Rechtsmaschen vor - wenn ich mich jetzt richtig erinnere, über die ganze Handinnenfläche. So was stricke ich nicht gerne. Ich habe ein paar Maschen weniger angeschlagen und in der Handfläche glatt rechts gestrickt. Zweitens habe ich Finger angestrickt, und da ich ein paar Maschen mehr auf der Nadel hatte als für ein normales Handschuhdesign, habe ich (sehr feste) 1:1-Rippen gestrickt, damit sich die Finger gut anlegen. Das hat auch geklappt. Die Handschuhe passen sehr gut.


Design: Laura Peveler

Obwohl es im Moment nicht so aussieht, als ob es nochmal ernsthaft Winter wird, möchte ich noch ein weiteres Paar stricken. Aber erst einmal sind jetzt Socken für eine Tauschaktion fällig.

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