Dienstag, 22. April 2008

Ein wenig Luxus!

Von meinem Preisgeld aus dem Krimiwettbewerb des Odenwaldkreises will ich mir ein paar besondere Kleinigkeiten gönnen. Hier auch schon die erste Kleinigkeit: Ein edles Knitpicks-Harmony-Nadelset.



Das übliche "große" Set, das bis Stärke 8 reicht, habe ich nicht genommen, weil ich dicke Nadeln fast nie benutze. Ein einziges Mal habe ich mit Stärke 7 gestrickt - einen Winterschal aus Chenille, der so dick ist, dass ich ihn nur zweimal getragen habe!
Statt dessen habe ich mich für das Einsteigerset entschieden, das die Nadelstärken 4, 5 und 6 enthält, und zusätzlich Nadelspitzen Stärke 3,5 sowie eine 3er-Rundnadel. Damit ist fast alles, was ich brauche, abgedeckt. Später kann ich noch Sockennadeln und Nadelspitzen Stärke 4,5 dazukaufen - damit wäre ich dann komplett.
Und jetzt bin ich sehr gespannt, ob das wirklich so Wunderdinger sind, wie in den Foren behauptet wird.

Fertig geworden ist das Japanese Feather & Fan-Tuch, das bei mir "Seraphin" heißt:



Ganz fehlerlos ist das Gestrick nicht. Die Strickschrift lag als Excel-Dokument mit etwas eigenwilligen Symbolen vor. Daran gewöhnt frau sich zwar schnell, aber trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, das mit der Strickschrift etwas nicht stimmt. Gegen Ende passten die Rapporte überhaupt nicht aufeinander, nicht nur in meinem Gestrick nicht, sondern auch in der Strickschrift nicht. Bei Ravelry habe ich indessen keine Beschwerden gefunden. Also nehme ich mal an, der Fehler liegt nicht in der Anleitung, sondern sitzt davor ...
Wie auch immer, das Teil ist fertig geworden und hat die Form einer angeschnittenen Torte. Die Breite (also der Radius der Torte) beträgt ca. 60 cm. Material ist wieder Uruwolle, 120 Gramm, gestrickt mit Nadelstärke 4. Übrigens habe ich zwei Rapporte mehr gestrickt als in der Anleitung angegeben, sonst hätte ich nicht mal ganz 100 Gramm gebraucht.



Das Original dieses Tuchs (der Link steht zwei Beiträge weiter unten) ist weiß und wesentlich klarer im Muster. Wahrscheinlich wäre eine einfache Farbe besser dafür gewesen. Aber was solls, ich habe es halt so gemacht ...
Im Augenblick habe ich keine Lust auf weitere Tücher. Nach meiner Rechnung ist dieser Schal mein siebter oder achter aus Uruwolle; weitere vier habe ich aus selbstgesponnenem Garn gestrickt. Sollte ich allerdings noch mal ein Tuch stricken, wird es sicher auch wieder diese Tortenform haben. Sie passt sich der Körperform am besten an, rutscht nicht so wie ein Dreieck und krumpelt nicht so am Hals wie ein viereckiges Tuch, sondern lässt sich ganz zwanglos "umwerfen".


Warum dieses Tuch "Seraphin" heißt ...

Ich habe während des Strickens eine Menge gelesen: Noch im Urlaub "Dickicht" von Scott Smith, einen ziemlich splattrigen Thriller. Es hätte nahe gelegen, den Schal "Dickicht" zu nennen (wegen der Farbe), aber das Buch war mir schlicht zu schundig, um den schönen Schal danach zu taufen. Nach dem Urlaub habe ich eines meiner Lieblingsbücher wiedergelesen: "Die Geschwister von Neapel" von Franz Werfel. Ein bezauberndes Buch, das eine satte Namenauswahl für mein Tuch geboten hätte: Annunziata, Grazia, Iride, Lauro, Placido, Ruggiero. Aber gewonnen hat dann schließlich das dritte Buch, das ich ebenso wie den Schal gestern beendet habe: "Das ermordete Haus" von Pierre Magnan. Ein Krimi, der kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in der Provence spielt, und ein unglaubliches Buch - viel mehr als "nur" ein Krimi. Seraphin ist der Name der Hauptperson: ein junger Mann, der als kleines Kind ein Massaker an seiner Familie, später den Dienst an der Front überlebt und danach für sein Heimatdorf - passend zu seinem Engelsnamen - zum rächenden wie auch zum rettenden Engel wird.

Sonntag, 13. April 2008

Ich bin ein erfolgreiches Schaf!

Mein Schafskrimi "Mäh!" wurde im Krimiwettbewerb des Odenwaldkreises mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
Hier ein paar Eindrücke von der Preisverleihung gestern in Michelstadt.
Und hier ein Lesepröbchen. Klicken und Mäh! schreien.

MÄÄÄÄÄH!!!!

Dienstag, 8. April 2008

Abends im Santana-Hüttchen genadelt ...

... und übrigens auf dem Rückflug fortgesetzt, denn es stimmt nicht, dass man auf Flugreisen keine Stricknadeln im Handgepäck haben darf. Da ich in einem Forum gelesen habe, es sei so, hatte ich auf dem Hinflug mein geliebtes Strickzeug brav in den Koffer getan. Ich wurde grün vor Neid, als eine junge Portugiesin in der gegenüberliegenden Sitzreihe Wolle und Nadel (es dürfte mindestens eine 8 mm-Nadel gewesen sein) hervorkramte und losstrickte! Da wir mit der gleichen Fluggesellschaft zurückflogen, nämlich der TAP, hatte ich heimwärts mein Strickzeug bereit. Es ist der Japanese Feather Fan Shawl von Izzyknits. Die Designerin stellt dieses wunderschöne Design zum Runterladen zur Verfügung. Das fertige Tuch ist fast kreisförmig. Ich stricke es aus Uruwolle in Grün-Gelb.



Viel sieht man da noch nicht, obwohl ich schon im letzten Mustersatz bin, aber wahrscheinlich stricke ich einen mehr, da ich bisher nicht mal 100 Gramm verbraucht habe. Ein bisserl mehr darf schon sein.
Beim Stricken habe ich wieder viel gelesen, und zwar vorwiegend einen Thriller, den ich mir am Frankfurter Flughafen gekauft habe: "Dickicht" von Scott Smith. Mit sicherem Griff habe ich genau das herausgesucht, was optimal geeignet ist, der dschungelartigen Botanik in Madeira mit Misstrauen zu begegnen. Das Buch ist superspannend und das Gegenteil von guter Literatur. Obendrein splatterig und stellenweise fäkalbetont, um es ganz vornehm auszudrücken. Nach mir hat es meine große Tochter übernommen und war in zwei Tagen fertig. Ich habe es mit großem Vergnügen gelesen, empfehle es aber nicht; es haben nicht alle einen so schlechten Geschmack wie ich.

Fertig geworden ist die Swanlake-Stola. Das Garn ist selbstgesponnen aus Uru-Roving in der Farbe Wild Daisies. Am schönsten wirkt die Stola auf schwarzem Untergrund. Ich trage sie schon recht gerne, obwohl sie mir schon fast zu auffallend ist; noch lieber trägt sie meine Tochter.


Design: Melanie Gibbons

Mit meinem selbstgesponnenen, von Emi handgefärbten Blue Faced Leicester hatte ich bisher allerdings kein Glück. Auch das hatte ich in Urlaub mitgenommen, zusammen mit der Kopie einer Strickschrift aus "Victorian Lace Today". Ich möchte diese neue Stola gern dreiteilig machen, mit einem quer gestrickten Mittelteil, um die Farbverläufe zu betonen, aber das bisher gestrickte Stück gefällt mir nicht. Ich muss mir ein schlichteres Muster aussuchen. Wahrscheinlich werde ich das Garn nun doch an die Maschine hängen.




Occhi wieder mal



Damit habe ich diesmal Glück. Schon oft habe ich den Spaß am Occhi nach ein paar Mustersätzen verloren, aber dies hier flutscht und es macht unheimlich Spaß, die Handarbeit in einem winzigen Blechdöschen mitnehmen zu können. Letzten Sonntag war ich auf einem Familienfest, da haben alle gestaunt. Sogar meine 18jährige Nichte, die für Handarbeiten normal nur Verachtung übrig hat, fand die Kringel hübsch.



Mein Urlaubs-Souvenir zeige ich demnächst: ein wunderschönes Stück aus madeirensischer Wolle. Nein, keine Stickerei, die sind unbezahlbar - ich habe eine Tischdecke für 4.000 Euro gesehen, vermutlich die Arbeit eines ganzen Jahres (und wenn es meine Arbeit gewesen wäre, hätte ich sie nicht um diesen Preis verkauft). Die wollenen Stricksachen sind dagegen eigentlich viel zu billig. In den nächsten Tagen folgen Fotos davon.

Mittwoch, 19. März 2008

Ich kann kaum glauben,

das ich heute wirklich alles fertig gebracht habe, was ich vorhatte. Sogar vor elf Uhr abends.
Schlabberhose fertig genäht, endlich die Schwanensee-Stola fertig gestrickt und aufgenadelt, Tochter zum Klaviervorspiel begleitet, anderer Tochter bei einem unangenehmen Termin beigestanden, Kuchen für Tochtergeburtstag morgen; ich hab wirklich und wahrhaftig alles gebacken gekriegt. Nur kein Foto von der Schwanensee-Stola. Die Abkettreihe habe ich nämlich während der Einspielzeit auf dem Flur der Musikschule gestrickt. Nach Beendigung ging ich aufs Klo und legte mir die Stola um ... es wird, ich glaube es wird. Es wird wirklich eine Stola. Ich hatte schon mächtige Zweifel daran; nicht wegen des Designs, das ich nach wie vor toll finde, sondern wegen meines selbstgesponnenen Garns.
Und nun verabschiede ich mich für die nächsten zwei Wochen. Vielleicht bring ich ein paar Gedichte aus dem Urlaub mit; viel mehr wird's nicht sein.

Donnerstag, 13. März 2008

"Wie denn bloß" Teil II

Endlich fertig geworden ist die neue Jacke aus dem Glitzervlies von der Wollwaschfee, das mir meine Töchter zu Weihnachten geschenkt haben. Beim Zwirnen habe ich noch mal ziemlich experimentiert. Anfangs wollte ich die Wolle nämlich gern einfädig verarbeiten und hatte einen kleinen Strang einfädige Wolle fertig . Der schien mir dann aber nicht stabil genug; ich habe die übrige Faser also dünner gesponnen und mit lila Merino von der Kone gezwirnt. Nun lag da noch der kleine Strang und da ich bei 200 Gramm Material auf kein Fäserchen verzichten kann, wenn ich mir eine Jacke stricken will, habe ich diesen kleinen Strang auch noch gezwirnt - mit rotem Glitzergarn.
In einem meiner Sabrina-Hefte fand ich eine halbwegs passende Vorlage, einen ärmellosen Pullunder, teils glatt, teils in Lochmuster gestrickt und mit einer breiten Saumblende in einem "Webmuster", so lautete die Bezeichnung. Ich habe erst mal diese Saumblende nachgestrickt, und zwar von Hand mit einem farblich passenden Baumwoll-Viskosegemisch, das in meiner Grabbelkiste lag. (Als meine Töchter klein waren, habe ich ihnen hin und wieder Bilderpullis gestrickt - aus dieser Zeit habe ich noch einige effektvolle Garne in 1 bis 2 Knäuel-Mengen.)
Die 7 cm breite Saumblende habe ich dann an die Maschine gehängt und mit einer Lochmusterkarte losgestrickt. Und so sah das Ergebnis aus:



Da die Webmusterborte dazu neigt, in die Breite zu gehen, wölbte sich das Saumteil schößchenartig nach oben. Ich hielt das für einen ganz pfiffigen Effekt, bis die Jacke fertig war und ich sie anzog. Nee, das war es nicht wirklich. Überhaupt nicht :-(

In einer einzigen Abendsitzung (wir haben uns eine Neuverfilmung von "Die Körperfresser kommen" mit Nicole Kidman angeguckt) habe ich die Borte abgetrennt, die Maschen gefangen und von oben nach unten eine neue Borte in einem passenden Lochmuster angestrickt. Jetzt sieht es wirklich viel besser aus. So richtig zufrieden bin ich nicht. Aber das liegt nicht an der Jacke selbst, sondern daran, dass sie mir nicht wirklich steht. Wurscht. Ich trage sie trotzdem.



Am besten gefällt mir der Ausschnitt. Nachdem ich lange Zeit nur V-Ausschnitte gestrickt habe in der Annahme, die stehen mir am besten, ist dieser viereckige mal eine schöne Abwechslung. Den werde ich sicher noch öfter stricken, zumal die Maschenaufnahme für das Bündchen einfach und sauber geht, die Kanten sind ja alle gerade, es gibt keine verkürzten Reihen.
Der untere Teil der Ärmel ist aus der Wolle vom "kleinen Strang", also der mit roten Glitzergarn verzwirnten. Auch dieser Effekt gefällt mir gut.
Für Ravelry heißt die Jacke auf Vorschlag meiner Tochter "Lilac Jacket".
Übrigens habe ich während des Strickens die H-moll-Messe von Bach gehört. Das passt, Lila ist ja sozusagen eine katholische Farbe. Ein wenig Pat Metheny auch, aber die CD, die ich da gerade hatte, ist nicht seine beste.

Auf ein Neues ...

Ich konnte es nicht lassen, Joanwolle in diesem knalligen Orange anzustricken. (Das Foto ist mit Blitz gemacht; in Wirklichkeit ist das Orange heller und leuchtender.) Das Muster - auch auf Vorschlag meiner Tochter - zur Farbe passend: Candle Flame.



Es soll eine kleine Weste werden, aber ich bin nicht sicher, ob die Wolle reicht. Es sind nur etwa 200 Gramm, wieder mit Konenwolle gezwirnt und mit Nadelstärke 4 gestrickt. Wahrscheinlich muss ich nachfärben, aber Farbe ist noch da. Nur werde ich diesmal die Wolle vor dem Färben kardieren.

An der Tücherfront erwartet mich als Nächstes definitiv dies hier - klickt mal -: Japanese Feather And Fan Shawl.
Es gibt so viele herrliche Tücheranleitungen im Netz und in den bekannten Lace-Büchern, dass frau sich schon gut überlegen muss, was sie strickt, zumal die Kommode schon überquillt. Dieses hier ist fällig. Ich habe es über Ravelry gefunden - available for free! Leider liegen die Strickschriften als Excel-Listen vor. Ich hoffe, ich kriege das ausgedruckt. Uruwolle von Emi habe ich noch liegen - in Grün mit etwas Blassgelb. Und ein grünes Tuch fehlt mir noch. Eines in Grün mit Blassgelb.

Montag, 10. März 2008

Waif

Doch, ich weiß schon, wie man "wife" schreibt. Das Wort "Waif" brachte eine Freundin ins Spiel, die mich gestern besuchte und dieses schöne neue Gerät in meinem Wohnzimmer sah. Ihr Großvater habe so ein Ding auf dem Dachboden gehabt, erzählte sie, und es "Waif" genannt. Bettinas Großvater war ein richtiger Leinweber und hatte alles, was man dazu braucht, zum Beispiel auch ein Gerät zum Flachsbrechen.
Die "Waif" hier habe ich von Sabine aus der Spinngruppe, und sie ist nicht nur schöner und pfiffiger, sondern auch besser zu brauchen als meine metallene, etwas wacklige Schirmhaspel, die mit Mengen über 50 Gramm einfach nicht fertig wird.
Die Waif hat ein Zahnrad, mit dessen Hilfe man die Lauflänge leicht berechnen kann. Nach jeweils 40 Umdrehungen wird neben dem Zahnrad eine Stahlfeder ausgelöst, die laut knackt. Man muss nur die Knackse mitzählen.



Ich bin dem Wort "Waif" nachgegangen und fand nach einigem Googeln ein althochdeutsches Wörterbuch online (von Gerhard Köbler). "Waif" bedeutet dort so etwas wie Binde oder Bandage, "waifil" Haspel. Also doch! Ich konnte mich nicht gleich von dem schönen Wörterbuch losreißen - da stehen auch so schöne Wörter drin wie "wangkussi" für Kopfkissen und, besonders schön, "wambaset" für knüppelsatt. Das verhasste "Wampe" klingt deutlich durch.

Aber zurück zur Waif. Das Garn, mit dem ich sie in Gebrauch genommen habe, ist inzwischen abgehaspelt, gebadet und zu Trocknen aufgehängt. Es ist noch immer Joan-Schaf, ostereiergefärbt in einem herrlichen grellen Orange. Ich habe es mit ebenfalls orangefarbenem Konengarn gezwirnt. Durch das Waschen ist es schön fluffig geworden und hat immerhin eine Lauflänge von 340 Meter auf 100 Gramm. Ich hoffe, ich bringe genug davon zusammen, um mir ein ganz besonderes Einzelstück zu stricken: Eine kleine Weste mit Candle-Flame-Muster. Das bietet sich bei dieser Farbe ja geradezu an.
Hier der Faden vor dem Waschen. Strickbar wäre er so auch schon gewesen, aber da er noch Restfett enthält, wollte ich ihn auf jeden Fall gründlich baden lassen, damit er sich entfalten kann. Sonst gerate ich an die falsche Nadelstärke.



Ich habe die letzten beiden orange gefärbten Vliese auf dem Rad; sollte es nicht reichen, muss ich nachfärben. Farbe ist noch ein wenig da.

Mittwoch, 5. März 2008

Mäh!

Soeben erfuhr ich, dass mein Schafskrimi "Mäh!" beim Wettbewerb des Odenwaldkreises unter die ersten fünf Beiträge gewählt wurde.
Ob ich einen der drei Hauptpreise gewinne, erfahre ich erst im April. Aber ich freu mich auch so schon.
Mein Krimi wird auf alle Fälle in der Anthologie der besten Einsendungen erscheinen.
Ich bedanke mich bei allen, die mir dabei geholfen haben, besonders bei den Mitgliedern des Spinnforums, des Blauen Salons, bei Svashtara, unbekannterweise bei den Schafhaltern im Schafhalterforum und allen Ouessantschafen.
Mähgruß!

Montag, 3. März 2008

"Wie denn bloß"-Pullöverchen



Dieses Püllchen hat eine lange Geschichte. Der Anfang war die Wald-Stola zum Geburtstag einer Freundin. Ich hatte zwei Stränge von der Wolle - es ist Uruwolle - und den zweiten Strang hat sofort meine Tochter für sich reserviert, wegen der schönen Nadelwaldfarbe.
Bloß, wie verarbeitet man das? Ich habe ja selbst für meinen Uruwoll-Pullover keine 200 Gramm gebraucht - vielleicht, dachten wir, reicht ein 100 Gramm-Strang für ein Nichts in Größe 34? Aber das war natürlich ein Wunschtraum; so sehr groß ist der Unterschied zwischen Größe 40 und 34 denn doch nicht (das kommt einem nur im Spiegel so vor, grummelt der Kugelfisch). Gott sei Dank stand von einem Ebay-Restekonen-Kauf noch genug dünne grüne Merino hier umher; ich fing also einfach an nach dem Motto: Stricken, soweit die Wolle reicht ...
Meine Tochter wünschte sich eine Ajour-Blende am Saum, die von Krausreihen unterbrochen war; so musste der Anfang mit Nadelstärke 2 von Hand gestrickt werden. Eine schöne Aufgabe für zwei lange DVD-Abende und zwei Brillen übereinander. Nach Abschluss der Saumblende konnte ich das Stück an die Maschine hängen. An das Vorderteil wünschte sich meine Tochter noch ein Bäumchen mit Noppen - problemlos zu realisieren, nur die Noppen habe ich am Schluss von Hand eingehäkelt.



Die Ärmel habe ich diesmal von oben her gestrickt, bis die Wolle alle war nämlich! Und was dann noch fehlte, wurde mit 3fädiger dünner Merino drangestrickt, in demselben Muster wie die Saumblende, nur ohne die Krausreihen. Da hieß es fleißig von Hand umhängen, eine Lochkarte gibt es für dieses Muster nicht und ist wegen der Rapporteinteilung auch nicht herzustellen.
Als Abschluss folgte aus derselben 3fädigen Merino der Carmenkragen, in den ich noch einen Gummi einziehen musste, denn meine zierliche Tochter will den Pulli nicht verlieren ...
Und nun ist er fertig, nach einer Menge Denk- und Fummelarbeit, und wird "Waldelben-Pullover" und für die Raveler auf tolkienisch "Laiquendi Pullover" heißen. Er passt ausgezeichnet. Trägerin und Strickerin strahlen.

Wohnsitze





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