Tannhäuser, selfmade

Das ist der Anfang eines Spitzenschals aus meinem selbstgesponnenen Uru-Roving, Farbe Magnolia. Um die 85 Gramm habe ich versponnen, und der Faden ist, wie schon erwähnt, sehr fein geworden - über 800 Meter, auf 100 Gramm umgerechnet über 900 Meter.
Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Der Faden ist zu fein und zu fest. Ich muss unbedingt lernen, nicht ganz so dünn zu spinnen und gleichmäßiger auszuziehen.
Aber das Wichtigste habe ich erreicht: ein verstrickbares Singlegarn. Der Faden reißt nicht. Ich glaube, ich könnte ihn sogar auf der Maschine verstricken, aber das traue ich mich noch nicht. Das Muster ist ein Entwurf von Eugen Beugler, eine Abwandlung des Pfauenschweifmusters. Er nennt es "ostrich plume", Straußenfeder. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das der Name einer Aster.
Hm, warum fällt mir da sofort Gottfried Benns Kleine Aster ein? Ich könnte den Schal galgenhumorig "Gottfried" nennen, aber nun bleibt es bei "Tannhäuser"!
Ich will den Faden nicht schlechtmachen ... muss halt lernen und üben; immerhin ist es ein Faden, reißt nicht und drillert auch nicht.
Ruhe sanft, kleine Aster!
schmollfisch - 30. Aug, 17:30