Fleißig im Urlaub ...

Mein Urlaubs-Strickprojekt war das Capelet aus "Victorian Lace Today" auf Seite 112. Dort ist es in Weiß gestrickt. Mir ist es nicht gegeben, so lieblich auszusehen; ich habe Uruwolle in der Farbe Perla Roja genommen und, um der Maschenprobe gerecht zu werden, diesmal die Nadelstärke 4,5. Das "Cape Center" habe ich auch tatsächlich in Frankreich komplett gestrickt, aber dann hatte ich für die Randborte nicht die passende Nadel dabei, deshalb wurde das schicke Teilchen im Urlaub nicht fertig. Aber nun kann es sich nur noch um wenige Tage handeln. Ich bin mächtig gespannt auf den Sitz. Das Capelet müsste geblockt eine Kreisform ergeben. Wenn ich es mir probeweise um die Schulter drapiere, sieht es schon ganz vernünftig aus.

In Emis letztem Spinnpäckchen war u.a. dieser Abschnitt Uru-Roving in der Farbe Magnolia, um die 80 Gramm. Das sollte nun mein erstes einfädig verstrickbares Garn werden. Ich hatte mir so schön ausgerechnet, dass ich es vor dem Urlaub schnell spinnen könnte und dann nach dem Urlaub abhaspeln.
Tja, ganz so wie gedacht wurde es dann doch nicht, es hat eine astronomische Lauflänge von über 800 Metern, umgerechnet auf 100 Gramm über 900 Meter. Und gerissen ist es auch beim Abhaspeln - vier Mal! Trotzdem werde ich probieren, es einfädig zu stricken. Ich übe ja noch. Wenn es nicht klappt, habe ich jedenfalls wieder was zugelernt. Und wenn doch, dann werde ich einen schönen kleinen Schal machen - ohne Randborte, damit der Farbverlauf schön herauskommt, nach einer Vorlage von Eugene Beugler.
Ich nenne das Garn "Tannhäuser". Einen großen Teil habe ich nämlich gesponnen, während ich mir eine Aufzeichnung von den Opernfestspielen in Salzburg anschaute - na ja, ich bin keine große Wagner-Liebhaberin, aber es war doch schön.

Hier das versprochene Bild von der französischen Spinnwolle. Gekauft in einer Filaterie in Niaux für neun Euro fünfzig. Es ist etwas über ein Pfund. Mehr passte leider nicht in den Koffer, sonst hätte ich bestimmt ein Kilo genommen. Mit meinem armseligen Französisch war ich nahe dran, den Inhaber der Filaterie nach dem "nom de mouton" zu fragen. Was er dann wohl geantwortet hätte? Jeanette, Pascal, Ugolin, Clementine? Gott sei Dank fiel mir noch rechtzeitig das Wort "race" ein. Das Schaf nennt sich "mouton tarasconais". Tarascon ist ja in der Literatur bekannt durch sein Untier und den tapferen Tartarin.

Apropos Untier: Das ist ein Mitbringsel aus dem Wald Brocéliande in der Bretagne, wo der Ritter Lancelot aufwuchs und der sagenhafte Merlin begraben liegt. Ich habe Merlins Grab besucht. Es war mit Zettelchen vielfach geschmückt, auf denen zum Beispiel zu lesen stand: "Lieber Merlin! Bitte mach, dass ich 14.000 Euro im Lotto gewinne. Es geht um Leben und Tod. Danke!"
Hoffen wir, dass der Wunsch in Erfüllung ging. Ich habe mir für zwei Euro dieses Spinnmaskottchen gegönnt, das eine Portion Magie aus Brocéliande mitbringt und deshalb Célie heißt.
Und nun heißt es ranklotzen, denn 1. ist das Capelet fertigzustellen, 2. ist die Regenbogenjacke auch noch nicht fertig, 3. ist die grüne Jacke aus meiner allerersten selbstgesponnenen Wolle auch noch nicht fertig, 3. möchte ich das Tannhäusergarn verstricken, 4. liegt da das Untier aus Tarascon und 5. noch eine Menge anderer Spinnwolle. Und so weiter und so fort, ich könnte bis 50. weitermachen. Kennt man ja. Geht ja allen so, die spinnen und / oder stricken.
schmollfisch - 23. Aug, 16:56