Donnerstag, 31. März 2011

Filz rulez!

Seit Samstag hatte ich keinen Internetzugang. Nachdem wir unseren alten Zyxel-Router, ein Vorkriegsmodell von 1996, erstmal entsorgt und stattdessen eine neue Fritzbox installiert hatten, konnten wir immerhin ein funktionierendes Netzwerk feststellen. Alle fünf Rechner, die in unserem Haushalt in Gebrauch sind, erkannten die Fritzbox, kamen aber nicht ins Netz. Insgesamt vier Anrufe bei der Telekom - und zwei weitere VON der Telekom - führten schließlich heute mittag zum Ziel: wir sind wieder online und schneller als je zuvor.
So kann ich auch gleich zeigen, was der letzte Samstag gebracht hat. Ich war in einem Filz-Workshop! Jawohl, ich! Veranstaltet wurde das Ganze hier im Fuldaer Umweltzentrum von einer sehr netten Filzkünstlerin namens Rosi. Sechs Frauen, eine davon ich, wurden in die Geheimnisse des Nassfilzens eingeführt und jede konnte am Ende des Seminars ein paar schöne Teile mit nach Hause nehmen. Zur Wahl standen (neben dem Untersetzer, der als erstes gearbeitet wurde) kleine Taschen, Körbchen, Eierwärmer und Filzblumen. Ich habe mich für eine Tasche entschieden. Und hier ist sie. Sie ist natürlich nicht schief, das sieht nur im Foto so aus, wahrscheinlich habe ich die Klappe nicht ordentlich zugemacht.



Gerade groß genug, um Geldbeutel und Handy darin unterzubringen - will ich die Brille noch dazustopfen, wird es allerdings knapp. Aber egal. Ich bin total verliebt in mein erstes Täschchen. An dem zweiten Filzseminar, das im Mai stattfindet, werde ich sicher auch teilnehmen. Da geht es dann ran an den Hut und das Filzen mit Seidengrundlage, das mich besonders interessiert.
Immerhin bin ich um eine Erkenntnis reicher - ich weiß jetzt, warum gefilzte Taschen und Rucksäcke auf dem Markt so teuer sind. Ich würde meine Tasche nicht unter sechzig Euro verkaufen wollen - schließlich habe ich über zwei Stunden lang liebevoll massiert, von allen Zwischenarbeiten wie Auflegen, Nässen, Walken und Waschen mal abgesehen!

Hier die Rückseite:



Natürlich habe ich noch ein wenig mehr geschafft. Fertig geworden ist die grüne Tunika aus meiner "Orpheus"-Wolle, die ich kurzerhand in "Blögezwo" (=blöd gezwirnte Wolle) umgetauft habe, und außerdem ein zweiter Cool Willi, ein fransiger Möbiuscowl in Neongrün. Diese Sachen zeige ich demnächst, wenn eine meiner Töchter Zeit hat, mich abzulichten.

Hier im Augenblick nur ein Bild meiner derzeitigen Handspindelei:



Das ist eine Wolle aus einem Space-Kammzug mit eingesponnenen hölzernen Herzchen, gezwirnt mit einem Multicolor-Glitzerfaden. Zum Großteil habe ich diese Wolle mit den Matthes-Handspindeln gesponnen, die wirklich sehr gut drehen und mit den langen Spindelschäften toll aussehen (ich liebe Spindeln mit langen Holzschäften). Diese Wolle will natürlich eine Stola werden, etwas anderes ist mit den Herzchen ja gar nicht möglich. Vielleicht stricke ich eine zweite "One Skein"-Stola, in der ich auch noch ein paar andere Reste verarbeiten kann. Hier die derzeit laufende Spindel; ich muss schon bald wieder Wolle runternehmen.



Da lacht einem doch das Herz(chen). Seit letztem Sommer habe ich die Handspindelei bös vernachlässigt, nun finde ich wieder neuen Geschmack daran und das Spindelchen rotiert jeden Tag.

Montag, 21. Februar 2011

Was neues Altes

Nach meinem letzten Eintrag hier sind ein paar sehr nette und lieb gemeinte Rückfragen und Tipps gekommen. Ja, ich habe meine misslungene Wolle vom letzten Eintrag (die grüne) inzwischen sogar verstrickt, wenn ich mir auch noch nicht sicher bin, ob etwas Gescheites dabei herauskommt - das wird sich noch zeigen. Also, ich schmeiße weder weg, noch verkaufe ich alles, noch gebe ich auf. Aber ein bisschen Umdenken muss doch vielleicht sein. Bisher habe ich auf die häufig gestellte Frage, inwieweit sich Spinnen überhaupt lohnt, immer geantwortet: Es lohnt sich nur dann, wenn man Garne herstellt, die es nicht zu kaufen gibt. Leider habe ich mich selbst an diese Regel nicht immer gehalten. Das wird nun wirklich anders. Ich werde nur noch Wolle spinnen, die ich so oder ähnlich nicht im Laden kriege. Basta.(Der Plan des gnadenlosen Stashabbaus ist mit Sicherheit gut, den behalte ich auch erst mal bei.)

Ein Fehlschlag, den ich hier noch nicht gezeigt habe, ist dieses Produkt:



Darauf war ich sogar richtig stolz, weil es im Strang gut aussah. Leider ist das fertig gestrickte Top mehr oder weniger komplett für die Tonne; ich habe es nicht mal fotografiert: Das Vorderteil pillt wie verrückt, das Rückenteil überhaupt nicht, obwohl beides exakt aus dem gleichen Material exakt gleich gesponnen und gestrickt wurde. Ich dachte eine Zeitlang, vielleicht wird das Vorderteil einfach mehr strapaziert als der Rücken, aber eigentlich sollte das doch eher umgekehrt sein: Mit dem Rücken lehnt man sich ans Sofa; vorne wird allenfalls mal mit den Händen runtergestrichen. Keine Ahnung, warum das so ist, jedenfalls sieht das Teil doof aus. Ich werde es mal waschen und raushängen; wenn es dadurch nicht besser wird, filze ich es leicht an und gebe es an eine meiner Töchter weiter, weil es mir danach wohl zu eng sein wird.

Soweit die Nachlese zum letzten Eintrag. Nun aber mal was Positives. DAS find ich selbst toll.



Der helle Teil der Wolle ist vom Atelier Filz und Farbe, der dunkle Teil aus dem Bastelladen - ein Space-Strang, der wohl nicht zum Spinnen, sondern zum Dekorieren gedacht war, aber die metallisch-grüne Farbe gefiel mir einfach zu gut. Die fertige Wolle ist so farbstark, dass sie richtig strahlt. Daraus wird natürlich ein Cowl, wahrscheinlich wieder ein quer gestrickter Möbius in der Art meines Cool Cool Willi. Der grüne Willi sozusagen. Den werde ich gleich beginnen, sobald die laufenden Projekte beendet sind. Und ja, ich werde weiter spinnen. Aber vorwiegend solche Garne wie dieses und nicht solche, die unpetinkt dünn genug für den Feinstricker sein sollen.

Einen lieben Gruß an alle!




Einen besonders lieben Gruß schicke ich hiermit an meine amerikanische Ravelry-Freundin Pascale, die mir eine Riesenfreude gemacht hat: Sie hat mir direkt aus dem Met Opera Shop in New York eine wunderschöne CD zukommen lassen. Mit sicherer Hand gewählt, weil von meinem Lieblingssänger David Daniels, und obendrein eine, die mir bisher noch fehlte. Es gibt wirklich ganz besondere Menschen unter den Strickerinnen (und unter den Daniels-Fans sowieso :o) ...) Ihnen allen einen Extraknuddler!

Mittwoch, 16. Februar 2011

Manch einer lernt's nie ...

Manchmal muss wohl eine richtige Krise eintreten, damit man kapiert, was schon viel früher hätte klar sein müssen. Ich kann einfach nicht richtig spinnen. Irgendwann im Jahr 2008 habe ich im Spinnforum (hier im Blog anscheinend nicht, jedenfalls finde ich es nicht) eine missglückte Wolle gezeigt, die so grottenschlecht gezwirnt war, dass sie schon eher wie gefacht aussah. In diesem Punkt habe ich seit 2008 keinen Millimeter zugelernt. Und mehr noch, ich habe keine Ahnung, was ich eigentlich falsch mache. Jedenfalls würde ich für eine solche Wolle, läge sie im Laden, keinen Cent ausgeben.

Gemeint ist diese, die ich bereits hier gezeigt habe. Eine recht große Portion sehr dünne Wolle aus Seide und Merino, gezwirnt mit Nähgarn.



Heute habe ich einen kompletten Strang dieser Wolle so gründlich verheddert, dass fast der ganze Tag zum Entwirren draufging. Ich hatte stundenlang Zeit, mir die Wolle Zentimeter für Zentimeter genau anzusehen. Nun soll es ja ein Sprichwort geben: "Schlecht gesponnene Wolle verdient nicht gestrickt zu werden". Wenn das so ist, dann spare ich mir das Entwirren besser und entsorge das Zeug gleich.

Der Faden ist stellenweise so überdrallt, dass er sich in entspanntem Zustand verdreht:



Und ein, zwei Meter weiter sieht der Faden wie schwächlich getwistet oder einfach gefacht aus:



Was tun? Das Problem ist weder ein Zuviel noch ein Zuwenig an Drall, sondern ungleichmäßig verteilter Drall, und zwar so krass ungleichmäßig verteilt, dass er auch mit den üblichen Vorsorgemaßnahmen (Waschen, Klopfen, Aushängen) nicht in den Griff zu kriegen ist. Dabei spinne ich keineswegs ´"brainless" mit halbem Auge und halbem Fuß, sondern mit Verstand. Dachte ich jedenfalls bisher.
Nachdem ich heute, wie gesagt, stundenlang Gelegenheit hatte, dieses miserable Zeug durch die Finger zu ziehen, habe ich beschlossen, dass ich offensichtlich nicht spinnen kann. Meine Grundversorgung an Spinnwolle, Spinnrädern, Spindeln, Spinnfasern und Büchern zum Thema könnte nicht besser sein; daran kann es nicht liegen. Vielleicht hätte ich einen Spinnkurs besuchen müssen, aber da es so etwas hier nicht gibt, brauche ich darüber auch nicht weiter nachzudenken. Jedenfalls läuft das Spinnen bei mir ab sofort unter "auslaufendes Hobby". Ich werde verarbeiten, was ich noch an Material da habe; denn zum Verschenken war es zu teuer und Verkaufen ist mir zu aufwendig. Vermutlich habe ich ohnehin genug Material, um mich noch mindestens zwei Jahre beschäftigt zu halten (wenn ich nicht vorher trotzdem alles verschenke oder die Motten es fressen). Danach werde ich die Spinnräder wegstellen für den Fall, dass meine Töchter sich irgendwann damit abgeben mögen, oder verkaufen, falls ich das Geld brauchen sollte.

Wenn ich meine Wollvorräte ansehe, sollte ich mich sowieso dringend einschränken. Wenigstens ist es seit der letzten Bilanz Anfang 2010 nicht noch mehr geworden. Ich habe sowieso fast nur noch auslaufende Hobbys (ist auch in meinem Alter angemessen, hihi): Das Schreiben wird ganz von selbst weniger; "auslaufend" passt hier nicht so gut, man sollte eher von einem versiegenden Hobby sprechen, da seit zwei Jahren die Quelle verstopft ist. Stricken geht noch ganz gut; viel mehr jedenfalls, als eigentlich gut für mich wäre. Den Gedanken, mit Klöppeln zu beginnen, habe ich im Keim erstickt - was sollte ich mit Klöppelspitzen anfangen ...

Man merkts: Die Jahresanfangsbilanz war auch schon mal besser. In diesem 2011 gibt es jedenfalls eine Menge Steigerungspotential.

Freitag, 4. Februar 2011

Nochmal schöne Spindeln

Meine kleine Spindelherde hat Zuwachs bekommen. Die drei neuen Spindeln stammen aus der Werkstatt des Ehepaars Matthes (siehe hier). Ich mache gern ein wenig Reklame, denn die Matthes' sind sehr nett, beantworten alle Mails schnell und freundlich, die Spindeln sind wunderschön und drehen gut, und preiswert sind sie auch. In meinem Päckchen war sogar noch eine dritte, geschenkte Spindel. Alle Spindeln sind schon angesponnen und liegen prima in der Hand. Eine wahre Augenweide sind sie außerdem, wie alle Spindeln aus dieser Werkstatt. Meine sind aus Padouk und Bubinga, das sind afrikanische Holzarten.



Wegen meiner vielen Wollreste habe ich nun auch ein wenig mit Filzen experimentiert. Mein erstes Filztäschchen, das den iPod meiner Tochter wärmen sollte, ist ein wenig zu groß ausgefallen, fast wie ein Briefumschlag, obwohl ich es zweimal heiß gewaschen habe. Das zweite - diesmal als wärmende Hülle für meinen ewig frierenden "Paganini" (das ist mein mp3-Player) gedacht - ist genau um die Hälfte geschrumpft und passt wie angegossen.



Damit ich das Ding am Hals tragen kann, habe ich eine Schnur angehängt, und natürlich ist auch die selbstgemacht - na ja, es ist ein nicht ganz geglücktes Experiment. Ich habe dazu dieses Ding hier benutzt:



Das ist ein alter Blumenständer, auf den ich einen durchlöcherten Pappkarton geklebt habe. Das Ganze darf sich nun als provisorischer Maru Dai (Flechtstuhl) bewähren, oder auch nicht. Ich kann im Moment nur im Stehen daran arbeiten, da man auf einen Flechtstuhl wirklich von oben gucken muss, sonst wird das Flechtband schief. Die Karte mit den angerichteten Schnüren sieht so aus:




Damit das Band schön gleichmäßig wird, braucht es etwas Zug nach unten, ähnlich wie das Gestrick an der Strickmaschine. Ich habe also naheliegenderweise ein Strickmaschinengewicht eingehängt. Und damit nicht durch dieses Gewicht alles nach unten wegrutscht, habe ich acht Stahlschrauben als Garnspulen zweckentfremdet. Das Ganze sieht kurios aus, erfüllt seinen Zweck aber erstmal ganz gut. Fehler im Band (und die gibt es reichlich) rühren von mangelnder Konzentration meinerseits. Das Flechten ist nämlich gar nicht so ohne. Man macht immer die gleichen Bewegungen, in diesem Fall sind es vier Griffe, die immer in der gleichen Reihenfolge ausgeführt werden müssen. Passt man eine Sekunde lang nicht auf und legt etwas über Kreuz, was nicht über Kreuz gehört, oder umgekehrt, entsteht prompt ein neues Muster mitten im Geflecht. Andererseits ist diese Bewegungsfolge auch wiederum nicht so spannend, dass man Lust hätte, sie stundenlang abzuspulen ohne irgendwelche Unterhaltung dabei, Reden oder Fernsehen. Vermutlich sollte man dabei meditieren. Das lerne ich auch noch.




Das ist das Buch, nach dem ich gearbeitet habe; ein sehr schönes Buch übrigens, irgendwann mal vom Flohmarktständer gezogen und jeden Cent wert, schon wegen der Fülle an Mustern, die ich im Leben nicht alle ausprobieren könnte. Ich bin noch nicht ganz zufrieden mit der Schnur, nicht nur wegen der Fehler, sondern auch, weil die Schnüre - einfache Baumwollfäden - nicht besonders gut geeignet sind zum Knüpfen. Ich muss mal das Strickzimmer umgraben, ob sich nicht noch was Besseres findet.

Hier noch mal mein Paganini in geschlossenem Zustand:

Montag, 17. Januar 2011

Pflaume mit Curry

Endlich sind mal ein paar Resteknäulchen von der ganzen Uruwoll-Restesammlung weg: Birgit Freyer sei Dank gibt es tatsächlich einen Lace-Resteschal, mit Namen "Donna Rocco". Die Anleitung gab's mal frei in der Yahoo-Gruppe "Woll-Lust". Natürlich gibt es auch andere für Reste geeignete Laceschals, aber die werden meist einfach streifig, wie der Revontuli zum Beispiel. Dieses Design verarbeitet die Reste nicht irgendwie, sondern setzt sie sehr gekonnt in Szene: mit verkürzten Reihen und schräg angeordneten Lochmustern.


Design: Birgit Freyer

Der Schal wiegt ganze 110 Gramm und wurde mit Nadelstärke 4,5 gestrickt. Danke an Frau Freyer für die schöne Vorlage! Ich habe immer noch einiges an Uruwoll-Knäulchen übrig, aber die passen nicht so schön zusammen wie diese hier. (Wenn allerdings, wie es im Moment den Anschein hat, die Hippiemode wiederkommt, kann ich auch Pink, Azur und Grasgrün zusammenrühren ...)

Wenn mir allerdings noch öfter passieren sollte, was mir letzte Woche passierte, könnte es ganz schnell mit dem ganzen Stash aus sein. Ich sage nur: Mottenangriff! Neben der Tür meines Strickzimmers habe ich aus Platzmangel schon seit längerer Zeit drei Kisten Spinnwolle übereinander gestapelt. Die stehen dort seit mindestens einem halben Jahr so, ohne sich vom Fleck zu rühren. Auf der Suche nach einer bestimmten Strickzeitschrift habe ich nun die drei Kisten auseinandergesetzt ... und fand in der untersten eine wahre Motteninvasion. Nun war ausgerechnet in dieser Kiste Gott sei Dank recht minderwertige Wolle; irgendwas, was ich mal direkt vom Schäfer bezogen und bisher nicht verarbeitet habe, weil es voller Spreu steckte. In die Mülltüte und ab in den Mülleimer damit. Aber in den zwei Kisten darüber steckte das Schönste, was ich an Spinnwolle habe - unter anderem die weiter unten gezeigten Kammzüge von Frau Brüssel-Bruns, ein handgefärbter Kammzug von Melino-Liesl aus dem Spinnforum, Seidenwolle vom "Rad der Zeit" und so weiter. Sichtbare Mottenspuren gab es nur ein paar in der mittleren Kiste, in der oberen (die dem Licht ausgesetzt war) gar keine. Ich habe alles in zwei Tüten gesteckt und in den Tiefkühlschrank gestopft. Da darf das Zeug nun noch mindestens drei Wochen vor sich hinfrieren, bis die Motten das Handtuch werfen.

Wenn Frau Schmollfisch eine Lehre daraus ziehen sollte (wenn wir mal kühnerweise annehmen, dass Frau Schmollfisch irgendwie lernfähig ist), dann doch wohl die, dass es nicht gut tut, die Wolle monatelang in einer dunklen Kiste gammeln zu lassen. Das Zeug muss ans Licht und versponnen werden. Ist es nämlich erst mal verarbeitet, haben die Motten hoffentlich keine Chance mehr. Dann heißt es raus aus dem Schrank und an die Luft, wie rein in den Schrank, auf den Balkon zum Lüften oder in die Wäsche und so weiter, immer hin und her, was die Motten bekanntlich überhaupt nicht mögen. Ich muss was für den Stashabbau tun.

Noch ein Detail aus meinem Currypflaumenschal:



Allen Mitstrickerinnen, -spinnerinnen und sonstigen Besuchern ein gesundes und fröhliches 2011 - und immer reichlich (mottenfreie) Wolle im Korb!

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Zum Kuscheln

Die neue Jacke ist fertig, juhu! Modell 1 aus der Winter-Verena, dort mit Namen "Heather". Ich nenne sie "Jojobajajacke" - wegen der Wolle, in der angeblich Jojoba und Aloe Vera, in welcher Form auch immer, verarbeitet sind.


Design: Carolin Schwarberg

Gestrickt aus 600 Gramm Zitron Opus 1. Mit der Wolle bin ich hochzufrieden, sie ist wunderbar weich und kuschlig und trägt sich sehr schön. Ein paar Fädchen sind noch übrig, falls mich die Lust ankommen sollte, noch mehr zu sticken. Ich habe nämlich nicht ganz soviel gestickt wie vorgesehen: Nur jede zweite Rautenreihe statt, wie im Original, jede Rautenreihe der Vorderteile.
Außerdem habe ich eine Knopfblende angesetzt, die im Original nicht vorgesehen war. Da ich seit Jahren gewohnt bin, Knopfblenden nachträglich anzustricken, habe ich nämlich in der Anleitung glatt überlesen, dass beim Stricken des Vorderteils direkt Knopflöcher eingearbeitet werden sollen! Schande über mich! Andererseits - sieht es so nicht besser aus? Ich fand die "nackten" Ränder der Strickteile nicht so schön, dass ich sie ganz ohne Blende lassen wollte. Und erst recht gilt das für den Halsausschnitt. Ohne der Designerin zu nahe treten zu wollen - es ist wohl kein Zufall, dass das Model auf dem Foto in der Verena einen engen kleinen Fusselschal um den Hals trägt - der Halsausschnitt war nämlich so ganz ohne Einfassung nicht gerade ansehnlich ...
Wie dem auch sei, ich habe eine krausgestrickte Blende rundherum angesetzt; nur vier Reihen, damit sie nicht zu breit wird, und bin sehr zufrieden mit dem ganzen Teil. Es reicht mir fast bis zum Knie und ist bei der derzeitigen Affenkälte auch im Haus sehr angenehm zu tragen, und die Farbstellung ist wirklich schön.


Spinnbeute

Und hier als Nachtrag noch meine Ausbeute an Kammzügen aus dem Atelier Filz und Farbe:



Und das ist noch nicht mal alles!! Von dem Lilaverlauf hinten im Bild habe ich zwei Stränge und von dem Braunverlauf rechts auch noch einen weiteren Strang. Außerdem lila Locken. Derzeit habe ich nämlich wieder mal eine Themenwolle in Arbeit. Den ersten Strang (der so nicht mehr existiert, da meine Tochter schon knäulisiert hat) kann ich schon zeigen:



"Titania" heißt diese Wolle, da sie aus einem pinkfarbenen Faden aus feinster Merinowolle und einem recht groben grau-braun gescheckten Faden kombiniert ist - Titania umarmt den Esel Bottom. Und als Auflockerung baumeln hier und da ein paar Locken heraus. Die Wolle ist in Wirklichkeit farbstärker als auf dem Foto, ich habe bei ungünstigem Licht fotografiert. In gleicher Art soll noch ein zweiter Strang entstehen, damit es für einen Baktus oder Cowl reicht.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Und noch was auf die Ohren

Wieder mal ein Verweis auf den Ohrenschützer-Podcast: Der Ohrenschützer hat sich meines schwatzenden Kaninchens angenommen. Das ist um so dankenswerter, als es mir nie gelungen ist, diesem Kaninchen meine Stimme zu leihen.
Ich habe ein einziges Mal versucht, diesen Text bei einer (halböffentlichen) Lesung vorzutragen, und war selbst von mir überrascht. Nicht dass ich in Tränen ausgebrochen wäre. Ich bin weder hysterisch noch sentimental. Nein, die Stimme schaltete sich einfach ab. Die zweite Hälfte des Textes habe ich stimmlos geflüstert, um irgendwie noch zum Ende zu kommen.

Dabei ist das ein Text, der gelesen gehört, und gehört gehört, wie der Ohrenschützer es so freundlich nennt.
Hier geht es zur Lesung: Was das Kaninchen erzählt.
Nachlesen kann jeder den Text bei Tableau (siehe den Button am linken Rand) oder hier auf meiner Referenzseite.

Donnerstag, 25. November 2010

Endlich Kammzüge im Laden kaufen ...

Beim Mainzer Johannismarkt im Sommer war ich am Marktstand einer Filzkünstlerin, die neben vielen Filzsachen auch schön gefärbte Kammzüge angeboten hat. Ich habe mich sehr zusammengenommen und nur zwei Knäuel gekauft, weil ich über die Spinneigenschaften nichts wusste; die Verkäuferin war selbst keine Spinnerin. Mittlerweile habe ich beide Kammzüge versponnen und mit Konengarn gezwirnt. Die Faser hat sich traumhaft gesponnen, und das ist das Ergebnis:



Ist die nicht toll? Kann mit Nadelstärke 4 gestrickt werden - ich bin ganz stolz darauf, auch mal halbwegs dicke Wolle gesponnen zu haben - und bringt es auf ca. 800 Meter / 250 Gramm. Ich möchte gern eine Weste stricken, habe aber noch nicht angefangen, denn es wird noch besser: Ich kann Kammzüge nachkaufen! Die Filzkünstlerin hat ein Atelier in Mainz, wo ich ab und zu vorbeikomme. Hab schon einen Termin ausgemacht! Wenn ich Kammzüge ähnlicher Farbstellung finde, wird es passend zur Weste noch einen Lace-Schal geben ...

Mein laufendes Strickprojekt ist die Jacke Modell Nr.1 aus der Winter-Verena. Natürlich nicht in der Originalwolle - seit meinem Reinfall mit der Noro Kureyon hege und pflege ich ein Vorurteil gegen die Firma Noro. Abgesehen davon ist mir die erforderliche Menge Silk Garden einfach zu teuer. Diese Wolle hier habe ich im Wollladen meines Vertrauens, oder wie man bei Ravelry sagt: dem LYS (local yarn shop) gekauft. So richtig local ist der Shop zwar nicht, denn er liegt in Bad Soden im Taunus. Aber da komm ich ja auch hin und wieder vorbei ;-)

Opus von Zitron heißt die Wolle, ein Dochtgarn, das es in mehreren Farbverläufen gibt, und sie ist sehr schön weich. Auf dem Etikett steht "mit Aloe und Jojoba". Na ja, wenn's schee macht ... Und das ist das Rückenteil.




Da mir weder die Größe 38 noch die Größe 46 so richtig passt, habe ich mich für die Größe genau in der Mitte entschieden. Wobei "Größe" ja nun ein dehnbarer Begriff ist, möchte ich mal bemerken. Heute morgen habe ich ein Anna-Heft von 1986 angeschaut und entdeckte einen wunderschönen Pullover, mit Zopfmuster auf zweifarbigem Fond (zwei verschiedene Rottöne) und Stickerei oben drüber. Ich kann ja nun nicht alles stricken, was mir gefällt, aber ich schaute jedenfalls mal bei den Größen nach, man weiß ja nie. Und stellte fest, dass die Größe 38 eine Rumpfbreite von 55 cm (!!!) vorsieht, so dass sogar ich als Böhnchen im Speckmantel noch gut da hineinpassen würde! Die mir normalerweise passende Größe 42 sah eine Breite von über 60 cm vor - das wäre sogar mir zu weit! Dabei sah der Pullover an dem schlanken Fotomodell durchaus nicht oversized oder sackartig aus. Ich frag mich manchmal, ob (zumindest bei den Designern) ein Zentimeter früher was anderes war als heute. Aber das Maßband, das meine Mutter benutzt hat, sieht eigentlich nicht viel anders als als meines.

Fazit: Nicht nach Größe gehen. Messen!
Und nun ab zum Kammzug-Scheffeln! Hoffentlich klappt es!

Wohnsitze





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