Montag, 2. Februar 2009

Mr. Weasleys Mütze

Es ist mir nicht gelungen, ein Bild im Netz zu finden, das Mr. Weasleys Mütze richtig zeigt. Ich weiß nicht warum, ich bin nicht mal HP-Fan, aber diese Mütze hat mich sofort begeistert. Sie ist zugleich hausbacken und zauberisch. Und etwas mit diesem Charisma wollte ich spinnen.

Ein hellbraunes, ziemlich kratziges und grobes Vlies (keine Ahnung, von welchem Tier, es war in einem Probepäckchen), ein feiner Goldfaden und glasklare Splitterperlen ergaben dies:



Ich bitte um Nachsicht, es ist noch das beste von mindestens zehn Fotos, die ich vorgestern und gestern gemacht habe. Ab gestern mittag war weiteres Fotografieren nicht mehr möglich, weil die Wolle sofort auf die Nadel kam. Und im Lauf des Abends wurde dann die Mütze fertig.



Der kleine Rest, der übrig blieb, ärgerte mich nicht wenig. Ich habe darüber nachgedacht, einem meiner Teddys eine fetzige Weste daraus zu stricken, aber dafür ist die Wolle eigentlich zu dick. Schließlich kam mir die Erleuchtung, ich machte ein i-cord (musste erst nachsehen, wie das geht, ich hatte noch nie eines gestrickt) und zog es durch die Mütze. Nun bin ich wirklich zufrieden. Nichts Großartiges, aber ein Projekt, das genau so geworden ist, wie ich mir gedacht habe - und ich habe es geschafft, ein kratziges kleines Vlies, das aussah wie zu gar nichts gut, zu einem schönen Teil zu verarbeiten.

Freitag, 30. Januar 2009

Die Lachnummer

Diese Wolle habe ich im Spinnforum eigentlich zur allgemeinen Erheiterung gezeigt. Ich sehe ja dort seit Monaten, dass andere aus einem Sammelsurium von Fasern, Fäden, Stoffstreifen, Perlen, Filzobjekten und anderen Goodies (sogar geschreddertes Papier und aufgedröselte Audiokassettenbänder sind da schon vorgekommen) die tollsten Garne zusammenspinnen. Also habe ich mich mit blauer Space, einem zerrissenen Stück Faschingstüll und einem sehr elastischen Polyfaden in die Riege der Garnkünstlerinnen eingereiht:



Zu meiner Entlastung kann ich vorbringen, dass es ja wirklich nur ein Versuch sein sollte. Ich hatte zum Beispiel noch herrlich passende blaue Perlen in der Hand, ließ sie aber weg, da sie zum bloßen Versuchen zu kostbar sind. Nachdem ich mein Miniknäuel gezwirnt und auf ein Frühstücksbrettchen gehaspelt hatte (meine große Haspel hätte angesichts der paar Meter Garn einen Lachanfall gekriegt), fehlte nur noch ein passendes Strickprojekt. Was macht man mit drei Meter fuffzich Garn? An diesem Punkt meldete sich mein Handy - es hätte nichts anzuziehen. Und so entstand die Handysocke:



Immerhin, versucht habe ich's. Und kann mir folgende Weisheiten mitnehmen (für mich, ob sie für andere gelten, weiß ich nicht):
"Mindless zwirnen" kann man bei einem sog. ArtYarn vergessen, das Zwirnen verlangt ebenso viel Konzentration wie das Spinnen (in meinem Fall sogar mehr).
Hat man besondere Effekte im Sinn, sind diese in großen Abstand anzuordnen. Verstrickt ist das Garn um mindestens zwei Drittel kürzer. Das führt leicht dazu, dass sich alles mögliche Tolle, wie Glitzer, Perlen, Stoffstreifen und weiß ich was noch an einem Punkt zusammenballt.
Wie man strickt, muss dann nochmal gut bedacht werden. So extrem fette Stellen wie die Stoffstreifen strickt man besser in der darauffolgenden Reihe links ab, dann dreht sich das Garn nach außen und hat Luft, statt sich auf der linken Seite des Gestricks zusammenzuwurschteln.
Insgesamt ein Spaß, eine kreative Herausforderung und ein schöner Effekt, den es garantiert nicht im Wollregal zu kaufen gibt. Für das modebewusste Handy ein Muss - und es macht sich sicher auch gut als Hingucker etwa in einer Pulloverpasse. Ich bleibe dran.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Ich habe meinen Stash gezählt!

Nicht den ganzen - nur den an unversponnener Wolle. Die fertige Wolle werde ich in den nächsten Wochen auch noch zählen. Was die Fasern betrifft, hat die Durchsicht nämlich wirklich was gebracht: Ich habe das, was zusammengehört und zusammen verarbeitet werden soll, wieder zusammen gelegt und aufgeschrieben. Die wunderschöne Gotlandwolle, ich ich auf dem Hungener Schäferfest ergattern konnte, habe ich zum Beispiel noch nicht versponnen, aber ein paar Pröbchen mit verschiedenen Stärken und Zwirnarten gemacht, und dabei haben sich die beiden Kammzugknäuel getrennt und landeten in verschiedenen Kisten. Blöd, wenn man eine bestimmte Sache stricken möchte und aufgeben muss, weil die Wolle nicht reicht - und dabei nicht ahnt, dass irgendwo in einer dunklen Ecke noch ein Rest davon liegt! Das kann nun erst mal nicht mehr passieren.

Ich habe gezählt:
- insgesamt eineinhalb Kilo farbige Merino-Rolags, zum Teil mit Glitzerfasern, in vier verschiedenen Farbstellungen (davon eine Partie mit Polwarth gemischt),
- knapp ein Kilo Space in drei verschiedenen Farbstellungen,
- eineinhalb Kilo Uru-Roving in verschiedenen Farbstellungen,
- 200 Gramm knallrote Kammzüge, die ich in weiße Wolle einmischen werde,
- 350 Gramm kardierte graue Romanov,
- 350 Gramm superedle silbergraue Gotlandwolle im Kammzug,
- ein knappes Pfund Rhönschafwolle in Weiß mit pflanzengefärbten Einzügen, im Kardenband,
- ein Pfund Tarascon-Schaf, kardiert im Vlies,
- 800 Gramm karamelfarbene Kamelhaarfaser, superweich, hab ich geschenkt bekommen,
- eineinhalb Kilo dunkelbraune Rhönschafwolle, gewaschen, aber nicht kardiert, ebenfalls geschenkt,
- ca. 450 Gramm dunkelbraunes Milchschaf mit silbernen Schlieren, das ich gerade zusammen mit Recycling-Seide spinne,
- noch je eineinhalb Kilo weißes Leineschaf und Milchschaf, beides direkt vom Schäfer - muss noch kardiert werden,
- knapp zwei Kilo Locken von Mohair-Ziegenbock Alban, ungewaschen, aber sehr sauber und mit schönem Glanz.

So, und nun die Sonderfälle:
Ein Karton voll Probentütchen, zwei 50-Gramm-Vliese unbekannter Herkunft, 100 Gramm braunes Bergschaf, eine gute Handvoll Skuddenlocken, ein Rolag eisblaue Merino-Angora-Mischung, kleinere Wollreste aus Färbeaktionen, ein kleiner Rest Seide-Merino-Kammzug.
Ein Vlies dunkelbraune Merino, letztes Jahr in Nidda gekauft, meine einzige noch ungewaschene Wolle - und diese Wolle ist so eingefüttert, dass mir davor graust, sie zu verarbeiten. Es geht - aber es geht nicht gut.
Ein Sack Alpakafasern, vom Vogelsberger Alpakafarmer geschenkt. Ein Teil davon, in einer wunderschönen rotorangen Farbe, ist vom Stacheldrahtalpaka Paulchen und praktisch unbrauchbar, der gesponnene Faden eignet sich eher für den Folterkeller. Wegen der tollen Farbe hebe ich die Fasern aber auf und hoffe, ich kann noch was draus filzen. Der Sack ist allerdings derart groß, dass ich glaube, es ist noch ein anderes Alpaka beteiligt, und ein Zettel "Ronni" lag auch drin. Vielleicht ist wenigstens ein Teil der Fasern zum Stricken zu gebrauchen.
Dann habe ich aus der gleichen Lieferung noch 320 Gramm vom Alpaka Spucki, und wenn das auch nichts taugt, erschieße ich mich, verflucht. Das ist herrlich kohlschwarz und unglaublich glänzend, ein Fest fürs Auge. Ich habe es noch nicht probiert, werde es aber in den nächsten Tagen tun.

Na also, so sehr viel ist es doch gar nicht. Öhm, ich oute mich: unterwegs sind noch eine Lieferung braune Blue Faced Leicester mit einkardierter Seide und zwei Handvoll Nylon-Metallic-Effekte zum Mischen, beides von Winghamwoolwork aus England. Und von der tollen Gotlandwolle habe ich mir auch noch 300 Gramm bestellt, obwohl sie wirklich nicht billig ist, aber es ist die edelste Faser, die ich hier habe.
Außerdem lagern bei Schäfern noch zwei Säcke Wolle für mich, die ich im Frühjahr abholen muss. Aber damit werd ich auch noch fertig ... Das ist dann ehrlich alles. Ehrlich! Ehrlich!!!

Montag, 26. Januar 2009

Frisch vom Zauberberg



Einer der vielen guten Vorsätze für 2009 lautet, endlich ein paar UFOs (im Volltext: unfollendete Objekte) abzuarbeiten. Dieses UFO hier wartet seit überschlägig zwei Jahren. Zu meiner Entlastung kann ich anführen, dass es nicht mein UFO ist. Ursprünglich hatten wir, meine jüngere Tochter und ich, ein Quantum Bömmelchenwolle in lieblichem Frühlingsbunt erworben für einen Pulli. Nachdem das Rückenteil des Pullis halb gestrickt war (wohlgemerkt von meiner Tochter), stellte diese fest, dass mit dem Garn irgendwas nicht stimmte. Obwohl alle Böbbel aus der gleichen Partie stammten, zeigte sich eine deutliche Farbabstufung. Obendrein entschied meine Tochter, dass ihr diese Bömmelchenwolle zu bunt und zu quietschig sei.
Die Wolle (100 Prozent Polyschaf übrigens) kehrte also zurück in den Stash und durfte dort acht Wochen schlafen. Dann haben wir, Tochter und ich, beim Blättern in einer Zeitschrift einen dreiteilig längsgestreiften Schal erblickt, der uns dieser Bömmelchenwolle angemessen schien. Dazu gehörte allerdings noch ein kleines Quantum kompatible einfarbige Wolle, die schnell gekauft war, und auch die drei Streifen für den Schal waren schnell gestrickt. Es dauerte nur ungefähr sechs Monate. Dann ging's ans Zusammennähen der drei Streifen; ein Arbeitsgang, den ich irgendwann letzten Spätfrühjahr abbrach, weil im Mai kein solcher Schal mehr gebraucht wurde.
Gestern stolperte ich im Hinterzimmer über einen Korb, der sich mir energisch in den Weg geschoben hatte. Er enthielt das Fragment des Schals. Da der "Zauberberg" auf Arte gerade anfing, nahm ich den Korb mit vor den Fernseher. Den Schal fertig zusammenzunähen, dauerte ziemlich genau dreißig Minuten. (Hans Castorp hat wesentlich länger gebraucht, vom Zauberberg herunterzukommen.)
Und da Tochter gerade mächtig erkältet ist, kommt der Schal gerade passend.
Hier modelt allerdings Flora, die noch bis morgen mittag bei mir logiert und dann wieder nach Mainz fährt.

ps. Und was mach ich nun mit den übrig gebliebenen vier Böbbeln Bömmelchenwolle??

Samstag, 24. Januar 2009

Regenbogen

Endlich ist es mir gelungen, den Regenbogen-Poncho zu fotografieren. Meine Tochter trägt ihn zur schwarzen Jacke.

Von vorne ...

Design: Ruth Kindla

... von hinten ...


... und gefaltet - da ist der Farbverlauf besonders schön zu sehen, hängt hier allerdings bisserl unbeholfen auf dem Bügel:


Verarbeitet habe ich genau 333 Gramm Wolle, und das war auch die einzige Schwierigkeit mit dem Teil: Ich hatte nur 250 Gramm bestellt und musste die liebe Emi um Nachlieferung bitten. Da stimmte dann natürlich der Anfang des neuen Knäuels mit dem Ende des alten Knäuels nicht überein. Aber das machte nichts, ich habe einfach den Anfang abgewickelt und das Abgewickelte später in der Randborte verstrickt.
Ansonsten war das ein mindless knitting-Projekt zum Lesen nebenher. Unter anderem habe ich den neuen Zafon gelesen - so gut wie "Der Schatten des Windes" ist er nicht, aber das wäre ja auch fast unmöglich für einen einzelnen Autor. Ich glaube, ich habe auch nicht alle Windungen der verwickelten Handlung begriffen. Vielleicht hätte ich nicht dabei stricken sollen.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Angefixt

Heute fasse ich mich ganz kurz. Anscheinend haben ein paar liebe Mitmenschen beim Lesen dieser Seite einen Ella-Virus eingefangen und sind halb (oder auch ganz) überzeugt, auch an diesem Rad drehen zu wollen. Jedenfalls bekam ich entsprechende Rückmeldungen. Dann will ich aber auch hier nichts beschönigen und von dem (bisher einzigen mir bekannten) Nachteil dieses Rades berichten: Ich habe heute an den Knien gefroren. Der Spinnflügel rotiert derart schnell, dass ein merkbarer Luftzug entsteht. Im Sommer sicher ganz angenehm, aber nicht im Januar. Ich denke ernsthaft darüber nach, mir ein Spinndeckchen für die Knie zu stricken.

Wollverine war fleißig und hat ratz, fatz die Seidenwolle gezwirnt:



Fertig sind 130 Gramm mit einer Lauflänge von 260 Meter, also 200 Meter pro 100 Gramm (für diese Rechnung habe ich nicht mal den Taschenrechner gebraucht). Die Wolle ist wunderschön, fasst sich herrlich fluffig an und wird sich prima mit Nadelstärke 4 bis 5 stricken lassen. Ich will davon eine Jacke machen, denn Fasern habe ich noch reichlich. Das Milchschaf war wahrscheinlich nicht mehr das Jüngste - die Faser enthält reichlich silbergraue Schlieren. Ein schöner Effekt, finde ich.

Ähm, was ich noch über die Ella loswerden möchte (jetzt werde ich doch etwas ausführlicher), wer noch mitliest, schaut mal hier:



Da ist zu erkennen, dass der Spinnflügel auf der Seite, wo die Häkchen sind, einseitig vertieft ist. Ich hatte die Vertiefung zunächst für einen Fehler im Holz gehalten, dann aber bemerkt, dass auf der gegenüberliegenden Seite an der gleichen Stelle auch so eine Kuhle ist. Beim Spinnen offenbarte sich dann auch der Zweck: Genau durch diese Kuhle geht der Faden. Ein winziges Detail, ich von keinem anderen Spinnrad kenne und das zeigt, wie funktionell und gut durchdacht hier alles ist.

Auch Flora ist zufrieden, ihr Pullover ist fertig:



Reichlich merkwürdig sieht er aus, denn Floras Rücken ist sehr viel breiter als der Bauch. Ich hatte beim Rundstricken 80 Maschen auf den Nadeln und sie im Verhältnis 50 zu 30 aufgeteilt. Dann das übliche Verfahren: Im Raglan hochgestrickt, kurzes Halsbündchen angefügt und die Ärmel diesmal direkt aus den Armausschnittkanten herausgestrickt. Das ist zwar kein schulmäßiges Verfahren, aber in der fusseligen Brazilia sieht eh alles gleich aus. Und Floras Körperbau ist ohnehin so wenig menschlich, dass ein Raglan mit gerade angesetzten Ärmeln nicht weiter auffällt. Was solls, Hauptsache, ihr gefällt der Pulli.
Übrigens habe ich beim Stricken dieses Pullovers ferngesehen. Einen Abend "Angel Heart" (finde ich immer noch klasse) und einen Abend "Ice Harvest" (ich stehe auf John Cusack). Lesen ist beim Stricken mit Brazilia nicht möglich, eine verlorene Masche ist in dem Gefussel absolut nicht wiederzufinden.

Freitag, 16. Januar 2009

Erste Bilanz

Was Wollverine alles gefressen hat seit Weihnachten:

Als erstes 75 Gramm/450 Meter (!) Uru-Roving, ein Rest, der noch von meiner Swanlake-Stola da lag. Gezwirnt mit Maschinenstickgarn aus Viskose.



Als zweites einen Kammzug Fruit Salad, ebenfalls Uru-Roving, gezwirnt mit dünner schwarzer Merino von Schoeller. Hier im Vordergrund zu sehen (den anderen Strang hinten habe ich letztes Jahr auf dem Minstrel gesponnen).



Beide Wollen sind wunderbar weich geworden. Die gelbe will ich mit schwarzen Perlen zu einem Minischal verstricken - für die bunte habe ich auch schon ein Projekt, aber das verrate ich noch nicht.

Zur Zeit macht Wollverine ein Experiment: Braune Milchschafwolle in Rolags, die ich schon länger liegen habe, mit Recycling-Seidenabrissen in allen Farben zusammenkardiert.
Den Faden werde ich noch zwirnen. Das Garn verspricht toll zu werden.



Wenn man bedenkt, dass Wollverine erst an Weihnachten mit der Arbeit begonnen hat und ich Anfang Januar noch eine Woche in Prag war, dies also die Ausbeute von nur 14 Tagen ist (und ich sitze nicht täglich am Spinnrad!), dann kann ich nur sagen: Prima Bilanz! Wollverine darf sich einen rauf setzen!
Ich habe viel Freude an diesem Rad. Ist die Spule noch leer, muss ich vorsichtig treten und die kleine Übersetzung auflegen, denn gerade bei leerer Spule ist Wollverine sehr gefräßig und es kann ihm gar nicht schnell genug gehen. Sind aber erst mal ein paar Meter beisammen, komme ich in einen sehr angenehmen, entspannten Arbeitsrhythmus. Schon mehrmals habe ich mich an diesem Rad in halbe Trance gesponnen. Und plötzlich ist die Faserhand leer und Wollverine ruft: "Mehr, mehr!"
Man merkt, dass ich dieses Rad liebe, nicht wahr?
Für absolute Spinnanfänger würde ich es nicht empfehlen - das tut auch die Drechslerei Walther nicht; es ist als Spinnrad für Fortgeschrittene gelistet. Aber ein Spinncrack mit zwanzig Kilo Wollerfahrung muss man auch wieder nicht sein, um erfolgreich an diesem Rad zu drehen. Wie heißt es so schön im Strickforum: Ratet mal, woher ich das weiß. ;-)


Die Noro-Baustelle

Hier bin ich weniger begeistert ... Der Farbverlauf ist zwar schön, aber zu bunt für mich. Wahrscheinlich trete ich diese Weste, wenn sie fertig ist, an meine große Tochter ab.



Fürs Protokoll: Dieses Teil ist auf der Maschine gestrickt, und zwar mit Maschenweite 9. Ein Vergnügen war das nicht gerade. Obwohl die Wolle wenig Bausch hat, ist sie furchtbar hakelig. Beim Umspulen auf dem Wollwickler kommen ständig Knoten und Schlaufen mit und bei Stricken dann noch einmal. Ich habe die meiste Zeit im Stehen gestrickt, damit ich die Wolle schnell entwirren konnte.
200 Gramm müssten genau reichen für die Weste; das erste Knäuel ist beinahe komplett verstrickt. Theoretisch könnte man eigentlich noch Ärmel ansetzen, am besten aus feiner schwarzer Wolle. Erst mal fertigstricken, zusammennähen und entscheiden, für wen dieses bunte Teil denn nun ist.
Für diese Dame hier -



- wird's jedenfalls zu groß. Das ist mein derzeit noch laufender Strickauftrag: Flora braucht einen Pullover. Ich habe sie nur diese Woche zu Gast, spätestens Montag will ihre Besitzerin sie mitnehmen - und zwar hoffentlich mit Pullover. Ich habe einen Restknäuel bunte Brazilia, vielleicht nehme ich die. Irgendwie muss das Zeug ja mal weg - ich bin kein Brazilia-Fan.

Montag, 12. Januar 2009

Rote Liste

Eine immer seltener werdende Spezies ist der gut sortierte und fachmännisch geleitete Woll-Laden. Bei uns in Osthessen scheint er so gut wie ausgestorben zu sein; sieht man mal von ein paar mickrigen Wolleckchen ab, in deren Regalen sich graue Sockenwolle und grelle Riesenpolyknäuel langweilen.
Vor einer Woche in Mainz bin ich aber über eines der besser ausgestatteten Exemplare dieser bedrohten Art gestolpert und möchte meiner Freude hier Ausdruck geben: Es gab dort Dinge, die ich bisher nur im Internet gesehen habe, zum Beispiel Knitpicks (musste ich bisher immer bestellen) und Noro (kenne ich nur vom Bildschirm), sowie noch vieles andere, was ich aus Zeitmangel nicht genauer sichten konnte. Aber dieser Laden sieht mich bestimmt wieder.
Gefunden habe ich ihn ganz zufällig - beim Weg aus dem Parkhaus im Karstadt. Ich kenne mich in Mainz nicht so gut aus, sonst würde ich gern genauere Angaben machen. Immerhin habe ich inzwischen eine HP gefunden, wo alles Nötige nachzulesen ist, nämlich hier.
Leute, unterstützt die kreativen und reich bestückten Wollecken!
Ich habe zum Beispiel Noro gekauft, obwohl ich ja *hüstel hüstel*, nein, WEIL ich ja ÜBERHAUPT keine Wolle im Haus habe, das weiß jeder, ich erzähle es ja dauernd, ich habe ABSOLUT KEINE Wolle daheim, nicht ein Fitzelchen, ich brauchte UNBEDINGT Wolle!



Was ich damit mache, weiß ich noch gar nicht recht - wahrscheinlich werde ich mal wieder Schulz-Patches stricken; oder, wenn die Farbfelder groß genug sind, einfach eine Weste. Ich hab ja zwei genau gleiche Knäuel, kann also in zwei Teilen auf der Maschine stricken. Es ist Sockenwolle, aber der Farbverlauf ist mir zu schade, in den Schuhen zu verschwinden. Und aus dem Einzelknäuel in ebenso frischen, aber zu den beiden anderen nicht passenden Farben stricken wir halt ein Tuch. Bei Ravelry gibt es schöne zum Abgucken. Schließlich habe ich noch gar kein ... noch kein einziges ... Rest geschenkt.

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