Montag, 2. Januar 2017

Tauschprojekte - Bilanz

Immer am Jahresende stricke ich Sachen für andere, meistens für irgendwelche Tauschgeschäfte. Ich weiß nicht, warum das so ist. Diesmal lag es jedenfalls nicht daran, dass ich mich auf Facebook erboten hätte, bunte Stulpen zu stricken - das hat mir nämlich im letzten Jahr mehr Aufträge beschert, als ich eigentlich bequem schaffen konnte (wenn ich mich auch über jeden einzelnen gefreut und alle getreulich erfüllt habe). Diesmal wollte ich es langsamer angehen lassen, zumal ich im November einen ganzen Stapel Loops für den Markt gestrickt habe, wie man hier und hier nachlesen kann.

Von den zehn Loops wurden sechs direkt verkauft (was ich für eine ganz gute Bilanz halte) und weitere zwei habe ich inzwischen gegen schöne Wolle vertauscht; zu haben sind noch der Pinke und der Schrille. Wenn sie jemand haben möchte, einfach bei mir melden. Ich würde sie verkaufen oder wie gesagt auch gegen Wolle tauschen.

Meine Safarimütze hat mir einen kleinen Strickauftrag eingebracht, eine Fairisle-Mütze nach einer Anleitung aus der Knitty. Das Muster heißt Ogiku. Ich bekam von der Auftraggeberin einen Karton Sockenwollreste, die farblich zu ihrer Wintergarderobe passen sollten. Die Anleitung sieht vor, dass sowohl die Haupt- als auch die Nebenfarbe alle paar Reihen gewechselt werden sollen, aber nie beide zur gleichen Zeit, so dass wenigstens an keiner Stelle gleich zwei neue Fäden anzusetzen sind. Trotzdem sind am Ende unglaublich viele Fäden zu vernähen. Man kann natürlich einen Teil davon auch einweben, aber wenn ich die Mütze noch einmal stricke, würde ich auf jeden Fall die Hälfte der Fäden an der gegenüber liegenden Mützenseite wechseln, also in der Rundenmitte. Leider habe ich bei dieser Mütze nicht durchgehend daran gedacht.

Der Effekt dieser reichen Farbskala ist aber herrlich und lohnt die Mühe absolut. Hier eine Draufsicht, über einen Teller gespannt.



Und hier der Puppenkopf mit der fertigen Mütze, die eine schöne Barettform hat (und deshalb auch mir stehen würde).


Design: Sarah Mombert

Ich habe schöne Wolle im Tausch bekommen und danke nochmals für den Auftrag. Die Mütze wird bestimmt noch ein zweites Mal gestrickt.


Projekte fürs Wanderpaket

Das Kreativ-Wanderpaket ist auf seiner Runde - der siebzehnten, wenn ich es richtig behalten habe - auch mal wieder bei mir vorbeigekommen. Meine Erwartungen waren etwas heruntergeschraubt. Den Auskünften meiner Vor-Empfängerinnen nach war nur wenig Genähtes drin, auch nur wenige Fasern oder handgefärbte Wolle; die liebe Martina, die immer so schönen Schmuck macht, hatte das Paket an sich vorbeiziehen lassen und Seife gab es auch nicht. Vielmehr hieß es, das Paket sei hauptsächlich mit Stricksachen voll - und die nehme ich meistens nicht; Stricken kann ich ja selbst.
Trotzdem habe ich diesmal etwas Gestricktes genommen, nämlich einen ganz wunderschönen, großen und breiten Schal in leuchtendem Weiß mit Aranzöpfen. Meine Tochter liebt klassische weiße Sachen und war begeistert, als ich ihr den Schal zu Weihnachten schenkte. Auch etwas handgesponnene Wolle habe ich entnommen - natürlich kann ich auch selbst spinnen, aber so dicke Wolle nur selten.

Aufgefüllt habe ich, wie immer, mit Handschuhen. Unter anderem mit einem Paar "Maurerstulpen" aus 6fach-Sockenwolle. Ich nenne sie so, weil das Muster an eine Backsteinwand erinnert.

Bei Ravelry wurde ich prompt gefragt, wie man das strickt, und habe eine kleine Anleitung erstellt, die ich hier hereinkopiere. Rein vorsorglich - ich bin keine geübte Anleitungsschreiberin und kann nicht für Fehlerfreiheit garantieren.


Design: meins


Mauererstulpen-Rezept

Grundmuster: Maschenzahl teilbar durch 6.
In Farbe 1 (hier hellgrau) eine Runde rechte Maschen und eine Runde linke Maschen stricken.
Dann * in Farbe 2 (hier rot) 4 Runden rechte Maschen stricken. Dabei jede 6. Masche nicht stricken, sondern die darunterliegende Masche in Farbe 1 abheben.
In Farbe 1 eine Runde rechte Maschen stricken, auch die bis dahin jeweils abgehobenen Maschen. Dann noch eine Runde linke Maschen in Farbe 1 stricken.
Ab * wiederholen.

Anschlag für die Stulpen 54 Maschen in Farbe 2. 12 Runden 1re/1li Bündchen stricken, dann mit dem Grundmuster beginnen.
Beliebig viele Mustersätze stricken - bei mir sind es nur zwei (der Wollrest war klein), man kann auch mehr stricken.
Mit dem Daumen an beliebiger Stelle beginnen, und zwar in einer der 4 Reihen in Farbe 2 (hier rot). Vor und nach der 4. roten Masche des Mustersatzes 1 Masche aus dem Querdraht herausstricken. Am besten vor und nach der Zunahme einen Markierer einhängen.
Im Muster weiterstricken, in der dritten darauffolgenden Reihe hinter dem ersten Markierer und vor dem zweiten Markierer wieder eine Masche zunehmen und dann genauso weiter in jeder dritten Reihe, so dass jedes Mal 2 Maschen dazukommen. Die Maschen zwischen den Markierern nicht im Grundmuster stricken, sondern einfach 2 Reihen Farbe 1, 4 Reihen Farbe 2, immer glatt rechts.
Sobald 17 Maschen zwischen den Markierern liegen, diese auf zwei Sicherheitsnadeln stillegen, die Markierer entfernen und für die still gelegten Maschen 4 Maschen zusätzlich anschlagen (zur Überbrückung der Lücke), diese dann in den darauf folgenden zwei Reihen wieder abnehmen, so dass normal im Grundmuster weitergestrickt werden kann. Haben die Stulpen die gewünschte Höhe erreicht, wieder ein Bündchen anstricken und den Faden abschneiden.
Die stillgelegten Maschen auf zwei Nadeln nehmen, aus dem Anschlag in der “Lücke” 4 Maschen herausstricken und über diese 21 Maschen ein paar Runden glatt rechts stricken, dann locker abketten. Fäden vernähen. Fertig. Die zweite Stulpe wird ebenso gestrickt.

Falls das jemand nachstricken möchte und Fragen hat oder Fehler findet, bitte mich benachrichtigen!

Und nun hat die Tauscherei ein Ende und ich stricke wieder für mich bzw. die Familie. Vor allem habe ich wieder mit Spinnen begonnen. Das habe ich nämlich sträflich vernachlässigt in den letzten Monaten - keine Ahnung warum. Mir steht mein Faserstash bis zum Hals, da muss dringend was passieren ...

Wohnsitze





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